Trojanische Buchung

Trend Micro hat gefälschte Mitteilungen eines deutschen Online-Buchungsservice entdeckt, über die trojanische Programme verbreitet werden sollen.

Die schädlichen Spam-Nachrichten wurden im Namen des Web-Service hotel.de verschickt und waren als Reservierungsbestätigung für ein Einzelzimmer in dem 5-Sterne-Komplex Brenner’s Park-Hotel & Spa aufgemacht. Die Fälschung sieht sehr überzeugend aus, allerdings haben die Experten zu recht angemerkt, dass die Spammer mit Geografie anscheinend nicht viel am Hut haben: Als Standort des Hotels gaben sie Österreich an, obwohl sich das Brenner’s Park tatsächlich im Zentrum von Baden-Baden befindet. Vor einem halben Jahr wurden analoge Mitteilungen in englischer Sprache verbreitet, wobei in diesem Fall der Name booking.com ausgenutzt wurde.

Die schädliche zip-Datei im Anhang an die Spam-Mitteilung wurde von Trend Micro als der modulare Windows-Bot Andromeda, alias Gamarue, identifiziert. Dieser Schädling verbindet sich mit einem C&C-Server, indem er 6 Fast-Flux-Domains nutzt, inklusive russischer und polnischer. Er ist in der Lage, bei der Ausführung zusätzliche Dateien zu laden und zu starten, er verfügt über einen Anti-VM-Schutz und funktioniert auf 32- und 64-Bit-Plattformen.

Von den 6 Domains, die in der Liste von Andromeda entdeckt wurden, sind 5 nicht aktiv. Die sechste, die der Zone .pl zuzuordnen ist, konnten die Experten mit Hilfe des lokalen CERT neutralisieren – einer Gruppe von IT-Sicherheitsfachleuten, die bei der Lösung von konkreten IT-Sicherheitsvorfällen mitwirkt. Die gehackte Website, von der der Schädling versuchte, Plug-Ins zu laden, gehört einer australischen Organisation, die im Gesundheitswesen tätig ist.

Trend Micro gelang es zudem, die geografische Verteilung der Opfer dieser Spam-Kampagne zu definieren. Die meisten Infektionen wurden in Deutschland (30,19%) und Australien (25,54%) registriert. Aber auch Singapur (11,18%) und Italien (8,71%) waren eindeutig davon betroffen, in etwas geringerem Maße zudem Frankreich, Taiwan (je 2,03%), sowie Indien und die Türkei (je 1,89%).

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