Spam im April 2006

Besonderheiten des Monats

  1. Im April wurde das Maximum in der anteiligen Verteilung von Spam registriert – 89,9 % des gesamten E-Mail-Verkehrs. Das ist der höchste Messwert seit Beginn des Jahres 2006.
  2. „Pharmazeutische“ Sendungen (billiges Viagra, Cialis usw.) verzeichneten ein schlagartiges Wachstum.
  3. Die Spammer versuchen, die Aufmerksamkeit der Nutzer durch besondere E-Mail-Themen zu wecken.

Spam-Anzahl

Im April 2006 blieb der Spam-Anteil auf dem Niveau, das im Vormonat festgestellt wurde. Außerdem wurden von den Analytikern „Kaspersky Lab“s einige Massenspam-Angriffe am 8.- 9., 13.und 22.-23. April konstatiert. Der festgestellte maximale Wert der Spam-Anzahl erreichte 89,9 % vom gesamten E-Mail-Verkehr (13. April).

Thematische Spam-Verteilung

Die thematische Spam-Verteilung im April 2006 kann durch das folgende Diagramm illustriert werden:

Verteilung der Spam-Themen im RuNet im April 2006

Die thematische Verteilung von Spam blieb im April stabil. Der Anteil des Themas „Erholung und Reisen“ verringerte sich geringfügig um 3,4 %, dafür zeigen die Themen „Bildung“ und „Computerbetrug“ einen kleinen Anstieg um 2 – 4 %.

Eine rasante Dynamik demonstrieren nur 2 Themen, und für beide ist diese positiv, d.h., ihr Anteil am Gesamtumfang von Spam wächst. Es sind die Bereiche „Medikamente, Waren und Dienstleistungen für die Gesundheit“ und „Andere Waren und Dienstleistungen“.

Die Spammer erweitern Anzahl und Umfang der Sendungen mit Angeboten verschiedener pharmazeutischer Präparate – v.a. von Präparaten zur Steigerung der Potenz und Libido. Es scheint, dass man diese Spam-Art bald einer gesonderten Kategorie zuordnen kann: „Tabletten für Sex“.

Eingeteilt wird sie nicht nur nach dem beworbenen Produkt, sondern auch nach den funktionellen Möglichkeiten der Software, die zur Generierung des Inhalts der Spam-Mail genutzt wird.

Tatsächlich nutzen die Spammer in „pharmazeutischen Sendungen“ spezielle Software, die es erlaubt, mithilfe der Mittel von HTML Millionen unikaler Mitteilungen im Rahmen eines Spam-Versandes zu generieren. Diese Sendungen fallen außerdem durch eine Fülle verstümmelter Bezeichnungen pharmazeutischer Produkte auf. Im Rahmen einer Sendung kann man einige Hundert Varianten der Schreibweise des Wortes „Viagra“ finden. Aufgeboten wird alles:

Absichtliche Druckfehler, Auseinanderreißen von Buchstaben innerhalb eines Wortes durch Leerzeichen, durch „Unterstrich“, Austausch von Buchstaben durch Symbole (z.B. „1“ statt „i“, @ anstelle von „a“ usw.).

Was das Thema „Andere Waren und Dienstleistungen“ betrifft, so ist sein Wachstum bedingt durch die Zunahme von Angeboten aller möglichen Waren, von denen man viele zu Recht als „erstaunlich“ bezeichnen kann. So z.B. Kopien von Museumsexponaten antiker Mosaiken, eine Taschenlampe mit Dynamo, ein Spaten, der die Eigenschaften eines Bajonetts mit denen einer Schaufel vereint, und viele andere.

Spammeranwendungen und –methoden

Die Spammer setzen fort, mit den Betreffs der E-Mails zu experimentieren. Die Praxis zeigt, dass viele Nutzer, die sich nur am Betreff orientieren, offensichtlichen Spam löschen, ohne ihn gelesen zu haben. Folglich bemühen sich Spammer, entweder den Betreff zu tarnen, indem man ihn zum Betreff eines persönlichen bzw. geschäftlichen Briefes macht, oder den Betreff durch ein unerwartetes Wortspiel, einen effektiven Slogan o.ä. hervorhebt. Diese Methoden müssen die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich ziehen und zwingen ihn dazu, die Mitteilung zu öffnen und zu lesen.

Über die Tarnung als Antworten und den Versand persönlicher E-Mails haben wir schon geschrieben, weil diese Methode bereits seit Ende letzten Jahres aktiv genutzt wird.

Führen wir weitere Beispiele unerwarteter Betreffs an:

  1. Eine Familie aus Tschernobyl stiehlt Gurken.
  2. Klette oder Rübe? Was schenkt man der Frau?
  3. Genmanipulierter Döner vergiftete Krähe
  4. Moskauer Mausoleum zu McDonalds umgerüstet
  5. Kreuzschlitzschraubenzieher als Waffe zur Jagd auf Auerhähne
  6. 20 Chinesen lebten illegal in Taschenrechnerkarton der Marke Citizen

Der Spam-Versand, dem diese Betreffs entnommen wurden, enthielt im Text nur einen Link auf eine Werbeseite.

Gerechtigkeitshalber führen wir hier an, dass sich die Spammer diese Betreffzeilen nicht selbst ausgedacht haben, sondern aus dem Internet entnahmen, es ist also ein reines Plagiat.

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