Wollen Sie Ihre Spam-Versendungen wirklich abbestellen?

Die Spammer werden nicht müde, neue Wege zu suchen, um die Antispam-Filter zu umgehen und die Empfänger der Spam-Mitteilung in die Irre zu führen. Vor kurzem entdeckten wir eine Versendung, deren Autoren ihre Mails als automatische Antwort auf die Abmeldung von verschiedenen Newslettern tarnten. Im Betreff wurde das Bedauern über den Verlust eines Abonnenten ausgedrückt und auch noch einmal nachgefragt, ob der Empfänger tatsächlich auf diese Dienstleistung verzichten wolle.

 

Phrasen wie „Schade, dass Sie sich abgemeldet haben“ finden sich tatsächlich in automatischen Antworten auf die Abbestellung von Newslettern. Darauf folgte allerdings ein weniger typischer Text. Die Autoren der Mail informierten den Anwender, dass er sich nicht nur von einem Newsletter, sondern gleich von mehreren Versendungen mit Informationen zu beispielsweise den folgenden Themen abgemeldet habe:

  • Führerschein ohne MPU;
  • Privatinsolvenz;
  • Banklizenzen;
  • Firmengründung im Ausland;
  • Immobilien mit 50% Rabatt.

All das sind typische Themen von Spam-Versendungen, die in diesem Fall als thematische Newsletter ausgegeben werden. Was aber bringt einen nun dazu, an der Echtheit dieser „Abmeldungen“ zu zweifeln? Die Tatsache, dass an keiner Stelle der Mail darauf hingewiesen wird, vom Newsletter welchen Informationsportals, welcher Nachrichtenseite oder welcher Online-Zeitung der Anwender denn nun eigentlich abgemeldet wird.

Eine derartige Information fehlte auch in den Absenderdaten: Die Adresse der Mail-Domain des Absenders lautete „führerschein-jetzt.com“ (Spammer benennen neu erstellte Domains sehr häufig mit Phrasen oder Wörtern, die mit den angebotenen Dienstleistungen zusammenhängen), und die Domain wurde in demselben Monat erstellt, in dem diese Mails versendet wurden. Es gibt keinerlei Links auf die Ressource, wo man das Abonnement erneuern könnte. Es scheint, als hofften die Autoren darauf, dass der Anwender, wenn er sich für eins der Themen interessiert, selbst auf die Mail antwortet und dann das gesamte Spektrum an Spam zum ausgewählten Thema erhalten wird.

Durch eine noch größere Unverschämtheit zeichneten sich die Autoren einer anderen Versendung aus. Gegen die Bezahlung einer geringen Summe versprachen die Spammer dem Empfänger zu erzählen, woher sie seine E-Mail-Adresse haben und warum in seinem Postfach so viel Spam landet. Für die Auskunft, die letztlich dazu beitragen kann, sich die unerwünschten Nachrichten vom Halse zu halten, verlangten die unbekannten „Wohltäter“ ganze 3,5 Dollar. Für die Bezahlung der Dienstleistung sollte der Anwender den in der Mail enthaltenen Link aufrufen.

 

Der Link führte auf eine Seite mit der Bezeichnung „End of Spam“, wo die Preisliste schon etwas länger war. Gegen eine über PayPal gezahlte „Spende“ von $1,50 konnte der Nutzer sich angeblich von allen Spam-Versendungen freikaufen. Und gegen die etwas höhere Summe von 3,50 Dollar sollte er das „Geheimnis“ erfahren, wie die einen oder anderen Spammer an seine E-Mail-Adresse gekommen sind. Dabei empfahlen die Autoren der Versendung nachdrücklich, bei der Zahlung als Überweisungszweck die eigene E-Mail-Adresse anzugeben, damit „sie auch wüssten, wen sie abmelden sollen“.

 

Alle Links führten auf eine PayPal-Seite mit fertigem Bezahl-Dokument. Wenn der Anwender bereits in dem Bezahlsystem registriert war, musste er lediglich auf den Button „Bezahlen“ klicken und damit sein Geld in die unendlichen Weiten des Internets senden.

Selbstverständlich bereiten die beschriebenen Maßnahmen dem Strom aufdringlicher Spam-Mails kein Ende – es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Autoren der Versendung alle Spammer dieser Welt kennen und diese wiederum auf Anfrage des Anwenders alle von ihnen organisierten Spam-Versendungen stoppen. Vielmehr könnten die „Wohltäter“, nachdem sie das Geld erhalten haben, nicht nur die unerwünschte Korrespondenz nicht einstellen, sondern sie, im Gegenteil, noch ausweiten, da sie sich von der Gültigkeit der Adresse und der Naivität ihres Inhabers überzeugt haben. Und im schlimmsten Fall nutzen sie die bei der Bezahlung angegebenen persönlichen Daten zu unlauteren Zwecken aus.

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