Spam im August 2013

Der August in Zahlen

  • Im August ging der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic um 3,6 Prozentpunkte zurück und betrug damit 67,6 Prozent.
  • Der Anteil von Phishing-Mails am gesamten E-Mail-Aufkommen hat sich gegenüber dem Juli mehr als verzehnfacht und betrug 0,013 Prozent.
  • Im August enthielten 5,6 Prozent aller elektronischen Mitteilungen schädliche Anhänge, das ist ein um 3,4 Prozentpunkte höherer Wert als im Vormonat.

Die wichtigsten Ereignisse des Monats

Der August 2013 war gekennzeichnet von einer starken kriminellen Strömung im Spam – die Zahl der betrügerischen und schädlichen E-Mails hat deutlich zugenommen, und zwar bei gleichzeitig zurückgehender Spam-Gesamtmenge.

Der „Tag des Wissens“, der erste Schultag und Beginn des akademischen Jahres in Russland am 1. September, wird häufig von Spammern ausgenutzt und ist daher ein vor Beginn des neuen Schuljahres vorhersehbares Ereignis. So hatten es die Kaspersky-Experten im August sehr oft mit Werbung für alle nur erdenklichen Schulartikel zu tun. Außerdem versendeten Cyberkriminelle nicht wenige Spam-Mitteilungen, die das Thema Gesundheit und gesunder Lebensstil zum Inhalt hatten. Schließlich nahmen auch Autohändler und verschiedene Dienstleister rund ums Auto den Service der Spammer in Anspruch.

Spam für Auto-Liebhaber

Für viele Menschen ist das Auto heute nicht mehr nur ein fahrbarer Untersatz, der seinen Besitzer von A nach B transportiert, sondern vielmehr ein wichtiger Teil ihres Lebens, in den sie viel Freizeit und Geld investieren. Spammer machen sich das Interesse der Anwender an Autos nur allzu gern zunutze: Im August registrierte Kaspersky Lab verschiedene Werbeversendungen, wobei es sich nicht nur um Standardangebote über den Verkauf oder die Reparatur von PKWs handelte, sondern auch um weitaus originellere Angebote. So wollten die Absender einer besonderen Spam-Mail die Nutzer beispielsweise mit Backkursen locken, bei denen sie Torten in Form von Kraftfahrzeugen produzieren.

Doch am häufigsten waren im englischsprachigen Internetsegment E-Mails mit günstigen Leasing-Angeboten sowie mit Werbung für den Ausverkauf von Markenautos.

 

Labor Day

Am ersten Montag im September wird in den USA der nationale Tag der Arbeit, der Labor Day, gefeiert. Die meisten Amerikaner betrachten ihn als Symbol für das Ende des Sommers und traditionell beginnt zu dieser Zeit auch der Sommerschlussverkauf. Selbstverständlich wollen da auch die Spammer nicht außen vor bleiben: Im August versendeten sie aktiv zeitlich genau auf das Fest abgestimmte Werbung mit Rabatten für PKWs und medizinische Artikel. Um Anwender anzulocken und zum sofortigen Kauf zu bewegen, enthielten die E-Mails noch einen speziellen Code, der zusätzliche Rabatte gab.

 

Endlich wieder Schule!

Wie zu erwarten, stand der August für die Spammer ganz unter dem Motto „Endlich wieder Schule!“. Das unter Cyberkriminellen beliebteste Thema des Monats war der Beginn des neuen Schuljahres, und ihre Hauptaufgabe lag in der Werbung für alle möglichen Schulartikel.

Doch in einigen Fällen hatten die beworbenen Waren nicht unbedingt etwas mit Lernen und Ausbildung zu tun – die Spammer nutzten einfach das im letzten Sommermonat aktuelle Thema, um die Aufmerksamkeit der Anwender auf ihre Werbung zu lenken. So registrierte das Kaspersky-Team beispielsweise eine Versendung mit Werbung für Hautpflege-Produkte. Den Empfängern wurden kosmetische Präparate angeboten, deren Effekt – wenn man der Werbung Glauben schenken darf – sich bereits am ersten Schul- beziehungsweise Ausbildungstag zeigt. Solche E-Mails enthielten einen langen Link mit einem Redirect auf eine Webseite, auf der der Anwender zwecks Lieferung der Ware aufgefordert wurde, seine Region auszuwählen. Die Auswahl der Region aktivierte wiederum eine Webseite mit den Kontaktdaten des Verkäufers. Dabei überstieg die Lebensdauer der Domains, die in den Links für die Umleitung des Browsers verwendet wurden, im Moment der Versendung der Mitteilungen nicht die Dauer einer Woche.

