Kinder im Netz: Schutzmöglichkeiten

Kinder im Netz: Schutzmöglichkeiten

Das Internet bietet Kindern hervorragende Kommunikations- und Entwicklungsmöglichkeiten, kann aber auch voller Gefahren sein, wenn die Eltern nicht rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Kriminelle und Betrüger jeglicher Art nutzen das Internet zu ihren Zwecken aus. Gefahren für die Kinder lauern sowohl beim Surfen im Netz als auch in Sozialen Netzwerken, beim Chatten sowie bei der Nutzung von Instant-Messaging- und E-Mail-Systemen.

Surfen

Wie beginnt man normalerweise, im Internet zu surfen? In der Regel ruft der Anwender zuerst die Webseite von Google, Bing, Yahoo oder anderen Suchsystemen auf. Leider riskiert ein Kind, etwas völlig anderes zu finden als das, wonach es eigentlich gesucht hat – und niemand weiß, welche Auswirkungen das auf seine Psyche und Weltsicht haben kann.

Selbst gewöhnliche Anfragen an ein Suchsystem können absolut unerwartete Ergebnisse auswerfen. Ein einfaches Beispiel: Ihr Kind möchte nach irgendwelchen Spielen suchen und gibt im Suchfeld die Anfrage „Spieleseiten“ ein. Das Suchsystem gibt Links auf verschiedene Spielportale aus. Auf den ersten Blick ist daran nichts auszusetzen, sind es doch die gewünschten Ergebnisse. Doch folgt man den Links, findet sich auf jedem zweiten Portal neben den Rubriken „für Jungen“ und „für Mädchen“ auch die Kategorie „für Erwachsene“:

Kinder sind von Natur aus neugierig, daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Nachwuchs auch für die „Erwachsenenspiele“ interessiert und auf die entsprechende Rubrik klickt.

Neben solchen Standardanfragen suchen Kinder im Internet auf jeden Fall auch nach Informationen über das, wofür sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Klassenkameraden gerade interessieren. Um genau zu sein: beispielsweise für die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, zwischen dem männlichen und dem weiblichen Körper. Natürlich ist überhaupt nichts Schlimmes an dem Wunsch, etwas über die Anatomie und Physiologie des Menschen zu lernen, zum Beispiel aus Enzyklopädien. Denn das Streben nach Wissen zeichnet den Menschen aus. Allerdings gibt es selbst auf Wikipedia Artikel, die nicht unbedingt für Kinder geeignet sind (zum Beispiel http://de.wikipedia.org/wiki/Schamhaar oder http://de.wikipedia.org/wiki/Brazilian_Waxing). Zudem ist auch anzunehmen, dass unter den Links, die das Kind auf derartige Suchanfragen erhält, auch solche zu finden sind, die auf Porno-Webseiten führen.

Hinzu kommt, dass Cyberkriminelle durch Methoden der Black SEO in der Lage sind, gefährliche Links mit Vorsatz auf die ersten Plätze der Ergebnisliste zu befördern. Häufig führen solche Links nicht nur auf Webseiten zweifelhaften Charakters – in der Regel betrügerische oder pornografische Seiten –, sondern auch auf wirklich schädliche Seiten.

Der Gerechtigkeit halber muss erwähnt werden, dass neugierige Jugendliche zum Teil auch von sich aus ein gewisses Interesse an zweifelhaften Webseiten an den Tag legen. Unserer Statistik zufolge versuchen einige von ihnen durchaus hartnäckig, auf pornografische Webseiten und solche mit anderen extremen Inhalten zu gelangen.

Gegenwärtig bieten die meisten populären Suchsysteme eine so genannte SafeSearch-Option an. Damit wären wir beim ersten wichtigen Punkt, der für Eltern interessant sein sollte. Die integrierte Option „SafeSearch“ entfernt Webseiten mit anstößigen Inhalten aus der Liste der Suchergebnisse. Um diese Option beispielsweise in Google zu aktivieren, geht man folgendermaßen vor:

  • Gehen Sie auf die Google-Webseite:

  • Klicken Sie auf „Optionen“ (), danach auf „Sucheinstellungen“.

  • Gehen Sie zu der Option „SafeSearch-Filter“. Um ein hohes Filterniveau zu erreichen, empfehlen wir, die Einstellung „Strikten Filter verwenden“ anzuklicken.

