Gaddafis Tod als Spam-Thema

Nigerianische Spammer reagieren überaus schnell auf Ereignisse in den Brennpunkten dieser Welt. Die Nachricht vom Tod des lybischen Machthabers Muammar Gaddafi hatte sich gerade um den Globus verbreitet, als auch schon die ersten Briefe von „den Verwandten des Verstorbenen“ in die elektronischen Postfächer der Anwender flatterten.

Die trauernden Verwandten Gaddafis wären höchst überrascht, wenn sie wüssten, wie viele Nachrichten die Internet-User auf der ganzen Welt angeblich von ihnen erhalten.

Das Ganze stellt sich dann so dar, als ob die Söhne, die Tochter, die Ehefrau, die Brüder oder auch Freunde der Familie – anstatt an den Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren des Toten teilzunehmen – unentwegt Briefe an normale Bürger auf der ganzen Welt rausschicken, damit diese ihnen dabei helfen, die ungezählten Millionen außer Landes zu schaffen, die sie nun geerbt haben.

Glaubt man den „Nigerianern“, so befinden sich allein in den „Sparstrümpfen“ der Familie des lybischen Machthabers hunderte Millionen Dollar. Ich habe nur in den Mitteilungen, die mir selbst in die Hände gefallen sind, nicht weniger als dreihundert gezählt.

Am eifrigsten bemüht sich „die Ehefrau Gaddafis“, denn in ihrem Namen versenden die Spammer die größte Anzahl an Spam-Varianten. Die von ihnen verbreiteten und ihrer Meinung nach schrecklichen Geschichten über das harte Leben, dass die Frau an der Seite Gaddafis führen musste, sollen deren innigen Wunsch erklären, das Geld mit ihren Nächsten zu teilen. Oder auch mit ihr nicht ganz so Nahestehenden. Je nachdem, wer der Empfänger der elektronischen Nachricht ist.

Den allgemeinen Wunsch, Geld ins Ausland zu überweisen, verspüren außerdem auch die „oppositionellen Truppen“, „Juristen“ und „Bankangestellte, die Zugriff auf die Konten des Verstorbenen haben“.

Bei nigerianischem Spam handelt es sich selbstverständlich um Betrug in seiner reinsten Form. Weder die Ehefrau Gaddafis noch irgendwelche Juristen würden jemals irgendwem E-Mails schicken, um Millionen von Dollars ins Ausland zu überweisen, und dem unbekannten Mittelsmann dann auch noch eine Provision zu zahlen. Dem Anwender, der auf diesen Betrug hereinfällt, wird so lange das Geld für verschiedene angebliche Auslagen aus der Tasche gezogen, bis es nichts mehr aus der Tasche zu ziehen gibt. Man sollte auch gegenüber Informationen im Internet aus unbestätigter Quelle kritisch sein, die sich selbst als Sohn von Oberst Gaddafi bezeichnet.

Hier einige Screenshots verschiedener E-Mails von Familienmitgliedern des ehemaligen lybischen Staatsoberhaupts.

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