 

„Sie wickeln das Pausenbrot noch immer in Butterbrotpapier ein?“ – so lautete die Betreffzeile einer weiteren Versendung, in der das Schulthema ausgenutzt wurde, um verschiedene Frischhalteboxen für Lebensmittel zu bewerben. Die Absender versprachen, dass die Wunderverpackungen die Lebensmittel bis zu zehn Stunden in gekühltem Zustand halten würden, ohne dass diese verderben. Die Links in den E-Mails bestanden aus identischen Domains mit einem Erstellungsdatum, das weniger als einen Monat zurücklag.

 

Im August erfasste das Kaspersky-Team auch weiterhin Versendungen mit Werbung für Online-Lehrangebote. Doch während die Autoren derartiger Mitteilungen in den vorangegangenen Monaten Hochschulen und Magisterstudiengänge anpriesen, so bezogen sich die Angebote kurz vor Beginn des Schuljahres auf einen nachträglichen Realschulabschluss im Fernstudium.

 

Als Vorteile der angebotenen Online-Ausbildung führten die Spam-Versender den freien Stundenplan und die geografische Unabhängigkeit der Schüler ins Feld. Für nähere Informationen wurden die Empfänger der E-Mails auf eine ausländische Webseite geleitet, wo ihnen neben dem Ausbildungsprogramm weitere schulische Dienstleistungen angeboten wurden.

Heilendes Spam

Ein bedeutender Teil des August-Spams bestand aus Mitteilungen, die mit dem Thema Gesundheit und gesunder Lebenswandel zusammenhängen. Eines der populärsten Themen ist und bleibt die Werbung für Präparate zum Abnehmen – ohne aufreibende Diäten. Im vergangenen Monat kursierten solche Versendungen sowohl im Runet als auch im englischsprachigen Internet-Segment.

Englischsprachige E-Mails mit derartiger Werbung enthielten traditionell einen Link, dessen Grundlage eine gerade erst erstellte Domain bildete, die sich von E-Mail zu E-Mail ändert. Nach einem Klick auf den Link landete der Anwender auf einer Webseite mit detaillierten Informationen zum Präparat und dessen Gebrauchsanweisung. Der Text wurde begleitet von einem Werbe-Clip, der die wundersamen Eigenschaften des Produkts anschaulich demonstrierte und als Beweis für seine Effektivität Kommentare von Personen ins Feld führte, die diese angeblich ausprobiert hatten.

 

Die russischsprachigen Mitteilungen enthielten in der Regel einen kurzen Link, der den Anwender auf eine Werbeseite umleitete. Häufig enthielten die E-Mails auch Kontaktdaten für die Bestellung der Ware.

 

Statistik

Spam-Herkunftsländer

Im August sah das Führungstrio im Rating der Länder, die am meisten Spam rund um den Globus versenden, folgendermaßen aus: Platz eins belegt China (21 %), dessen Wert im Vergleich zum Vormonat um 2,4 Prozentpunkte zurückging. Auf Position zwei befinden sich die USA. Die aus diesem Land versendete Spam-Menge stieg um einen Prozentpunkt und betrug insgesamt 19 Prozent. Platz drei wird nach wie vor von Südkorea besetzt (15,4 %), dessen Anteil um 0,5 Prozentpunkte gestiegen ist. Insgesamt wurden im August aus diesen drei Ländern 55 Prozent des weltweiten Spam-Aufkommens versendet.

 

Wie schon im Vormonat positionierte sich Taiwan auf Rang vier (5,5 %), wobei der aus diesem Land stammende Spam-Anteil geringfügig gestiegen ist, und zwar um 0,1 Prozentpunkte. Fast um zwei Prozentpunkte zugenommen hat hingegen die aus Russland versendete Spam-Menge, so dass sich dieses Land mit einem Wert von 4,3 Prozent auf dem fünften Platz positionierte. Noch im Vormonat belegte Russland den letzten Platz unserer Top 10 der Spam-Herkunftsländer.

Ebenfalls um fünf Positionen aufgestiegen ist Japan (1,8 %), dessen Wert um 0,9 Prozentpunkte zugenommen hat. Daher belegte dieses Land im August die elfte Position. Hält dieser Trend an, so könnte Japan bereits im nächsten Monat unter den ersten zehn sein.

