Organspende mit Lieferung frei Haus

Ein Liebesversprechen im Tausch gegen die Bezahlung der Reisekosten zum Wohnort des potentiellen Bräutigams ist ein weit verbreiteter Ansatz im betrügerischen Spam. Wesentlich seltenen trifft man in unerwünschten Mitteilungen auf „wohltätige“ Hilfsangebote, die sich dann aber als nicht wirklich kostenlos erweisen.

Ein gewisser Bewohner Odessas namens Alex erklärte in einer Mail, sich gegen eine nicht geringe Entlohnung als Organspender zu verdingen. In dem Schreiben informierte er den Empfänger über seinen Gesundheitszustand („nicht perfekt, aber sehr gut“), seine biometrischen Daten (Größe – 1,74 m, Gewicht – 63 kg) und sogar über seine Blutgruppe. Die Summe, für die der Mann aus Odessa bereit ist, eine Niere oder einen Teil seiner Leber herzugeben, wurde nicht genannt, aber die Hauptbedingung für die Organspende war, dass die Operation in einer europäischen Klinik durchgeführt würde.

Es ist komplett vorhersehbar, dass von Leuten, die auf diese Mitteilung reagieren und sich dazu entschließen, das überaus interessante Angebot anzunehmen, verlangt wird, dem potentiellen Spender eine nicht geringe Geldsumme vorzustrecken. Höchstwahrscheinlich wird der „Odessaner“ um einen Vorschuss auf die Reisekosten nach Europa bitten oder um Geld für die Durchführung zusätzlicher Analysen in qualifizierten Labors, und nach der Überweisung wird er zusammen mit dem erhaltenen Kapital verschwinden. Ehrlichkeit und Geschäfte, die aufgrund von Spam zustande kommen, sind zwei unvereinbare Dinge. Und man sollte erst recht überhaupt gar kein Risiko eingehen, indem man mit Betrügern in Verhandlungen tritt, wenn es dabei um die eigene Gesundheit oder das eigene Leben geht.

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