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Nigerianisches Gelübde

Die Geschichten der nigerianischen Spammer zeichnen sich oft durch das Vermögen aus, ein und denselben betrügerischen Schachzug in verschiedenen Kontexten auszuspielen. In der Mehrheit geht es dabei um überaus tragische Situationen, die mit irgendjemandes Tod oder politischen Unruhen zu tun haben. Daher kann das Begehren, sein Geld in gute, wenn auch fremde Hände zu geben, unerwartet kommen, wenn es dabei um die Einlösung eines Gelübdes geht, das Gott gegenüber abgelegt wurde.

Doch genau aus diesem Grund hat sich angeblich ein gewisser Ingenieur entschlossen, eine Viertelmillion Dollar einem zufällig ausgewählten Internetnutzer zukommen zu lassen. Der Legende zufolge hat er vor einiger Zeit einen einträglichen Auftrag in Australien ausgeführt, wurde für seine Leistungen allerdings nicht bezahlt. In seiner Verzweiflung versprach der Ingenieur dem lieben Gott, irgendjemandem 250.000 Dollar zu zahlen, wenn er je in Besitz seines ehrlich verdienten Geldes kommen sollte. Selbstverständlich musste diese Geschichte ein Happy End haben. Gerade erst vor wenigen Tagen stimmte die australische angeblich Regierung zu, ihre Schulden bei Mister Brady vollständig zu begleichen. Und nun möchte auch der glückliche Ingenieur sein Versprechen einlösen und die Summe von 250.000 Dollar einem Unbekannten auszahlen – bei dem es sich natürlich um den Empfänger des Briefes handelt.

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Und obgleich man bei Google unter der angegebenen Adresse eine Firma findet, die Herrn Brady gehört, sollte man die Mail mit dem Versprechen auf eine Viertelmillion Dollar nicht wirklich ernst nehmen. Auf den betrügerischen Charakter des Schreibens weist beispielsweise die Tatsache hin, dass der Gründer dieser großen Firma von der Domain fbi.gov aus schreibt.

Bleibt zu hoffen, dass sich niemand findet, der Mister Brady bei der Einlösung seines heiligen Gelübdes unterstützt und sich als zu Beschenkender zur Verfügung stellt. Denn ein Happy End für Betrüger erweist sich häufig als Tragödie für ihre Opfer.

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