Die übrigen Vertreter der Top 10 haben ihre Position gegenüber dem Vormonat nicht geändert, und auch ihre Werte waren nur geringfügigen Veränderungen unterworfen.

 
Spam-Herkunftsländer für Europa

Den ersten Platz im Rating der Länder, die am meisten Spam nach Europa versenden, belegte Südkorea (60 %) mit einem Zuwachs von 2,6 Prozentpunkten. Darauf folgten Taiwan (4 %) und die USA mit 3,9 Prozent. Insgesamt waren die Werte dieser zwei Länder keinen wesentlichen Veränderungen unterworfen.

Den vierten Platz belegte im letzten Sommermonat Russland (2,8 %), dessen Wert um 1,8 Prozentpunkte stieg – ein Zuwachs, der ausreichte, um das Land um zehn Positionen nach oben zu katapultieren. Auf dem fünften Platz befindet sich Vietnam (2,7 %), dessen Wert im Vergleich zum Juli um 0,7 Prozentpunkte abnahm.

Auch Indonesien (1,7 %) konnte sich im August in den Top 10 positionieren und belegte den achten Platz. Rumänien (1,4 %) sackte hingegen vom sechsten Platz um fünf Positionen ab und war daher nicht mehr unter den ersten zehn des Ratings vertreten. Wie bereits im Juli belegte auch im August Deutschland (1,5 %) den letzten Platz der Top 10, wobei sich dessen Wert praktisch nicht verändert hat.

Des Weiteren nahmen die Spam-Ströme aus der asiatischen Region etwas zu, weshalb in der Hitliste nun auch Länder wie Thailand (0,9 %), Singapur (0,6 %) und Japan (0,6 %) vertreten sind.

 
Spam-Quellen nach Regionen


Bei den Spam versendenden Regionen bleibt Asien mit einem Wert von 55,2 Prozent Spitzenreiter. Es folgen – wie im Juli – Nordamerika (21 %) und Osteuropa (14 %). Die Werte nach Regionen unterlagen keinen bedeutenden Veränderungen, lediglich in Nordamerika stieg der Spam-Anteil um etwa einen Prozentpunkt. Den vorletzten und letzten Platz im Rating der Regionen belegen Westeuropa (4,6 %) respektive Lateinamerika (3 %).

Schädliche Anhänge und Links

Der Anteil an schädlichen Anhängen im E-Mail-Traffic stieg im August um 3,4 Prozentpunkte und betrug damit 5,6 Prozent des gesamten E-Mail-Aufkommens.

 
Top 10 der via E-Mail verbreiteten Schadprogramme

Den ersten Platz im Rating der via E-Mail verbreiteten Schadprogramme belegt nach wie vor Trojan-Spy.HTML.Fraud.gen (8,1 %). Bei diesem Programm handelt es sich um eine Phishing-Seite für die Eingabe von Daten, die dann direkt an die Cyberkriminellen gesendet werden. Für gewöhnlich wird der Schädling in einer E-Mail versendet, die als wichtige Mitteilung eines großen Unternehmens getarnt ist.

Gleich vier Modifikationen der schädlichen Familie Trojan-Ransom.Win32.Blocker landeten in diesem Monat in unserem Rating, wobei drei von ihnen unter den ersten zehn waren, und zwar: Trojan-Ransom.Win32.Blocker.byxx (3 %, Platz zwei), Trojan-Ransom.Win32.Blocker.bzbh (1,8 %, Platz fünf) und Trojan-Ransom.Win32.Blocker.bysg (1,4 %, Platz sieben). Bei diesen Schädlingen handelt es sich um Erpresser-Programme. Sie blockieren das Betriebssystem und zeigen auf dem Desktop ein Banner mit den Bedingungen für die Entriegelung an. Beispielsweise lautet eine der Forderungen, eine kostenpflichtige SMS mit einem bestimmten Text an eine vorgegebene Kurznummer zu senden.

Platz drei belegt der Schädling Email-Worm.Win32.Bagle.gt (2,3 %). Dieser Virus-Wurm verbreitet sich in Form eines E-Mail-Anhangs, indem er sich selbst an alle auf dem infizierten Computer gefundenen E-Mail-Adressen versendet. Zudem kann der Virus ohne Wissen des Anwenders Dateien aus dem Internet herunterladen.

Auf Position vier befindet sich der Wurm Trojan-Spy.Win32.Zbot.nyis (2,2 %) – eine Modifikation eines der populärsten Spionage-Programme der Familie Zbot (ZeuS). Diese Programme werden von Cyberkriminellen zum Diebstahl verschiedener Bankdaten verwendet, die auf Computern gespeichert sind.

