Was Kinder im Netz interessiert

Inhalt

Kinder und Jugendliche sind heutzutage derart in die digitale Umgebung integriert, dass es unsinnig wäre, ihnen den Gebrauch von Geräten mit Verbindung zum Internet vollständig zu verbieten. Viel mehr Sinn ergibt es, den Kindern beizubringen, sich im Netz richtig zu verhalten und dafür zu sorgen, dass sie vor unerwünschten Inhalten geschützt sind. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, verwenden viele Eltern spezialisierte Software zum Schutz von Kindern im Internet, die nicht nur den Zugriff auf unerwünschte Sites beschränkt, sondern auch vor Gefahren warnt, über die Eltern unbedingt Kenntnis haben sollten (beispielsweise, wonach das Kind im Netz sucht und mit wem es kommuniziert). Überdies gibt sie Verhaltensratschläge für die ein oder andere Situation.

In der Produktlinie von Kaspersky Lab sind das Modul „Kindersicherung“ als Teil der Schutzlösungen oder die separate Lösung Kaspersky Safe Kids für die Sicherheit von Kindern im Netz verantwortlich. Um aktuelle Bedrohungen immer erkennen zu können, sammeln die Produkte anonym statistische Daten über potentiell gefährlichen Content, mit dem der Nachwuchs konfrontiert wird. Im Rahmen des vorliegenden Berichts analysieren wir die gesammelten Daten, um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, was das moderne Kind im Internet interessiert.

Erstellung der Statistik

Die Lösungen von Kaspersky Lab scannen den Inhalt von Webseiten, auf die das Kind versucht zu gelangen. Gehört die Website zu einer der vierzehn unerwünschten Kategorien, sendet das Modul eine Mitteilung an das Kaspersky Security Network (dabei werden keinerlei persönliche Nutzerdaten übermittelt und die Privatsphäre wird nicht verletzt). An dieser Stelle sind zwei wichtige Aspekte zu erwähnen:

  • Alle Eltern entscheiden individuell, den Content welcher Kategorien sie sperren lassen wollen und konfigurieren dementsprechend die Schutzlösung. Eine anonyme Statistik wird allerdings für alle 14 Kategorien erstellt.
  • Statistische Daten werden nur von Computern unter Windows und von Macs erhoben, die mobile Statistik fließt nicht in diesen Bericht mit ein.

Derzeit filtern die Produkte, die das Modul „Kindersicherung“ enthalten, die Websites nach den folgenden Kategorien:

Aus dieser Kategorienliste haben wir die sieben gemäß unserer Statistik populärsten Kategorien ausgewählt. Auf die übrigen Kategorien entfällt ein nur geringer Anteil der Alarme unseres Moduls „Kindersicherung“ (insgesamt weltweit 0,84%), daher werden wir ihnen an dieser Stelle keine Aufmerksamkeit widmen.

Weltkarte

Zunächst einmal richten wir unser Augenmerk darauf, welche Kategorien unter Kindern weltweit am populärsten sind (nach Anteil der Nutzer, die Sites der entsprechenden Kategorien besucht haben, an allen Nutzern des Moduls „Kindersicherung“ und des Produkts Safe Kids weltweit).

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der Benachrichtigungen des Moduls „Kindersicherung“ und des Produkts Safe Kids nach 14 Website-Kategorien, Mai 2016 bis Mai 2017

Diese Verteilung der unter Kindern beliebtesten Kategorien zeigt, dass die Kommunikation in sozialen Netzwerken, IM-Systemen und in Chats nach wie vor der Hauptzeitvertreib von Kindern im Internet ist. Erschreckend ist, dass Kinder ein immer größeres Interesse an Inhalten der Kategorie „Alkohol, Tabak, Betäubungsmittel“ zeigen (14,13 gegenüber 9,12 Prozent im Vorjahresbericht), wodurch die Kategorie „Computerspiele“ auf den dritten Platz verdrängt wurde. Die Kategorie „Software, Audio, Video“ (6,23%) hat mit der Kategorie „E-Commerce“ (4,45%) die Plätze getauscht, die den vierten Platz räumte.

