Phishen in den Wolken

In der letzten Zeit wird im Internet die Sicherheit von öffentlichen Wolkendiensten heiß diskutiert. Während die Service-Provider beteuern, dass es nichts Sichereres gibt als die Cloud, sind Sicherheits-Unternehmen bereits auf verschiedene Bedrohungen in den Wolken gestoßen.

Inzwischen holen auch die Spammer auf und beginnen ebenfalls, die kostenlosen entfernten Ressourcen aktiv auszunutzen. So entdeckten wir vor Kurzem die folgende Phishing-Versendung, mit deren Hilfe die Phisher E-Mail-Passwörter sammeln:

Der aufmerksame Anwender bemerkt auf Grund verschiedener formaler Merkmale schnell, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt:

  • keine persönliche Anrede;
  • die Domain im Feld „From“ stimmt nicht mit der Domain überein, auf die der Link im Body der Mail führt;
  • Tippfehler („Clickhere“ zusammengeschrieben);
  • unpersönliche Unterschrift („System Administrator center“);
  • diefür Phishing typische Drohung, den Account zu löschen, wenn der Anwender nicht innerhalb einer bestimmten Frist auf den Link klickt.

Interessant ist, dass der Link auf eine Seite der Phisher führt, die sich nicht irgendwo, sondern auf spreadsheets.google.docs befindet – ein kostenloser Service zur Tabellenerstellung auf entfernten Google-Servern. Der Anwender wird aufgefordert, ein Formular auszufüllen, in dem er unter anderem auch seine E-Mail-Adresse und das dazugehörige Passwort angeben muss. Mit einem Klick auf den Button „Submit“ gelangen diese Daten direkt in die Hände der Phisher.

Die Nutzung eines solchen Dienstes bietet den Cyberkriminellen kostenlosen Raum zur Unterbringung ihrer gefälschten Seiten. Noch schlimmer ist, dass eine solche Seite in den Augen des Anwenders einen vertrauenswürdigen Eindruck macht: Zum einen befindet sie sich schließlich auf einer bekannten Ressource, zum anderen läuft die Verbindung über das verschlüsselte Protokoll https.

Natürlich habe ich, wo immer ich konnte, den Button “Missbrauch melden” angeklickt, und nun sind einige (wenn auch nicht alle) Seiten dieser Art bereits offline genommen worden. Doch damit ist das Problem natürlich nicht gelöst, denn die Cyberkriminellen werden weiterhin die für sie so bequemen kostenlosen Wolkenservices nutzen.

Daher möchte ich die Anwender wieder einmal eindringlich bitten, vorsichtig zu sein, und nicht auf verdächtige Links zu klicken.

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