Rang acht besetzt nach wie vor Worm.Win32.Mydoom.m (1,4 %). Neben der Standardfunktionalität – dem Selbstversand an alle Kontakte aus dem Adressbuch des Anwenders – ist der Wurm auch in der Lage, verborgene Anfragen an bestimmte Suchsysteme zu senden und so die Besucherzahlen und das Rating der von den Cyberkriminellen vorgegebenen Webseiten künstlich hochzudrücken.

Abgeschlossen werden die Top 10 von Email-Worm.Win32.Mydoom.l (1,4 %), einer Spielart der Würmer aus der Familie Mydoom. Dieser Wurm verbreitet sich über das Internet in Form von E-Mail-Anhängen. Seine wichtigste Aufgabe besteht im Sammeln von E-Mail-Adressen auf dem infizierten System. Zudem verfügt er über die Möglichkeiten einer Backdoor.


Verteilung der Alarme von Kaspersky Anti-Virus nach Ländern

Im Rating der Länder, in denen Kaspersky Anti-Virus am häufigsten Alarm schlug, lag im August Deutschland mit 12,3 Prozent ganz vorne und verwies damit den ehemaligen Spitzenreiter, die USA (10,1 %), auf den zweiten Platz. Position drei belegte Großbritannien, auf dessen Anteil 8,7 Prozent aller Alarme entfielen.

Indien rutschte von Platz drei auf Position fünf (6,08 %). Russland legte in diesem betrüblichen Ranking um etwas mehr als einen Prozentpunkt zu (3,48 %) und belegte damit im August den neunten Platz. Der Anteil der Alarme in Australien ging hingegen zurück und betrug insgesamt 4 Prozent. Abgeschlossen werden die Top 10 von Kanada (2,2 %).

Der Anteil der Alarme in den anderen Ländern aus der Liste hat sich nicht wesentlich verändert.

Besonderheiten im Schad-Spam

Auch wenn sich die Urlaubssaison ihrem Ende zuneigt, versenden Betrüger noch immer gefälschte E-Mails, die Empfänger über angebliche Flug- und Hotelreservierungen informieren. Die bekanntesten Unternehmen, zum Beispiel booking.com und Delta Air Lines, befinden sich ständig unter Beschuss, und so registrierten die Kaspersky-Experten im August erneut betrügerische Versendungen, die sich als Benachrichtigungen von diesen Unternehmen ausgaben. Die Absenderadressen erscheinen auf den ersten Blick absolut legitim, was die Anwender wiederum dazu veranlasst, die E-Mail zu öffnen.

In einem Schreiben im Namen von booking.com wurde eine Hotelbuchung bestätigt, inklusive näherer Details zu der Reservierung, wie etwa An- und Abreisedatum sowie die gesamte Rechnungssumme. Die betrügerische E-Mail war im Stil der offiziellen Webseite des Unternehmens aufgemacht – was diese schädliche Versendung von einer ähnlichen Versendung unterschied, die Benachrichtigungen der Fluggesellschaft Delta Air Lines imitierte. Im letztgenannten Fall wurde der Empfänger darüber benachrichtigt, dass Kreditkartenzahlung möglich sei, und auch dort wurden nähere Informationen über den Flug, die Reisedaten und den Preis geliefert. Die Autoren des Schreibens baten den Empfänger, einem Link zu folgen, um zur Druckversion des Tickets zu gelangen. Schluckte der Anwender diesen Köder, so wurde eine schädliche Datei auf seinen Computer geladen. In den angeblich von booking.com stammenden Mitteilungen war die schädliche Datei an die E-Mail angehängt. In beiden Fällen gehörten die Schaddateien jedoch zur Familie Trojan-PSW.Win32.Tepfer und wurden zum Diebstahl von Login-Daten und Passwörtern eingesetzt.

Nach einer längeren Flaute versendeten Betrüger erneut schädliche E-Mails, dieses Mal getarnt als Mitteilungen des Kreuzfahrtanbieters Royal Caribbean International. Im Schreiben informierten die Cyberkriminellen den Empfänger, dass die Unterlagen für die von ihm angeblich gebuchte Kreuzfahrt nun bereit lägen. Die Unterlagen würden „wichtige Informationen“ enthalten, mit denen sich der Passagier vor Reiseantritt unbedingt vertraut machen müsse. Zudem müsse er die Dokumente aufbewahren und an Bord zusammen mit dem Reisepass mit sich führen. Tatsächlich aber verbarg sich in der E-Mail – als Reiseunterlagen getarnt – die schädliche Datei Backdoor.Win32.Androm.qt, eine Modifikation der Backdoor Backdoor.Win32.Androm, die zur verborgenen Steuerung des Computers und zu seiner Angliederung an ein Botnetz verwendet wird.

