Spam im Februar 2006

Besonderheiten des Monats

Traditionell ist der Februar bzgl. Spam ein Monat der Angebote von Geschenken und Souveniren. Valentinstag, 23. Februar und der 8. März bleiben von den Spammer nicht unbeachtet, und nach einer kurzen Verschnaufpause im Januar beginnt eine neue Welle von Versand mit „Geschenken“. Der Februar dieses Jahres war hier keine Ausnahme.

Was wird von den Spammern nicht alles als ideales Geschenk angepriesen: von bereits lästig gewordenen Armbrüsten, der Klärung der Entstehungsgeschichte von Familiennamen und Erstellung eines Stammbaumes bis hin zu Touren „Auf den Spuren russischer Märchen“ und VIP-Galoschen.

Subject: Galoschen als Geschenk zum 23. Februar

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Übrigens, vor dem Hintergrund des nicht aufhörenden Festtagsfiebers vergessen die Spammer dennoch nicht den Alltag. Gerade der Februar ist für die Spammer der Beginn des Arbeitsjahres mit der Aktivierung von Sendungen aller Themen. Der Spam-Anteil stabilisierte sich in diesem Monat und erreichte ein mittleres Niveau – 72 – 80 % des gesamten E-Mail-Verkehrs.

Dennoch erfreute der Februar nicht nur mit Ideen darüber, wie man den nächsten Verwandten und Bekannten zu den Feiertagen eine Freude bereiten kann. In diesem Monat erfolgten einige Sendungen mit unangenehmen Angeboten: den Konkurrenten mit Schmutz bewerfen, in seinem Namen und von seiner Adresse aus kompromittierende Sendungen verschicken, dem Kunden ein falsches Alibi verschaffen. Obwohl im Ganzen gesehen der Anteil von derartigen Angeboten relativ gering war, kann man sich nur darüber wundern, inwieweit unmoralische Angebote im Spam zu finden sind.

Spammer und Werbetechnologien

Spammer versuchen, sich moderne Werbetechnologien anzueignen. Bisher haben sich mit dem Spam-Versand größtenteils Leute beschäftigt, die keine Werbespezialisten waren. Das Niveau und die Qualität der Werbetexte, Design und farbliche Gestaltung im Spam waren primitiv, alle Werbeneuerungen des 20. Jahrhunderts gingen buchstäblich an den Spammern vorbei.

Doch im Februar stellten die Spam-Analytiker von „Kaspersky Lab“ einen Spam-Versand fest, der auf einem höheren professionellen Niveau (die Rede ist hier ausschließlich vom Niveau der Werbevorbereitung) erstellt wurde. Das war die Werbung zum Roman „Die Kinder der Toten“.

Dies ist eine langgezogene Spam-Kampagne, d.h., sie durchlief in 3 Wochen 3 Etappen. Jede Etappe wurde unter einem anderen Motto durchgeführt („Bald werden sie erscheinen“, „Die Kinder der Toten: Gänsehaut von diesen Nachrichten“, „Die Kinder der Toten sind schon erschienen“). Alle 3 Etappen zeichnen sich durch eine einheitliche Designlösung aus, vollauf sachkundig und professionell.

Der Link im Spam führt auf eine Seite, die dem Buch „Die Kinder der Toten“ gewidmet ist, kaufen kann man das Werk dann auf der Seite des Konzerns „Sojus“, wohin der Link von der durch den Spammer beworbenen Seite führt.

Dieser Fakt zwingt dazu, noch einmal über die Ethik der Verbreitung von Werbung mit elektronischen Kommunikationsmitteln nachzudenken. Es ist erstaunlich, dass eine große Firma, auf deren Seite das Motto steht „Kaufen Sie ein lizenziertes Produkt in Firmenläden“ (Fettschrift durch uns) es nicht für anstößig hält, Spam als Mittel der Warenbewegung zu nutzen.

Spam-Anzahl

Im Februar 2006 schwankte der Spam-Anteil in den üblichen Grenzen von 72 – 80 % des gesamten E-Mail-Verkehrs. Das entspricht ungefähr dem Spam-Anteil, der im Februar 2005 festgestellt wurde.

Die Spam-Verteilung insgesamt zeigt Stabilität. Ungeachtet dessen, dass der Spam-Anteil an einigen Tagen 89 % erreichte und zweimal auf 62%fiel, ist die allgemeine Grafik relativ „eben“.

Thematische Spam-Verteilung

Im Februar stabilisierte sich nicht nur die anteilige, sondern auch die thematische Verteilung von Spam.

Im Vergleich zum Januar verringerte sich die Anzahl von betrügerischen Sendungen spürbar. Wahrscheinlich kann man von einem lokalen Ausbruch derartigen Spams im Januar reden, der möglicherweise mit der Verringerung der Spam-Anzahl zu anderen Themen im Januar verbunden ist.

Wenn der Januar für Spammer eher eine Verschnaufpause zwischen den Feiertagen darstellt, so ist –wie bereits festgestellt – die Februarwerbung voll mit Angeboten von Geschenken und Souveniren zu den Feiertagen. Dementsprechend wuchs der Anteil des Themas „Waren und Dienstleistungen“ gravierend – von 13,9 % im Januar auf 25,1 % im Februar.

Vergleicht man die thematische Spam-Verteilung in diesem Monat mit der Situation im Februar des vergangenen Jahres, so kann man eine wesentliche Senkung der Anzahl von Spam „für Erwachsene“ feststellen. Ende 2004 – Anfang 2005 betrug der Anteil dieser Thematik durchschnittlich ca. 15 – 17%. Ein plötzlicher Rückgang des Anteils von Spam „für Erwachsene“ erfolgte genau im letzten Februar / März und jetzt sind schon ungefähr ein Jahr lang 5 – 7 % die besondere Norm für diese Spam-Art.

Der Anteil betrügerischer Spam-Mails (Spam) dagegen wuchs im vergangenen Jahr. Im Februar 2005 betrug der Anteil von Spam zum Thema „Computerbetrug“ 9,3 %, aber in diesem Jahr erreicht der Wert 16,6 %, d.h., zu diesem Thema ist ein Wachstum um mehr als das 1,5-fache zu verzeichnen.

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