Statistik: Alarme des Moduls „Kindersicherung“ in verschiedenen Ländern der Welt

Über die Komponente „Kindersicherung“ in unseren Produkten haben wir bereits berichtet. Zur Erinnerung: Mit Hilfe dieser Komponente können Eltern ihre Kinder besser vor den Gefahren beschützen, die der unkontrollierte Gebrauch von Computer und Internet mit sich bringt. Standardmäßig ist diese Komponente ausgeschaltet, die Eltern selbst aktivieren sie.

Die „Kindersicherung“ sieht eine vollständige Kontrolle der Bewegungen des Kindes im Netz vor – einen Zeitplan nach Tagen und Stunden, festgeschriebene Zeiten, in denen das Kind Zugriff auf das Internet erhält, Kontrolle und Speicherung der Korrespondenz des Kindes in Chats und sozialen Netzwerken und schließlich Zugriffsbeschränkungen für Websites mit für Kinder gefährlichen Inhalten.

Insgesamt gibt es in den Produkten von Kaspersky Lab 14 Kategorien solcher Websites. Die Eltern können selbst auswählen, zu welchen Arten von Websites sie ihrem Nachwuchs den Zugriff verbieten. Bei Aktivierung der Kindersicherung wird der Zugriff auf Webseiten der folgenden Kategorien automatisch eingeschränkt:

  1. Pornografie, Erotik
  2. Illegale Software
  3. Drogen
  4. Gewalt
  5. Anstößige Sprache
  6. Waffen
  7. Glücksspiele
  8. Anonyme Proxyserver

Eltern können die Sperre für Websites der oben aufgeführten Kategorien einzeln aufheben oder zusätzliche Kategorien aus der unten stehenden Liste blockieren:

  1. Chats
  2. Internet-Mail
  3. Online-Shops
  4. Soziale Netzwerke
  5. Zahlungssysteme
  6. Casual Games

Mit Hilfe des Kaspersky Security Network sammeln wir statistische Daten von den Computern der Anwender von KL-Produkten, unter anderem zu den Alarmen der Komponente „Kindersicherung“.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“, März-August 2012

Wir weisen darauf hin, dass diese Verteilung nicht nur von den Versuchen abhängt, auf die durch die Kindersicherung verbotenen Kategorien von Websites zu gelangen, sondern auch davon, welche Kategorien von den Eltern aktiviert wurden.

In den TOP 10 sind alle Kategorien von Websites vertreten, die automatisch beim Aktivieren der Komponente „Kindersicherung“ blockiert werden, sowie zwei weitere Kategorien, die von den Eltern selbst aktiviert werden müssen, und zwar Soziale Netzwerke und Online-Shops.

Drei Kategorien führen die Hitliste mit großem Abstand an. Wie gehabt hat die Kategorie „Pornografie und Erotik“ die Spitzenposition inne. Auf allen Computern der Anwender von Kaspersky Lab-Produkten, auf denen in der „Kindersicherung“ diese Website-Kategorie aktiviert ist, registriert das KSN monatlich um die 60 Millionen Versuche, auf Website mit den entsprechenden Inhalten zu gelangen. Den zweiten Platz besetzt die Kategorie „Soziale Netzwerke“ mit 16 Millionen Alarmen im Monat. Abgeschlossen wird das Führungstrio von der Kategorie „Illegale Software“, die den „Sozialen Netzwerken“ mit 14,3 Millionen Alarmen dicht auf den Fersen ist.

Um festzustellen, ob sich die Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ von Land zu Land unterscheidet, haben wir diese in Ländern aus verschiedenen Regionen der Welt verglichen, und zwar in Russland, Deutschland, Großbritannien, den USA, Japan, Brasilien und Saudi-Arabien.