Diese Daten spiegeln die weltweite Situation wider. Doch in den einzelnen Regionen kann es durchaus anders aussehen – und es sieht tatsächlich anders aus! Schauen wir uns einmal genauer an, was die Kindern an den unterschiedlichen Enden der Welt interessiert und versuchen wir zu ergründen, woher dieses Interesse rührt.

Unterschiede nach Regionen

Für unsere Untersuchung haben wir sechs der populärsten Kategorien ausgewählt. Die Kategorie „Obszönität“ blieb dabei unberücksichtigt, da derartiger Content auf jeder beliebigen Website vorkommen kann und es sich nicht um ein ausgewiesenes Interessensgebiet von Kindern handelt.

Zum Vergleich haben wir sieben Regionen ausgewählt (die Sprachen aller unten aufgezählten Länder werden von der Software von Kaspersky Lab zum Schutz von Kindern im Internet unterstützt):

  • Nordamerika (USA, Kanada)
  • Westeuropa (Österreich, Belgien, Großbritannien, Irland, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Frankreich, Schweiz, Dänemark, Schweden, Spanien, Italien)
  • GUS (Russland, Weißrussland, Kasachstan)
  • Lateinamerika (Argentinien, Brasilien, Haiti, Guatemala, Honduras, Dominikanische Republik, Kolumbien, Mexiko, Panama, Uruguay, Chile, Ecuador, Puerto-Rico, Venezuela)
  • Asien (China, Singapur, Hongkong, Macao, Taiwan, Japan, Korea)
  • Arabische Welt (Algerien, Bahrain, Dschibuti, Ägypten, Iran, Irak, Jordanien, Kuwait, Libyen, Sudan, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen, Saudi-Arabien)
  • Ozeanien (Australien, Neuseeland)

Herausgekommen ist die folgende Verteilung der Interessen nach Regionen:

Was Kinder im Netz interessiert

Werte der ТОР 6 der Website-Kategorien in den verschiedenen Regionen, Mai 2016 bis Mai 2017

In Westeuropa, Nordamerika und Ozeanien sind die Kinder fast so häufig in sozialen Netzwerken unterwegs und kommunizieren via Messenger wie sie Websites besuchen, die sich mit Tabak, Alkohol und Betäubungsmitteln beschäftigen. In den arabischen Ländern besuchen die Kinder häufiger als irgendwo anders auf der Welt von ihren Computern aus soziale Netzwerke. Und in Asien zeigen die Kinder im weltweiten Vergleich das größte Interesse an Porno-Sites und am Online-Shopping.

Die Interessen der Kinder aus der GUS und aus Lateinamerika sind sich sehr ähnlich – es überwiegt die Kommunikation im Netz, doch in der GUS ist der prozentuale Anteil hier etwas geringer. Die Kategorie Alkohol und Tabak belegt in diesen Regionen mit großem Abstand den zweiten Platz hinter den sozialen Netzwerken. Die Kategorie Computerspiele befindet sich auf Platz drei.

Schauen wir einmal, womit diese Lage der Dinge zusammenhängt, indem wir jede der sechs Kategorien einzeln betrachten.

Unterschiede nach Ländern

Um zu verstehen, auf welcher Grundlage diese Interessenverteilung der Kinder in verschiedenen Regionen basiert, haben wir uns aus jedem Teil der Erde einige Länder herausgepickt und sie hinsichtlich der sechs populärsten Kategorien näher unter die Lupe genommen. Wie auch bei der obenstehenden Grafik haben wir zum Vergleich den Anteil der Nutzer herangezogen, die Websites einer bestimmten Kategorie besucht haben, an der Gesamtmenge der Nutzer des Moduls „Kindersicherung“ und des Produkts Safe Kids.

Beginnen wir mit dem Spitzenreiter des Ratings, der Kategorie „Kommunikation im Netz“.

Kommunikation im Netz

Seit dem vergangenen Jahr zeichnet sich eine Tendenz zur verminderten Nutzung sozialer Netzwerke via Computer ab. So ist beispielsweise in Großbritannien die Zahl der Besuche von Seiten sozialer Netzwerke um mehr als 10 Prozent zurückgegangen, in den USA waren es fast 15 Prozent. Wir haben das bereits damit erklärt, dass es bequemer ist, soziale Medien über das Mobiltelefon zu nutzen, da es so möglich ist, durchgehend online zu sein.