    Viele andere populäre Suchmaschinen bieten nicht nur die Filterung von Webseiten, sondern auch von Bildern an. Genaueres über diese Option erfahren Sie auf den Portalen der Suchsysteme selbst, etwa bei Bing und Yahoo.

    Soziale Netzwerke

    Kinder lieben in der Regel Soziale Netzwerke, denn dort können sie sich austauschen, Treffen vereinbaren, spielen sowie Videos und Fotos anschauen. Aber gerade diese Popularität macht Soziale Netzwerke auch attraktiv für Cyberkriminelle.

    Im Rahmen eines kleinen Experiments habe ich Benutzerkonten bei verschiedenen beliebten Sozialen Netzwerken eröffnet. Ich verwendete dabei die voreingestellten Standard-Konfigurationen und fügte ein paar Bekannte als Freunde hinzu. Bereits im Laufe der ersten Woche nach der Registrierung erhielt ich mehrere Mitteilungen von unbekannten Absendern, darunter auch solche, die ganz sicher nicht für Kinder bestimmt sind.

    In einer dieser Nachrichten wurde mir mitgeteilt, dass ich angeblich Geld geerbt hätte und ich wurde gebeten, zur sofortigen Überweisung meine Bankverbindungsdaten umgehend an die angegebene E-Mail-Adresse zu senden.

    Wir haben es hier mit einem klassischen Beispiel für Internet-Betrug zu tun. Die Praxis zeigt immer wieder, dass selbst Erwachsene auf derartige Nachrichten hereinfallen:

    In einer anderen Mitteilung wurde mir ein Treffen vorgeschlagen, doch der Link auf ein angeblich persönliches Foto des Absenders führte in Wirklichkeit auf eine Porno-Webseite:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Eltern freuen würde, wenn ihr Kind auf die Einladung zu einem Treffen mit einem Fremden reagiert oder einem Link folgt, um sich „private Fotos“ anzugucken.

    Doch das eigentliche Problem liegt darin, dass gefährliche Links auch von wirklichen Freunden und Bekannten stammen können. Cyberkriminelle betreiben einen großen Aufwand, um Zugriff auf fremde Benutzerkonten zu erhalten. Die entsprechenden Zugangsdaten werden auf gefälschten Webseiten gestohlen, die Seiten populärer Ressourcen imitieren. Nachdem das potentielle Opfer auf eine solche Seite gelockt wurde, beispielsweise mit Hilfe verlockend klingender Links wie „interessant – guck mal“, wird der Anwender unter irgendeinem Vorwand dazu aufgefordert, seinen Benutzernamen und sein Passwort für das entsprechende Soziale Netzwerk einzugeben. Die eingegebenen Daten landen dann bei den Cyberkriminellen. Als Folge erhalten sie Zugriff auf die persönlichen Informationen des Anwenders und verwenden das gestohlene Benutzerkonto für ihre unlauteren Zwecke – etwa den Versand von schädlichen Links, Spam und betrügerischen Mitteilungen.

    Unten folgt ein Beispiel einer gefälschten Webseite, die im Stil eines bekannten Sozialen Netzwerks aufgebaut ist. Sogar die Adresse der Fälschung ist dem Original ähnlich.

    Die Nutzung Sozialer Netzwerke stellt heute ein enormes Risiko für Kinder dar, die sich bisher noch nicht allzu selbstständig im Leben orientieren. Das sollten Eltern niemals außer Acht lassen.

    Heutzutage messen Soziale Netzwerke dem Schutz von Kindern eine besondere Bedeutung bei. In Facebook gibt es beispielsweise eine spezielle Rubrik für Eltern, in der die Grundprinzipien der Einrichtung eines Accounts für Kinder dargelegt werden. Besonders bemerkenswert ist, dass sich Kinder unter 13 Jahren nicht in diesem Netzwerk registrieren können.

    Instant-Messaging-Systeme

    Bei Kindern und Jugendlichen nimmt das Chatten nach Sozialen Netzwerken vermutlich den zweiten Platz auf der Beliebtheitsskala ein. Welche Probleme könnten dabei auftreten? Heutzutage kursiert eine Menge von sogenanntem Chat-Spam, bei dem es sich zumeist um Angebote äußerst zweifelhafter Dienstleistungen, von Dienstleistungen sexueller Art oder Waren handelt, die etwas mit Sex zu tun haben.