Russland

In Russland deckt sich das Führungstrio mit der internationalen Verteilung. In diesem Land ist illegale Software traditionell äußerst populär — der prozentuale Anteil der Alarme an dieser Kategorie übersteigt den weltweiten Wert um fast 2 Prozentpunkte. Das einzige Land, das bei dieser Kategorie noch vor Russland liegt ist Saudi-Arabien.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Russland

Beunruhigend ist, dass sich auf Platz vier mit einem Wert von 6,42% die Kategorie „Waffen“ positioniert hat.

Deutschland

Deutschland ist in der Kategorie „Pornografie und Erotik“ unumstrittener Spitzenreiter: 80% aller Alarme der Komponente „Kindersicherung“ gingen in Deutschland auf das Konto dieser Website-Kategorie, was die globale Statistik deutlich übersteigt (53,6%). In absoluten Zahlen sind das 5,3 Millionen Alarme monatlich.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Deutschland

Allerdings sind diese Daten nicht eindeutig: Möglicherweise aktivieren Eltern in Deutschland hauptsächlich diese Kategorie von Websites in der „Kindersicherung“, und erlauben ihren Kindern den Zugriff auf alle übrigen Sites.

Großbritannien

In Großbritannien belegte die Kategorie „Anonyme Proxyserver“ mit einem Wert von 9,93% den dritten Platz. Auf Position vier liegt die „Illegale Software“. Auf diese Kategorie entfielen 6,3% aller Alarme der Komponente „Kindersicherung“. Offensichtlich interessieren sich Kinder und Jugendliche in Großbritannien nicht nur für Software, sondern sie kennen sich auch sehr gut damit aus — insbesondere wissen sie um die Technik und die Möglichkeiten, Web-Filter zu umgehen und verwenden zu diesem Zweck Anonymisierer.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Großbritannien

Eine weitere Besonderheit des Ratings ist der relativ hohe Anteil der Kategorie „Glücksspiele“ mit 5,68%.

USA

In den USA belegte die Kategorie „Anonyme Proxyserver“ ebenfalls Platz 3 des Ratings mit einem Wert von 8,98% — das ist etwas weniger als in Großbritannien.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in den USA

In den USA registrierten wir einen relativ hohen Prozentsatz von Alarmen der Kategorie „Gewalt“, die mit 7,32% den vierten Platz belegte – das ist mehr als in allen anderen analysierten Ländern. Die Kategorie „Gewinnspiele“ landete mit 5,77% auf Position fünf. Das ist ebenfalls ein höherer Anteil als in allen anderen Ländern.

Japan

In Japan liegt der Anteil der Alarme bei der Kategorie „Pornografie und Erotik“ um 12,12 Prozentpunkte höher als im weltweiten Durchschnitt. Zudem registrierten wir in diesem Land ein unerwartet großes Interesse an illegaler Software (11,83%). Das ist aus dem Grunde erstaunlich, da diese Art von Programmen in der Regel besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern populär ist. Gleichzeitig zeigten die Heranwachsenden in dem technisch hoch entwickelten Japan keinerlei Interesse an anonymen Proxyservern.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Japan

Auf den Positionen drei und vier des Ratings befinden sich die Kategorien „Gewalt“ und „Waffen. Allerdings sind die Werte für diese Kategorien mit 3,16% und 2,48% respektive relativ niedrig.

Brasilien

In Brasilien ist die Kategorie „Soziale Netzwerke“ der absolute Spitzenreiter des Ratings (57,84%) – in dieser Sparte schlägt die Kindersicherung fast doppelt so häufig Alarm wie bei der Kategorie „Pornografie und Erotik“. Die brasilianische Statistik der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ unterscheidet sich sowohl von der globalen Statistik als auch von den Statistiken der meisten anderen Länder.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Brasilien

Das Vermögen der Kinder in diesem Land, mit verschiedenen Programmen umzugehen, wird durch den 4. Platz der Kategorie „Anonyme Proxyserver“ mit einem Wert von 2% belegt.

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien liegt in der Kategorie „Illegale Software“ deutlich vor allen anderen analysierten Ländern. Etwa die Hälfte aller Alarme der Komponente „Kindersicherung“ entfiel auf diese Kategorie. Im weltweiten Durchschnitt beträgt der analoge Wert 14,3%.

