Steganografie im Dienste der Cyberkriminalität

Steganografie als Methode, wichtige Informationen zu verbergen, hat schon vor langer Zeit Eingang in das Arsenal der Cyberkriminellen gefunden, obwohl sie bisher nicht allzu weit verbreitet war. Doch Schadcode-Samples, die wir im Rahmen kürzlich durchgeführter Kampagnen erhalten haben, belegen, dass die Popularität und auch die Finesse dieser Tarnmethode zunehmen.

Auf der Black Hat Europe haben Pierre-Marc Bureau von Dell SecureWorks und Christian Dietrich von Crowdstrike als Beispiel einige moderne Schädlinge vorgeführt, die Steganografie zum Verbergen lebenswichtiger Daten einsetzen.

Eine der neusten Varianten des DDoS-Bots Foreign beispielsweise erhält ihre Befehle vom C&C-Server in den Standardmitteilungen über den http-Fehler 404. Der Bot parst die auf den ersten Blick gewöhnliche Seite und isoliert den mit Base64 codierten Befehl, der vor den neugierigen Augen der Forscher zwischen den HTML-Tags <comment> versteckt wird.

Der Downloader Lurk wurde laut Aussage von Bureau und Dietrich im Jahr 2014 dabei beobachtet, wie er eine Ziel-URL in einem bmp-Bild versteckte. Der Bank-Schädling Vawtrak, alias Neverquest und Snifula, wendet Steganografie seit Beginn des laufenden Jahres an, als „Ersatzmechanismus zum Erhalt der URL zum Download der Konfigurationsdatei“. Diese Information ist in der Datei favicon.ico verborgen, die im Netzwerk Tor beherbergt wird.

Die Forscher von SecureWorks haben auch als erste Stegoloader analysiert – ein Spionageprogramm, das mit Hilfe eines speziellen Bereitstellungsmoduls zugestellt wird. Nach der Kompromittierung des Rechners lädt dieses Modul von einer legitimen Website eine png-Datei, die die Payload erhält. Die Hauptaufgabe von Stegoloader ist der Diebstahl von Informationen; diese Funktion ist in verschiedenen Modulen umgesetzt, die den Zugriff auf Dokumente, Listen der installierten Programme, Browser-Chroniken usw. ermöglichen.

Quelle: Threatpost

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