Glückliche Millionäre teilen gern?

Die Benachrichtigung über einen Lotteriegewinn ist ein traditioneller Köder nigerianischer Betrüger. Häufig stellt sich der Autor eines solchen Schreibens als glücklicher Besitzer eines millionenschweren Gewinns vor, der schon gar nicht mehr weiß, wofür er seinen unerwarteten Reichtum ausgeben soll, und sich daher nun durch Wohltätigkeit hervortun möchte.

 

Innerhalb der letzten Monate registrierten wir mehrere Spam-Versendungen, die im Namen verschiedenen Personen verschickt wurden, die vor kurzem oder vor einigen Jahren in einer Lotterie gewonnen haben. So erhielten wir im Dezember mehrere verschiedene Versendungen, die im Namen ein und desselben Ehepaares geschrieben waren, das seinen Gewinn bereits im Jahr 2012 erhalten hatte. Die Schreiben hatten unterschiedliche Aufmachungen und erzählten unterschiedliche Geschichten, doch in allen Fällen betrug die dem Opfer angebotene Summe 800.000 Pfund Sterling, und um den Empfänger von der Echtheit der Informationen über die Lotterie zu überzeugen, wurde ein und derselbe Link ins Feld geführt, der auf eine Videoaufzeichnung eines Interviews mit dem glücklichen Gewinner verwies. Die Betrüger waren dabei bemüht, sich so kurz wie möglich zu fassen und führten keine Details im E-Mail-Körper an. Die Mails einer Versendung dieser Art enthielten allerdings Textanhänge, in denen darüber informiert wurde, dass im Rahmen eines wohltätigen Projekts die Adresse des Empfängers als eine von drei Glücklichen ausgewählt wurde, denen das Geld zukommen soll.

 

Den Namen eines anderen Ehepaars, das seinen Gewinn im November des Jahres 2013 erhalten hatte, benutzten die Betrüger, um ihren Schreiben eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. In diesem Fall informierten die Spammer über eine Spende in Höhe von einer Million Pfund. Die Mail enthielt keinerlei Details zur Geldübergabe – ebenso wenig wie irgendwelche Erklärungen dazu, warum die Gewinner sich entschlossen haben, ihr Geld ausgerechnet mit dem Empfänger des Schreibens zu teilen. Um alle diese fehlenden Informationen zu erhalten, sollte das potentielle Opfer auf den betrügerischen Brief antworten.

 

Die Spammer machten sich aber auch aktueller Anlässe zunutze. Mitte Dezember 2013 gewann ein einfacher kanadischer Bürger 40 Millionen Dollar in einer Lotterie, und im Januar 2014 entdeckten wir eine betrügerische Versendung im Namen eines frisch gebackenen Millionärs. Wie zu erwarten war, versuchten die Betrüger den Empfänger mit einer Summe von 1,2 Millionen Dollar zu locken – sowie mit der Geschichte, dass der Millionär seinen gesamten Gewinn zum Andenken an seine Frau verschenkt, die vor zwei Jahren an Krebs gestorben ist.

 

Beim Verfassen ihrer Mails lassen die Betrüger verschiedene reale Ereignisse einfließen. Das können sowohl tragische (Tod bekannter Persönlichkeiten, Terrorakte, Naturkatastrophen), als auch angenehme Ereignisse sein, wie etwa der Gewinn in einer Lotterie. Doch was auch immer die Cyberkriminellen sich zusammenschreiben mögen, man sollte ihren Beteuerungen keinesfalls Glauben schenken, dass die Verfasser der Schreiben ihr Geld gern mit ihnen teilen  würden. Denken Sie immer daran, dass die in einer solchen Mail genannten realen Namen und die Links auf tatsächliche Veröffentlichungen keine Garantie für die Authentizität der Geschichte sind.

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