 

In den Fälschungen von Spammern werden häufig die Namen bekannter internationaler Logistikunternehmen wie FedEx, UPS und DHL missbraucht. Die im Namen dieser Unternehmen verfassten Spam-Mails informieren die potenziellen Opfer über die Unzustellbarkeit eines Pakets aufgrund eines Fehlers in der Adresse. Um das Paket in Empfang nehmen zu können, müsse der Empfänger die an die E-Mail angehängte Datei ausdrucken und sich damit an eine Niederlassung des Unternehmens wenden oder bestimmte Daten bestätigen, beispielsweise die Lieferadresse. Die Schaddatei kann aber auch unter dem Deckmantel von Unterlagen mit genaueren Informationen zu einem Paket, das gar nicht existiert, verborgen sein. Die Spammer versuchen, der Fälschung einen legitimen Anstrich zu geben und verwenden zu diesem Zweck nicht nur eine auf den ersten Blick echt erscheinende Absenderadresse, sondern liefern zudem detaillierte Informationen zu der Bestellung, echte Kontaktdaten von der offiziellen Webseite und kopieren auch die Erklärung zur Vertraulichkeit des Schreibens.

In den an derartige E-Mails angehängten Archiven befinden sich schädliche Dateien verschiedener Familien. So ist an die gefälschte Benachrichtigung von FedEx das Archiv „FedEx Invoice copy.zip“ mit der ausführbaren Datei „FedEx Invoice copy.exe“ angehängt, die einen Trojaner aus der Familie ZeuS/Zbot enthält. Dieser Schädling wird zum Diebstahl von persönlichen Informationen und von Passwörtern für Bezahl- und Online-Banking-Systeme verwendet. Den gefälschten Schreiben, die angeblich von UPS stammen, haben die Betrüger das trojanische Programm Trojan-PSW.Win32.Tepfer.pnfu hinzugefügt, das für den Diebstahl von Login-Daten und Passwörtern vorgesehen ist. Ein weiteres Programm aus der Familie Backdoor.Win32.Androm fand das Kaspersky-Team in einer Versendung im Namen von DHL. Mit Hilfe dieses Schädlings versuchten die Cyberkriminellen, sich Zugriff auf den Computer des Empfängers zu verschaffen.

 

Phishing

Im August ging die allgemeine Geschäftstätigkeit zurück und es gab weniger Aufträge zur Verbreitung von unerwünschter Werbung, so dass sich die Spammer voll auf betrügerische Mitteilungen konzentrieren konnten. Das hatte zur Folge, dass sich der Anteil von Phishing-Mails am globalen E-Mail-Aufkommen gegenüber dem Vormonat mehr als verzehnfacht hat und insgesamt 0,013 Prozent betrug.

 
Top 100 der im August 2013 am häufigsten von Phishern angegriffenen Organisationen nach Kategorien

Das Kategorien-Ranking der von Phishern angegriffenen Organisationen wird auf Grundlage der Alarme der Anti-Phishing-Komponente auf den Computern der Teilnehmer des Kaspersky Security Network (KSN) erstellt. Das Anti-Phishing-Modul erkennt alle Phishing-Links, die Anwender aufrufen, wobei die Links in einer Spam-Mitteilung oder im Internet platziert sein können.

Im August gab es im Kategorien-Rating der von Phishern angegriffenen Organisationen gegenüber dem Vormonat keine bemerkenswerten Veränderungen. Die Führungsposition wird nach wie vor von den Sozialen Netzwerken gehalten, und zwar mit demselben Wert von 29,6 Prozent wie bereits im Juli.

Position zwei belegen noch immer die E-Mail-Dienste (17,2 %), deren Anteil an den Phishing-Attacken insgesamt um 0,4 Prozentpunkte zurückging. Der Wert der Suchsysteme (16,1 %) ist dagegen unwesentlich gestiegen, so dass diese Kategorie den dritten Platz halten konnte.

Die Plätze vier bis acht belegen in absteigender Folge die Kategorien Finanz- und Bezahlorganisationen (13,8 %), IT-Anbieter (8,4 %), Telefon- und Internet-Provider (7,8 %), Online-Shops (5,4 %) und Online-Games (0,7 %). Die Werte der einzelnen Organisationen haben sich gegenüber dem Vormonat um nicht mehr als einen Prozentpunkt verändert.