    Um den Anwendern derartige Werbung zu ersparen, existieren in vielen Anwendungen und Online-Chats spezielle Funktionen. In einigen Anwendungen gibt es integrierte Tools oder spezielle Ergänzungen und Plug-ins, die Spam in IM-Clients blockieren.

    So verhindert etwa das Plug-in Bot Sentry in pidgin, dass Bots die Adresse des Anwenders in ihre Datenbanken aufnehmen. Dieses Plug-in ermöglicht es dem Nutzer, allen, die ihn zu seinen Kontakten hinzufügen möchten, eine beliebige Frage zu stellen. Derjenige, der nicht auf die Frage antworten kann, ist auch nicht in der Lage, den Anwender in seine Kontaktliste aufzunehmen – und Spam-Bots haben für gewöhnlich keine Antworten auf „menschliche“ Fragen.

    Ähnliche Ergänzungen gibt es auch für Miranda-IM und andere Clients.

    E-Mail

    Für moderne Kinder ist die E-Mail nicht unbedingt das beliebteste Kommunikationsmittel. Da eine E-Mail-Adresse aber für die Registrierung in verschiedenen Foren, Sozialen Netzwerken, Chat-Webseiten, Online-Spielen und vielen anderen Ressourcen nötig ist, wird auch dieses Medium genutzt. Für unerfahrene Nutzer birgt die elektronische Post allerdings einige unangenehme Überraschungen.

    Erhalten Kriminelle Zugriff auf das Postfach des Anwenders, erhalten sie auch Zugriff auf die Ressourcen, bei denen sich der Anwender über das gehackte Postfach registriert hat.

    Ein anderes unangenehmes Element bei der E-Mail-Nutzung ist Spam. Daher können überaus gefährliche Mitteilungen auch im Postfach Ihres Kindes landen. Hier ein Beispiel:

    Diese Nachricht wurde offensichtlich von einem Spam-Bot verschickt und ist eindeutig nicht für Kinder geeignet.

    Ein Klick auf Links, die auf Webseiten mit nicht für Kinder geeigneten Inhalten führen, können nicht nur der Psyche des Kindes schaden, sondern auch den Computer dem Risiko einer Infektion mit schädlicher Software aussetzen. Im E-Mail-Verkehr finden sich verschiedene Betrugsmails. Näheres zu diesem Thema finden Sie unter.

    Heute arbeiten viele E-Mail-Dienste an der Spamfilterung und Entwicklung von Werkzeugen zur genauen Filtereinstellung. Erhält ein Kind beispielsweise ständig E-Mails von einem bestimmten Absender, den der Standardfilter ignoriert, lässt sich das Filterungstool so einstellen, dass es Mitteilungen anhand bestimmter Parameter blockiert (Absenderadresse, Domain, von der die E-Mail stammt, Schlüsselwörter des Mitteilungsthemas und weitere).

    Schauen wir uns einmal die Einrichtung der Anwenderfilter am Beispiel von gmail etwas genauer an:

    • Klicken Sie auf die Schaltfläche „Optionen“ (), danach auf „Mail-Einstellungen“:

    • Wählen Sie daraufhin unter „Filter“ die Option „Neuen Filter erstellen“:

    • Nachdem die Bedingungen eingegeben wurden – beispielsweise, welche Schlüsselwörter im E-Mail-Text enthalten sein sollen – klicken Sie auf die Schaltfläche „Filter erstellen“:

      Eine spezielle Antispam-Funktion findet sich auch in den E-Mail-Systemen anderer Unternehmen, zum Beispiel bei Yahoo, Bing und AOL – jeweils unter der Rubrik „Optionen“, “Filter erstellen“.

      Wie schütze ich mein Kind im Internet?

      Bewegen sich Kinder ohne Kontrolle im Internet, kann das unvorhersehbare Folgen haben. Um das Netz für ihr Kind weniger riskant zu machen, müssen auch Eltern ihren Teil beitragen.

      Regeln für das Kind

      Erklären Sie Ihrem Kind einige einfache Regeln. Wenn ein Kind die Regeln für sicheres Verhalten im Internet von den Eltern erfährt, bleiben ihm schlechte Erfahrungen erspart.

