Ukrainisches Bollwerk von ZeuS und SpyEye zerschlagen

Ermittlungen zufolge, die von Strafverfolgungsbehörden sechs europäischer Länder auf dem Gebiet der Ukraine durchgeführt wurden, wurde eine Verbrecherbande unschädlich gemacht, deren Mitglieder in dem Verdacht stehen, die Banktrojaner ZeuS und SpyEye zu entwickeln, einzusetzen und zu verbreiten, sowie das gestohlene Geld zu waschen. Im Laufe einer zweitägigen Operation, die mit Unterstützung von Europol und der österreichischen und belgischen Justiz durchgeführt wurde, kam es zu fünf Verhaftungen und acht Durchsuchungen in vier Städten, wobei Computertechnik für die forensische Untersuchung beschlagnahmt wurde.

Diese organisierte Verbrecherbande zeichnet sich durch eine hohe Aktivität und klar verteilte Rollen aus. Ihre Mitglieder beschäftigten sich mit der Entwicklung von Schadsoftware, deren Ausbreitung auf den Anwendercomputern, dem Sammeln von gestohlenen Daten, dem Handel mit Schädlingen und mit Anmeldedaten von fremden Konten/Accounts, der Bereitstellung von Hackerdienstleistungen, der Suche nach Partnern für ihre kriminellen Machenschaften, der Verwandlung der gestohlenen Mittel in Bargeld und der anschließenden Überführung des Geldes über die Grenzen der Europäischen Union hinaus. Nach Einschätzung von Europol infizierten die von den Cyberverbrechern verwendeten Banker zehntausende Anwender und bedienten sich bei vielen Großbanken. Die Verluste aufgrund der Aktivität der Verbrecherbande werden aktuell auf über 2 Millionen Euro geschätzt.

Die Operation, infolge derer die ukrainische Gruppe zerschlagen werden konnte, ist Teil von umfassenden Ermittlungen eines gemeinsamen Ermittlungsteams (JIT), zu der Vertreter Österreichs, Belgiens, Großbritanniens, Hollands, Norwegens und Finnlands gehören, und die im Jahr 2013 ihre Arbeit aufgenommen hat. Europol und Eurojust haben die Kämpfer wider die Cyberkriminalität dabei aktiv unterstützt und auch die Verbindung zu staatlichen Strukturen außerhalb der europäischen Grenzen ermöglicht.

„Im Rahmen einer der bedeutendsten, von Europol koordinierten Operationen hat unsere Organisation Seite an Seite mit internationalen Ermittlern gearbeitet, um die überaus gefährliche Gruppe von Cyberkriminellen zu zerschlagen“, erklärte der Direktor von Europol, Rob Wainwright in einer Stellungnahme zu den Razzien in der Ukraine. „Wie auch unsere Partner in verschiedenen Ländern haben wir uns dem Kampf gegen Bedrohungen verschrieben, seien es Schadprogramme oder andere Formen der Cyberkriminalität, um so die Sicherheit technologischer Infrastrukturen und finanzieller Online-Transaktionen zum Wohle von Geschäftsstrukturen und normaler Anwender auf der ganzen Welt zu verbessern.“

„Dieser Fall zeigt, dass der erfolgreiche und nachhaltige Kampf gegen Cyberkriminalität nur möglich ist, wenn alle Beteiligten grenzübergreifend koordinieren und kooperieren“, sagte Frau Ingrid Maschl-Clausen, die nationale österreichische Vertreterin bei Eurojust, anlässlich einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Die jüngsten Ergebnisse der Ermittlung lassen die Gesamtzahl der Festnahmen bei dieser Operation auf 60 ansteigen, 34 Personen darunter sollen von holländischen Ermittlern vor dem Hintergrund einer Geldkurier-Operation festgenommen worden sein. Vorher wurden analoge Polizeidurchsuchungen in Belgien, Lettland, Finnland und Estland durchgeführt. Die Mitglieder des Ermittlungsteams JIT hoffen, dass das umfassende Material, das sie im Rahmen der laufenden Ermittlungen zusammentragen konnten, ihnen dabei helfen wird, weitere Verbrecher dingfest zu machen.

Quelle: Europol

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