Eines der Hauptziele in der Kategorie IT-Anbieter war im August das weltweit bekannte Unternehmen Apple. Kaspersky Lab fielen häufig Schreiben in die Hände, die angeblich von der offiziellen Apple-Adresse versendet worden waren. Tatsächlich handelte es sich dabei um eine Phishing-Fälschung, mittels derer Anwendern Login-Daten entlockt werden sollten. In E-Mails dieser Art teilten die Betrüger dem Empfänger beispielsweise mit, dass er innerhalb von 48 Stunden unbedingt die Zugangsdaten seines iTunes-Kontos bestätigen müsse, und der Zugriff derzeit aus Sicherheitsgründen gesperrt sei. Um den Account wieder zu entsperren, müsse der Anwender zunächst auf den in der E-Mail enthaltenen Link klicken und daraufhin den weiteren Instruktionen auf der Webseite folgen. Um die Achtsamkeit des Empfängers zu untergraben, wurde im Schreiben darauf hingewiesen, dass die E-Mail automatisch erstellt wurde. Doch nicht nur die Aufforderung, seine Zugangsdaten auf einer Dritt-Webseite zu bestätigen, sollte den Nutzer stutzig machen, sondern auch das völlige Fehlen einer Anrede im Schreiben.

 

Fazit

Im August sank der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen weltweit auf 67 Prozent, was mit dem alljährlichen Rückgang der Geschäftsaktivität während des Sommers und der geringeren Menge von Werbe-Spam zu erklären ist. Trotzdem registrierten die Kaspersky-Experten eine große Zahl von Versendungen, in denen Autos zum Verkauf oder zum Leasen angeboten wurden, oder die sich mit dem Thema Gesundheit und gesunder Lebenswandel beschäftigten. Darüber hinaus nutzten die Spammer auch den Beginn des neuen Schuljahres auf der ganzen Welt sowie den Labor Day in den USA aus, um den Schlussverkauf von Waren aller Art zu bewerben.

In der Sommerzeit kursieren deutlich mehr schädliche E-Mails – nicht nur die Zahl betrügerischer Mitteilungen nimmt zu, sondern auch die Zahl der schädlichen Versendungen. Im August wurden am häufigsten Spionage-Trojaner via E-Mail verbreitet, die Finanzinformationen stehlen. Großer Beliebtheit erfreuten sich unter den Betrügern im letzten Sommermonat auch die Würmer aus der Familie Trojan-Ransom.Win32.Blocker – gleich mehrere Modifikationen belegen vordere Plätze im Rating der am häufigsten im E-Mail-Traffic entdeckten Schädlinge.

Auch in der Urlaubszeit verschickten Spammer weiterhin gefälschte Mitteilungen im Namen von Unternehmen, die Hotels und Flugreisen anbieten. Auch die bekannten Logistikunternehmen wurden von den Gaunern nicht vernachlässigt – ihre guten Namen wurden ebenfalls zum Phishing und zur Verbreitung von Schadprogrammen missbraucht.

Die Phisher nutzten die Beliebtheit der Waren und Dienstleistungen von Apple aus, um Nutzer zu betrügen und ihnen ihre Zugangsdaten zu stehlen. Im russischen Internetsegment erstellten und bewarben Betrüger mittels Spam Online-Dienste, die als staatliche Webseiten getarnt waren, um dem Anwender so persönliche Informationen und Geld zu entlocken.

Im Vergleich zum Juli gab es im Rating der von Phishern am häufigsten angegriffenen Organisationen keine Veränderungen. Wie vorhergesagt konnten die Sozialen Netzwerke und die E-Mail-Dienste ihre Führungspositionen halten. Im letzten Sommermonat blieb die Aktivität von Schülern und Studenten ausreichend hoch, was Soziale Netzwerke und die E-Mail-Kommunikation betrifft, wodurch auch das Interesse der Phisher an dieser Zielgruppe aufrechterhalten wurde. Doch wenn im September die Geschäftstätigkeit wieder zu neuem Leben erwacht, wird auch das Interesse der Phisher langsam von den Sozialen Netzwerken abschweifen und sich auf die Finanzorganisationen richten. Folglich wird auch die Zahl der Angriffe auf den Bankensektor erneut steigen. Gleichzeitig wird die Zahl der betrügerischen und schädlichen Versendungen aller Wahrscheinlichkeit nach abnehmen.

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