Was Kinder im Netz interessiert

Popularität der Kategorie „Kommunikation im Netz“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Doch in einigen Ländern, in denen das mobile Internet nicht so gut ausgebaut ist oder Eltern es aus unterschiedlichen Gründen nicht eilig haben, ihren Sprösslingen ein Smartphone zu kaufen, ist der PC nach wie vor die Kommunikationsplattform Nummer eins.

Die Grafik zeigt, dass die geringsten Anteile von Besuchen sozialer Netzwerke via Computer auf Großbritannien (20,57%), China (26,11%), die USA (27,68%) und Deutschland (28,49%) entfallen. Die höchsten Werte sind diesbezüglich in Ägypten (88,12%), Saudi-Arabien (82,99%) und Mexiko (77,70%) zu verzeichnen, wo Kinder nach wie vor bevorzugt mit Hilfe des Computers kommunizieren.

Die unter Kindern verschiedenster Regionen beliebtesten sozialen Netzwerke sind Facebook, Twitter, Pinterest, Google+ und – was merkwürdig ist – Instagram, obwohl dieses Portal fast vollständig auf mobile Geräte zugeschnitten ist. So ist es zum Beispiel nicht möglich, vom Computer aus Fotos zu publizieren (nur mit Hilfe von Websites und Apps von Drittentwicklern).

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der weltweiten sozialen Netzwerke in den verschiedenen Regionen nach Popularität, Mai 2016 bis Mai 2017 (Anteil an der Gesamtzahl der Nutzer der fünf sozialen Netze)

Unter den weltweit populären sozialen Netzwerken geben die Nutzer fast überall auf dem Globus Facebook den Vorzug. Doch es gibt auch Länder, in denen regionale soziale Netzwerke beliebter sind. So sind beispielsweise der chinesische Mikrobloggingdienst Sina Weibo und das chinesische soziale Netzwerk Kaixin001 in China wesentlich populärer als die westlichen Konkurrenten.

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der sozialen Netzwerke in China nach Popularität, Mai 2016 bis Mai 2017 (im Vergleich zu den ausgewählten fünf populären sozialen Netzen)

In Japan wiederum bevorzugen die Kindern, bei denen die „Kindersicherung“ von Kaspersky Lab installiert ist, Twitter und Facebook – obwohl es dort auch das große und beliebte Netzwerk mixi gibt:

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der sozialen Netzwerke in Japan nach Popularität, Mai 2016 bis Mai 2017 (im Vergleich zu den ausgewählten fünf populären sozialen Netzen)

In Russland nutzen die Kinder in erster Linie nationale soziale Netzwerke, wie z.B. „VKontakte“ und „Odnoklassniki“.

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der sozialen Netzwerke in Russland nach Popularität, Mai 2016 bis Mai 2017 (im Vergleich zu den ausgewählten fünf populären sozialen Netzen)

Soziale Netzwerke und Messenger sind sehr bequeme Medien zur Kommunikation, Kontaktaufnahme und für den Informationsaustausch. Viele soziale Netzwerke sind nicht auf diese Funktionen allein beschränkt, sondern bieten auch die Möglichkeit, Musik zu hören, Videos anzuschauen und sogar irgendwelche Dinge zu kaufen oder zu verkaufen. Dabei wird fast der gesamte Inhalt, der in sozialen Netzen veröffentlicht wird, von den Nutzern selbst erstellt. Und genau damit gehen auch bestimmte Bedrohungen und Gefahren einher, die ein Kind, das auf eine derart rohe digitale soziale Umgebung nicht vorbereitet ist, betreffen können.

In einem sozialen Netzwerk gibt es zwei Arten von Bedrohungen, die inhaltliche und die soziale. Zu der inhaltlichen gehören verschiedenartige Veröffentlichungen und Communities, die z.B. Pornografie, Darstellungen von Gewalt, Informationen über Drogen usw. enthalten. Zu den sozialen Bedrohungen kann man solche Erscheinungen wie etwa Cyberbullying, Trolling, Sexting und „Sextortion“ zählen, aber auch psychologische Manipulation durch Sektenmitglieder, die das Ziel verfolgen, ihre Reihen zu füllen, indem sie sich die Vertrauensseligkeit von Kindern zunutze machen. Auch die Betrüger, denen es ums Geld geht und die Kinder dazu benutzen, Geld von ihren Eltern zu stehlen, sollte man an dieser Stelle nicht vergessen.