      Das Kind sollte wissen, dass es im Internet…

      1. … niemals seine Kontaktdaten öffentlich zugänglich machen sollte, diese auch niemals per E-Mail, innerhalb Sozialer Netzwerke oder im Chat an Unbekannte weitergeben sollte. Denn jeder Kriminelle ist in der Lage, einen Menschen aufgrund seiner Adresse oder Telefonnummer ausfindig zu machen.
      2. … niemals einem persönlichen Treffen mit unbekannten Personen zustimmen darf. Derartige Angebote sollten ignoriert und der Kontakt mit allzu hartnäckigen Personen abgebrochen werden.
      3. … seine E-Mail-Adresse nicht in irgendwelchen Foren, Communitys oder Sozialen Netzwerken veröffentlichen sollte. Das Kind könnte Spammern zum Opfer fallen und sein E-Mail-Postfach von unerwünschten Nachrichten überschwemmt werden.
      4. … keinen Links in Mitteilungen von unbekannten Absendern folgen sollte. Ein solches Verhalten könnte gefährlich sein, da die Nachricht von Kriminellen stammen könnte.
      5. … nicht auf Links in Mitteilungen klicken sollte, die ungewöhnlich verlockende Angebote enthalten, zum Beispiel das „Rating“ des Kontos zu erhöhen oder eine „super Möglichkeit“ in einem Sozialen Netzwerk zu erhalten. Meistens werden solche Mitteilungen von Cyberkriminellen verschickt, um den Anwender auf eine schädliche Webseite zu locken und seinen Computer mit einem Virus zu infizieren.
      6. … Angeboten von Geschenken, leichten Verdienstmöglichkeiten und Mitteilungen über Erbschaften oder Ähnlichem keine Beachtung schenken sollte. Nachrichten dieser Art werden von Betrügern in Umlauf gebracht.

      Insgesamt sollte sich ein Kind in Sozialen Netzwerken genauso um- und vorsichtig verhalten wie im realen Leben auch.

      Tipps für die Eltern

      Der Einsatz von Sicherheitslösungen ist nur ein erster seriöser Schritt auf dem Weg zum Schutz Ihres Kindes vor den negativen Einflüssen des Internets.

      Heutzutage verfügen die Produkte der Kategorie Internetsicherheit vieler Hersteller über ein Modul, das Ihr Kind vor vielen Online-Bedrohungen schützen kann. Sie können dabei eine Lösung auswählen, die in Bezug auf die möglichen Beschränkungen und die Flexibilität der Einstellungen am besten auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

      In den Produkten von Kaspersky Lab sind beispielsweise die folgenden Funktionen und Optionen umgesetzt:

      1. eine Lösung zur Filterung unerwünschter Web-Inhalte (Ressourcen mit erotischen, extremistischen und gewaltverherrlichenden Inhalten)
      2. die Möglichkeit zur Aktivierung von Funktionen für das sichere Suchen in den meisten gängigen Suchsystemen mit Hilfe von Kaspersky Internet Security 2012 und Kaspersky PURE Total Security
      3. die Möglichkeit, den Zugriff auf bestimmte Webseiten für das Kind zu blockieren.
      4. die Möglichkeit, den Zugriff auf Gruppen für Erwachsene in bestimmten Sozialen Netzwerken für das Kind zu blockieren
      5. die Möglichkeit, die Korrespondenz des Kindes in Sozialen Netzwerken und IM-Chats zu verfolgen und die Kommunikation mit verdächtigen Gesprächspartnern einzuschränken
      6. die Möglichkeit, eine Sperre für die Übermittlung sämtlicher persönlicher Daten in Sozialen Netzwerken und IM-Chats einzurichten
      7. die Möglichkeit, Phishing- und Porno-Webseiten zu blockieren, auf die Links in Spam-Mails häufig verweisen
      8. eine Lösung zum Schutz vor Spam

      Eine Anleitung zur Konfiguration des Moduls „Kindersicherung“ finden Sie hier:

      Hier noch eine letzte, überaus wichtige Anmerkung: Denken Sie immer daran, dass das Risiko einer Infektion des Computers, den Ihr Kind benutzt, um ein Vielfaches steigt, wenn es damit ins Internet geht. Daher sollte auf dem Rechner unbedingt eine zuverlässige Lösung zum Schutz vor Schadprogrammen installiert sein.

      Der Artikel und Zitate daraus dürfen unter Nennung des Unternehmens Kaspersky Lab sowie des Autors frei veröffentlicht werden.

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