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Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ in Saudi-Arabien

Der relativ geringe Anteil der Alarme bei der Kategorie „Pornografie und Erotik“ in Saudi-Arabien (30,88%) lässt sich mit den kulturellen und erziehungsbedingten Besonderheiten in diesem Teil der Welt erklären: In den meisten Ländern des Nahen Ostens sehen Gesellschaft und Staat Pornografie und Erotik als etwas Negatives an. Die Kategorie „Glücksspiele“ belegte mit einem Wert von 4,61% den vierten Platz.

Ländervergleich

Zur Veranschaulichung vergleichen wir die Alarme der „Kindersicherung“ in den unterschiedlichen Ländern für die sieben führenden Kategorien:

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Charakteristisch für die USA und für Großbritannien ist bei klarer Führungsrolle der Kategorie „Pornografie und Erotik“ eine gleichmäßigere Verteilung der Alarme der Komponente „Kindersicherung“ bei allen übrigen Kategorien als in den anderen untersuchten Ländern. Das zeugt davon, dass Eltern in den USA und in Großbritannien durchschnittlich mehr Website-Kategorien in der Komponente aktivieren als in anderen Ländern.

In unserem Fazit möchten wir die Aufmerksamkeit der Eltern auf zwei Kategorien lenken.

Wie bereits erwähnt, ist die Kategorie „Soziale Netzwerke“ in der Komponente „Kindersicherung“ in der Standardeinstellung deaktiviert. Wir empfehlen Eltern allerdings dringend, diese zu aktivieren, da soziale Netzwerke eine überaus gefährliche virtuelle Umgebung für Kinder sind. Die Netzwerke sind beliebte Tummelplätze Cyberkrimineller, in deren Fallen sogar Erwachsene tappen, von jungen, unerfahrenen Internetnutzern ganz zu schweigen. Auf den Websites sozialer Netzwerke werden schädliche Links sowie Links auf betrügerische Websites verbreitet, und gerade hier kann ein Kind in Kontakt zu überaus unangenehmen, wenn nicht gar gefährlichen Personen treten. Die Tatsache, dass soziale Netzwerke im weltweiten Ranking der häufigsten Alarme der Komponente „Kindersicherung“ auf Platz zwei landeten, zeigt, dass Kinder immer wieder versuchen, auf die Websites von sozialen Netzwerken zu gelangen. Gleichzeitig macht dieser zweite Platz glücklicherweise auch deutlich, dass viele Eltern die Gefahr erkennen, die von sozialen Netzwerken ausgeht, und diese Kategorie in der „Kindersicherung“ aktivieren.

Die andere Website-Kategorie, auf die wir die Eltern hinweisen möchten, sind die „Anonymen Proxyserver“. Möglicherweise ist es nicht jedem verständlich, warum die Filterung von Websites dieser Kategorie standardmäßig aktiviert ist. Um es kurz zu sagen – solche Websites ermöglichen es Kindern und Jugendlichen, die Einschränkungen der „Kindersicherung“ zu umgehen. Bei anonymen Proxyservern handelt es sich um Webseiten, auf denen der Anwender die Adresse einer Website eingeben kann, die er besuchen möchte. Daraufhin lädt der Proxyserver in seinem eigenen Namen den Inhalt der angefragten Website. Dabei kann es sein, dass die Anwendung, die den Zugriff auf beispielsweise pornografische Websites verbietet, nicht „versteht“, von welcher Website der Content geladen wurde. Genau aus diesem Grund ist die Kategorie „Anonyme Proxyserver“ in unseren Produkten standardmäßig aktiviert.

Wie die Statistik der Alarme unserer Komponente „Kindersicherung“ zeigt, sind Kinder auf der ganzen Welt gleichermaßen neugierig, obgleich es in jedem Land natürlich bestimmte Besonderheiten gibt. Und Eltern auf der ganzen Welt sollten immer und überall für die Sicherheit ihrer Kinder sorgen.

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