All diese Gefahren lassen sich umschiffen, wenn man nicht nur darauf achtet, wofür sich der Nachwuchs im realen Leben interessiert und mit wem er kommuniziert, sondern auch in den sozialen Netzwerken. Eltern sollten ihren Kindern nicht nur die Verhaltensregeln in der Öffentlichkeit nahebringen, sondern ihnen auch erklären, wie sie sich in der digitalen sozialen Umwelt richtig verhalten, denn auch das ist ein öffentlicher Raum.

Alkohol, Tabak, Betäubungsmittel

Die nächste Kategorie, die wir behandeln, nimmt unter Kindern an Popularität zu: Alkohol, Tabak und Betäubungsmittel.

Was Kinder im Netz interessiert

Popularität der Kategorie „Alkohol, Tabak, Betäubungsmittel“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Auf Platz eins unter den Ländern, in denen sich diese Kategorie der größten Beliebtheit erfreut, befindet sich Großbritannien (37,56%), gefolgt von Kanada (34,32%) und den USA (31,92%). Wir nehmen an, dass derartig hohe Beliebtheitswerte damit zusammenhängen, dass Kinder in diesen Ländern häufig mit dem Konsum von Tabakwaren oder Alkohol konfrontiert werden, in Kinofilmen etwa, und dann versuchen weitere Informationen dazu im Internet zu finden. Ähnlich verhält es sich mit Drogen, zumal in einigen Bundesstaaten der USA Marihuana legal ist.

Im vergangenen Jahr stellten wir bereits eine Tendenz zur Häufung von Alarmen aufgrund dieses gefährlichen Themas fest und erklärten diesen Trend damit, dass die Thematik Alkohol, Tabak und Drogen aufgrund ihrer Präsenz in Blogs, Filmen, Musik zum Teil der Jugendkultur geworden ist. Und im vergangenen Jahr hat es das „alternative“ Rauchen unter Jugendlichen zu großer Beliebtheit gebracht – gemeint sind E-Zigaretten, elektronische Vorrichtungen also, mit denen man aromatisierten Dampf inhalieren kann.

Was Kinder im Netz interessiert

Bisher ist noch nicht endgültig erforscht, inwiefern diese Alternative schädlich für den Organismus ist, doch wir haben beschlossen, sie innerhalb der Kategorie „Alkohol, Tabak, Betäubungsmittel“ zu berücksichtigen. Das hatte zur Folge, dass die Kategorie um das Thema „E-Zigaretten“ erweitert wurde und die Gesamtzahl der Alarme bei dieser Kategorie stieg, was sich in der Statistik widerspiegelt.

Computerspiele

Spiele sind ein nicht wegzudenkender Teil der Kindheit. Doch Computerspiele ziehen nicht nur Kinder in ihren Bann, sondern auch viele Erwachsene. Wer in irgendein Spiel eintaucht, widmet sich nicht die ganze Zeit ausschließlich dem Prozess des Spielens, sondern interessiert sich auch für verschiedenste „Moden“, „Codes“ und „Vorgänge“ im Internet.

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Popularität der Kategorie „Computerspiele“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Das größte Interesse an Computerspielen haben die Kinder in Großbritannien (26,43%), Kanada (24,95%), Australien (19,60%) und den USA (19,11%) gezeigt. In Ägypten (1,66%), Saudi-Arabien (3,59%) und Italien (4,97%) verbringen die Kinder ihre Zeit lieber in sozialen Netzwerken als mit Computerspielen.

Um einen vollständigen Überblick darüber zu erhalten, für welche Gaming-Sites sich Kinder auf der ganzen Welt interessieren, haben wir die (laut Daten unserer Nutzer) populärsten ausgewählt und geschaut, in welchen Regionen der Welt sich welche besonderer Beliebtheit erfreuen.

