Was bringt der „Hackerparagraph“?

Sie haben es vielleicht schon gelesen – der „Hackerparagraph“ tritt in Kraft. Falls nicht, hier eine kurze Zusammenfassung worum es geht: Seit letztem Herbst wird von allen Seiten leidenschaftlich für bzw. gegen eine Strafgesetzänderung argumentiert, die Computernutzer schützen und Hackern mit kriminellen Absichten das Leben erschweren soll. Hauptstreitpunkt ist dabei Paragraph 202c, der die Verbreitung, Herstellung und den Besitz von Programmen verbietet, wenn deren Zweck im Begehen von Straftaten liegt.

Kritiker des neuen Gesetztes fürchten nun, dass damit auch das Verschicken von Rootkits, Trojanern und ähnlichen Programmen an Antivirenunternehmen als Straftat ausgelegt werden könnte – , ebenso wie der Besitz solcher Programme zur Analyse. Besonders groß ist die Sorge bei Penetrationstestern, die „Hackertools“ benötigten, um so im Auftrag von Kunden deren Systeme auf Schwachstellen zu untersuchen. Und letztlich kam auch wiederholt die Frage auf, ob nun auch Linux-Distributionen illegal sind, da sie üblicherweise auch Netzwerk-Sniffer wie „Wireshark“ mitbringen – ein Programm, mit dem Administratoren sowohl ihre eigenen Netzwerke auf Konfigurationsfehler oder Eindringlinge checken , theoretisch aber auch andere Netzwerke damit ausschnüffeln können.

Befürworter des Gesetzes weisen darauf hin, dass durch eine Zusatzerklärung zum Gesetz bereits dafür gesorgt sei, dass niemand mit einer Strafe zu rechnen habe, wenn er nichts Böses im Schilde führe.

Das Problem: Auch jetzt noch vertreten Anwälte verschiedene Ansichten zu diesem Gesetz. Einige sagen „kein Problem“, andere hingegen warnen vor bleibender Rechtsunsicherheit für alle, die beruflich auf den die umstrittenen Programme angewiesen sind.

Und wenn Anwälte sich schon nicht einig sind, bleibt abzuwarten, wie viele Interpretationsmöglichkeiten in Zukunft die Richter sehen, wenn „202c“ zur Anwendung kommt. Bis dahin können wir nicht mehr tun als abzuwarten, und interessiert zu beobachten, was die Zukunft bringt.

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