SSLv3 offiziell für tot erklärt

Die IETF (Internet Engineering Task Force, deutsch Internettechnik-Arbeitsgruppe) hat mit einem neuen RFC beschlossen, das Netz endgültig von dem veralteten Protokoll SSLv3 zu befreien. SSLv3 wurde schon seit Langem attestiert, nicht sicher zu sein, doch die allgemein verbreitete Nutzung dieses Protokolls bereitete Angriffen wie BEAST und POODLE den Boden.

Große Unternehmen wie Microsoft, Google und Mozilla haben in Eigeninitiative Schritte unternommen, um die Verwendung dieses Protokolls in ihren Produkten zu deaktivieren, und nun legalisiert der RFC 7568 das umfassende Entfernen von SSLv3. Im Mai gab die IETF bereits ihre Absicht bekannt, sich eingehend mit SSLv3 zu befassen – in den Empfehlungen für den sicheren Einsatz von TLS und DTLS – RFC 7525 – wird davon abgeraten, Verbindungen unter Verwendung der Protokolle TLS 1, TLS 1.1, SSLv2 und SSLv3 aufzubauen.

„In der Praxis DÜRFEN Clients NICHT ClientHello mit ClientHello.client_version senden, eingestellt auf {03,00}. Analog DÜRFEN Server NICHT ServerHello mit ServerHello.server_version, eingestellt auf {03,00}, abschicken. Jede Seite, die eine Hello-Nachricht mit einer auf {03,00} gestellten Protokoll-Version erhält, MUSS mit der Warnung „protocol_version“ antworten und die Verbindung beenden“, heißt es in dem neuen RFC 7568.

In dem von Richard Barnes und Martin Thomson von Mozilla, Alfredo Pironti von INRIA und Adam Langley von Google verfassten Dokument werden auch alle Probleme des Protokolls beschrieben, die im Laufe seines zwanzigjährigen Bestehens aufgetreten sind.

Quelle: The Register

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