Was Kinder im Netz interessiert

Verteilung der Gaming-Websites in verschiedenen Ländern nach Popularität, Mai 2016 bis Mai 2017

Es hat sich gezeigt, dass in allen Regionen, die Länder der GUS und Asien ausgenommen, Kinder von allen Online-Spielen am häufigsten die Website von Roblox besuchen, ein Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (MMORPG). Eine unkontrollierte Beschäftigung mit solchen Spielen kann zu Erschöpfungszuständen, zu Störungen des Sozialverhaltens und zu psychischen Problemen führen. Allerdings gibt es auch bei den MMORPG Unterschiede, und Roblox kann, ebenso wie das allseits bekannte Spiel Minecraft, zur Entwicklung des kreativen Denkens und des räumlichen Vorstellungsvermögens des Kindes beitragen. Doch wie sinnvoll ein Spiel auch immer sein mag, Eltern sollten in jedem Fall die Zeit kontrollieren, die ihr Kind dem Spielen online widmet, um zu verhindern, dass es abhängig wird.

Was Kinder im Netz interessiert

In den GUS-Staaten und in Asien ist Steam die von Kindern am häufigsten besuchte Website aus der Kategorie Computerspiele – ein riesiger Online-Shop und Gaming-Community, gleichzeitig auch ein Client für den PC. Letzterer ermöglicht es, Spiele zu laden und zu starten, Rezensionen zu schreiben, mit Spielkarten zu handeln usw. In der Statistik wird die Interaktion von Spieler und Steam-Client nicht berücksichtigt, deshalb ist die tatsächliche Beliebtheit von Steam vermutlich höher. Doch das Problem liegt darin, dass man über Steam absolut jedes beliebige Spiel spielen kann – auch solche, die für Kinder nicht geeignet sind. Andererseits macht uns die Popularität der Spiele Roblox und Minecraft Hoffnung, die in manchen Ländern sogar im Schulunterricht eingesetzt werden.

Software, Audio, Video

Zu dieser Kategorie gehören Websites, auf denen man online Musik hören oder Filme anschauen kann, Videos auf Youtube, Cloud-Speicher für verschiedene Programme, Torrent-Sites und vieles mehr.

Was Kinder im Netz interessiert

Popularität der Kategorie „Software, Audio, Video“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Die meiste Zeit verbringen Kinder in China beim Anschauen von Videos und Musikhören. Die am häufigsten besuchte Website dieser Kategorie im chinesischen Internet ist Kuwo.cn (Online-Musik).

Was Kinder im Netz interessiert

YouTube ist, wie auch im vorangegangenen Jahr, die weltweit am häufigsten besuchte Site aus dieser Kategorie. In den westlichen Ländern ist Netflix (Anbieter von Filmen und Serien) äußerst populär. Und in der GUS erfreuen sich nach wie vor Websites der größten Beliebtheit, auf denen man kostenlos online Filme und Zeichentrickfilme angucken kann und die nicht ganz legal sind, ebenso wie Torrent-Tracker. Das alles ist keinesfalls immer sicher, denn zusammen mit Filmen oder Raubkopien irgendeiner Softwareversion kann man sich auch Schadprogramme auf den Computer laden.

Und was Websites wie YouTube betrifft, so sollte man sich nicht einbilden, sie seien für Kinder völlig unbedenklich.

E-Commerce

Jahr für Jahr eröffnen immer mehr traditionelle Geschäfte Dependancen im Internet, und viel Shops gibt es ausschließlich im Netz. Was könnte bequemer sein als vom Sofa aus mit nur ein paar Klicks jede beliebige gewünschte Sache auszusuchen und zu bezahlen. Der Meinung sind auch Kinder in vielen Ländern der Welt.

Was Kinder im Netz interessiert

Popularität der Kategorie „E-Commerce“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Kinder aus China (15,44%) und Japan (13,93%) zeigen häufiger ein Interesse an Online-Käufen als ihre Altersgenossen in anderen Ländern. Ihre beliebtesten Websites aus dieser Kategorie sind: aliexpress.com, amazon.co.jp und die japanische Site rakuten.ne.jp. Bei Kindern in Europa und den USA ist Ebay besonders beliebt. Bei allen aufgezählten Websites handelt es sich um Internet-Märkte, auf denen man praktisch alles bekommt, was das Herz begehrt.

