AMTSO & CARO

In der ersten Maiwoche traf ein gewichtiger Teil der Antiviren-Community im sonnigen Budapest zusammen.
Der erste Punkt auf der Tagesordnung war der dritte, jährlich stattfindende CARO Workshop, an dem mehr als Hundert Virenforscher aus aller Welt teilnahmen.
Im Anschluss an diesen Workshop wurde eine Konferenz der AMTSO Mitglieder abgehalten. Diese Zusammenkunft mit rund vierzig Personen fand in deutlich kleinerem Kreis statt, darunter auch Dennis Nazarov und ich als Vertreter von Kaspersky Lab.
In unserem Gepäck hatten wir den Plan, über folgende vier Dokumente abstimmen zu lassen:

  1. Best Practices für die Validierung von Samples,
  2. Best Practices für Testverfahren bei In-the-Cloud Security-Produkten,
  3. Analyse von Bewertungsprozessen und
  4. Themen rund um das Erstellen von Schadprogrammen für Testzwecke

Nach einer Prüfung entschieden die Teilnehmer, dass der Text Themen rund um das Erstellen von Schadprogrammen für Testzwecke noch nicht ausgereift genug für eine Abstimmung sei. Hierbei handelt es sich um das bei weitem umstrittenste Dokument, das von der AMTSO ausgearbeitet wird.
Die Kluft zwischen denjenigen, für die das Modifizieren/Entwickeln von Malware für Testzwecke kein Problem darstellt und anderen, die lieber darauf verzichten möchten, ist enorm. Bis vor wenigen Jahren noch waren derartige Malware-Entwicklungen sowohl auf Grund technischer als auch wegen ethischer Bedenken ein absolutes Tabu. Inzwischen jedoch steigt die Anzahl der Personen, sich für diese Vorgehensweise aussprechen, unter der Voraussetzung, dass die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen sichergestellt sind.
Immerhin wurden die drei anderen Dokumente für abstimmungsreif erachtet und wurden zur Abstimmung vorgelegt. Alle Texte wurden angenommen. Das Dokument über die Sample-Validierung nimmt Bezug auf das wichtige Thema, dass sämtliche Dateien in einer Testreihe gültig sein müssen, d.h., dass keine Datenkorruption vorliegt.
Da in immer mehr Produkte sogenannte „Cloud-Funktionen“ integriert werden, stellt sich die Frage nach angemessenen Testverfahren für diese Produkte. Mit einer sich ständig verändernden Cloud ist das Reproduzieren von Testergebnissen keine adäquate Lösung. Unser Dokument enthält einige wichtige Anregungen zu diesem Thema.
Der Text mit den sicherlich größten Auswirkungen ist die Analyse von Bewertungsprozessen. Er liefert die Richtlinien, die die AMTSO bei der Analyse von veröffentlichten Testberichten beachten muss.
Ein Sonderausschuss wird Testberichte auf Basis der grundlegenden AMTSO Prinzipien für Testverfahren prüfen, um festzustellen, ob sie diesen entsprechen. Zwar arbeiten wir immer noch daran, einige der anderen betroffenen Prozesse effizienter zu gestalten, trotzdem sind wir alle von diesem Projekt schon jetzt restlos begeistert.
Die kürzlich veröffentlichten Dokumente können hier eingesehen werden.

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