Eltern raten wir selbstverständlich, die Aktivität ihrer Accounts bei Online-Shops zu kontrollieren und sich nach Kaufabschluss auszuloggen. In vielen Online-Shops werden nämlich die Bezahldaten des Käufers unter „Mein Konto“ gespeichert, damit er sie das nächste Mal nicht erneut eingeben muss. Das heißt also, dass jeder, der sich unter dem Account bei einem Online-Shop einloggt mit zwei Klicks jede beliebige Bestellung bezahlen kann, ohne die Kartendaten kennen zu müssen. Damit das nicht passiert, sollte man sich entweder unbedingt abmelden und dabei das Passwort nicht im Browser speichern, oder die Bezahldaten nach jedem Kauf löschen (bzw. der Speicherung nicht zustimmen). Es ist überhaupt empfehlenswert, zwei verschiedene Benutzerkonten für sich und das Kind im Betriebssystem einzurichten, damit die Daten der Eltern (Passwörter für Websites, Browserverlauf, Bankkartendaten) nicht in die Hände des Kindes geraten.

Inhalte für Erwachsene

Als letzte betrachten wir die Kategorie „Inhalte für Erwachsene“. Insgesamt hat die Aufgabe, Kinder vor Erwachsenen-Themen zu schützen, wie etwa dem Thema Sex, nie an Aktualität verloren. Doch mit dem Erscheinen des Internets ist verschiedenster erotischer und pornografischer Content so problemlos verfügbar geworden wie nie zuvor, und Kinder wissen das. Andererseits ist es schwer vorstellbar, dass ein Kind sich den ganzen Tag Porno-Sites anguckt, daher sind die Werte der Kategorie „Inhalte für Erwachsene“ nicht so sehr hoch.

Was Kinder im Netz interessiert

Popularität der Kategorie „Inhalte für Erwachsene“ in verschiedenen Ländern, Mai 2016 bis Mai 2017

Unseren Daten zufolge sind „Inhalte für Erwachsene“ für Kinder immer weniger interessant, doch wie wir bereits in unserer Analyse für das vorangegangene Jahr gewarnt haben, heißt das nicht automatisch, dass Kinder nun weniger Porno-Sites besuchen. Möglicherweise läuft das zunehmend über mobile Geräte.

In China (8,82%) und Japan (5,66%) zeigen Kinder im Vergleich zu anderen Ländern und Regionen ein auffallend großes Interesse an nicht jugendfreiem Content. Eventuell tragen daran die in Asien äußerst populären erotischen Comics und Zeichentrickfilme die Schuld. In Japan etwa gibt es riesige Shops, die entsprechende Waren anbieten. Am wenigsten interessieren sich Kinder und Jugendliche in Saudi-Arabien (0,23%) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (0,16%) für Pornografie, was vermutlich mit den strengen kulturellen Traditionen der arabischen Gesellschaft zusammenhängt.

Fazit

Die vom Kaspersky Lab-Team erstellte Statistik zeigt, dass es in hohem Maße davon abhängt, ob Kinder mit dem PC auf Websites verschiedener Thematiken surfen, wie gut die Internet-Infrastruktur in der Region entwickelt ist, in der sie leben. Weitere Faktoren sind die finanziellen Möglichkeiten der Eltern und kulturelle Besonderheiten.

Eine Tendenz zur steigenden Beliebtheit von Smartphones und Tablets beobachten wir schon seit einigen Jahren. Heute kann fast jedes Kind, das Zugriff auf ein Tablet oder Telefon hat, schon von klein auf besser damit umgehen als mit einem PC. Das wiederum heißt, dass weder die Entwickler von Software zum Schutz von Kindern im Internet noch die Eltern hinter der technologischen Entwicklung der Kinder zurückbleiben dürfen.

Allerdings sollten sich Eltern nicht allein auf technische Mittel verlassen. Sie müssen nicht nur den Aufenthalt ihrer Kinder im Internet kontrollieren, sondern auch die digitale Kompetenz weiterentwickeln – sowohl die eigene als auch die des Kindes. Zudem sollten sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Kind aufbauen, denn wenn es dafür ausgeschimpft wird, dass es sich in sozialen Netzwerken herumtreibt, so wird es sich aus Angst nicht hilfesuchend an die Eltern wenden, wenn eine gefährliche Situation eintritt, und bleibt dann vielmehr mit seinem Problem allein.

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