Spam im Mai 2009

Besonderheiten des Monats

  • Der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic erhöhte sich im Vergleich zum April um zwei Prozent und erreichte durchschnittlich 84,7 Prozent.
  • Links auf Phishing-Seiten befanden sich in 0,69 Prozent aller E-Mails. Das entspricht einer Steigerung um 0,17 Prozent gegenüber dem Vormonat.
  • Schädliche Dateien waren in 0,03 Prozent der E-Mails enthalten, das sind 0,15 Prozent weniger als im April.
  • Mit dem Thema „Schweinegrippe“ bewarben die Spammer Webseiten, die gefälschte Medikamente anbieten
  • Im Mai widmeten sich einige Spam-Mails dem Thema Muttertag.
  • Der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic

    Der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic erreichte im Mai 2009 durchschnittlich 84,7 Prozent. Der niedrigste Wert wurde mit 76,8 Prozent am 2. Mai erreicht und die meisten Spam-Mails am 17. Mai registriert: An diesem Tag waren es 88,9 Prozent.


    Schädliche Dateien waren in 0,03 Prozent der E-Mails enthalten,
    das sind 0,15 Prozent weniger als im Vormonat.

    Phishing

    Links auf Phishing-Seiten waren in 0,69 Prozent aller E-Mails enthalten, was einem Anstieg von 0,17 Prozent gegenüber dem Monat April entspricht. Bereits seit drei Monaten richten die Betrüger die meisten ihrer Phishing-Angriffe gegen das Zahlungssystem PayPal und das Internetauktionshaus eBay.
    Folgende Unternehmen waren im Mai 2009 den meisten Phishing-Angriffen ausgesetzt:

    Die thematische Zusammensetzung von Spam

    Die Verteilung der Spam-Themen im Runet im Mai 2009

    Die Top Five der Spam-Themen im Mai:

    1. Gesundheit und Medikamente – 32,4% (+9,3%)
    2. Werbung für Spammer-Dienstleistungen – 18,5 % (-1,2%)
    3. Replikate hochwertiger Waren – 10,8% (+2,3%)
    4. Bildung – 7,9% (-3,3%)
    5. Spam „für Erwachsene“ – 6,9% (+1,6%)

    Charakteristisch für diesen Monat ist, dass die Spammer ihren Werbemüll nicht erst auf Bestellung verschickten, sondern selber aktiv wurden. Dies betraf vier Rubriken, die zu den populärsten Spam-Themen gehören. Vor diesem Hintergrund lag der Anteil der Rubrik „Andere Waren und Dienstleistungen“ bei gerade einmal 5,6 Prozent, was auf eine geringere Anzahl der Auftraggeber aus dem realen Wirtschaftssektor schließen lässt. Den Spitzenplatz nimmt noch immer das Thema „Gesundheit und Medikamente“ ein. Der Anteil der Rubrik „Werbung für Spammer-Dienstleistungen“ hat sich geringfügig verringert, bleibt jedoch weiterhin hoch. Der Anteil der Werbung für „Replikate hochwertiger Waren“ hat sich dagegen etwas erhöht, allerdings konnten keine qualitativen Veränderungen bei dieser Spam-Thematik festgestellt werden. Die Rubrik „Spam für Erwachsene“ kehrte im Mai erneut in die Spitzengruppe zurück.

    Die einzige Rubrik unter den Top Five, bei der die Besteller keine unmittelbare Beziehung zum Spam-Business haben, ist der Bereich „Bildung“.

    Eines der heißesten Themen im Mai war die Schweinegrippe. Besonders in der ersten Monatshälfte verschickten die Spammer intensiv Reklame mit Links auf Webseiten, auf denen ein „schnelles und wirksames Mittel“ gegen diese Pandemie angeboten wurde. Ende Mai erhielt das Präparat einen Namen: Den im Internet erschienenen Empfehlungen der Mediziner folgend boten die Spammer „Tamiflu“ als wirksames Gegenmittel an. Dieses Versprechen war jedoch so trügerisch wie die Mehrzahl der Spammer-Angebote: Hinter den Links verbargen sich Webseiten, die gefälschte Medikamente anboten.


    Auf die Schweinegrippe gemünzter Spam tauchte in deutscher Sprache etwas später auf, unterschied sich aber nicht vom englischsprachigen Original. Text und Betreff waren inhaltlich identisch.

    Der in der Spam-Mail enthaltene Link führte auf diese bekannte Seite:

    Parallel zum Schweinegrippe-Spam kursierten E-Mails, die vor Folgeschäden des Rauchens warnten und einen Link auf eine ähnlich aufgebaute Webseite enthielten:

    Man muss welchen Schaden nicht erklären es trägt die Zigarette auf. Alle wissen es….

    Wir bieten die reale Hilfe an, Tausende Europäer haben diesen Rat schon ausdenutzt.

    Nach der Statistik gelten die Kombinationen antidepressant and antismoking Patch am besten.

    Mache den Versus – schenke sich noch 10 Jahre des Lebens.

    Erwähnenswert ist auch die Rückkehr von Spam-Mails an Raucher, die von angeblichen Freunden stammen. Hier wird die „ungefährliche“ Zigarette angepriesen:

    Hallo,

    Dein Tipp war echt super,

    Endlich habe ich es geschafft mit den scheiß Zigaretten aufzuhören

    Ich dampfe zwar noch, doch jetzt halt viel gesünder.

    Nur die Internetadresse war falsh.

    Damit du nicht mehr länger suchen must

    Hier die richtige Adresse:http://www.happysmoking*****

    Achja, aktuell bekommst da auch noch nen Reisegutschein von 100 Euro ;

    Gruß

    Richard

    Englischsprachige Spam-Mails waren mit dem Muttertag verbunden. Die Spammer boten verschiedene Geschenke zu diesem festlichen Ereignis an. Folgten Empfänger dem in der E-Mail angegebenen Link, landeten sie jedoch auf einer infizierten Webseite oder auf einer Phishing-Seite. Meistens führten die Links in den farbenprächtigen Spam-Mails auf Webseiten, auf denen man sich angeblich vom Mailverteiler abmelden konnte. Die in das Abmeldeformular eingetragenen E-Mail-Adressen landeten jedoch umgehend in der Datenbank der Spammer.

    Deutsche Spammer nutzten den Muttertag unter anderem für den Versand von Porno-Spam:

    In unserem Blog schrieben wir bereits darüber, wie Spammer den Contest von Eurovision ausgenutzt haben (http://www.viruslist.com/de/weblog?weblogid=207319039&new=1).

    Das Thema Wirtschaftskrise verliert im deutschen Spam allmählich an Bedeutung. Arbeitsangebote werden immer weniger. Die Krise wird nicht mehr zur Werbung für Viagra und billige Software genutzt. Offensichtlich ist es für die Spammer gegenwärtig viel interessanter, mit dem Thema Sommer/Bikinifigur für Schlankheitsmittel zu werben.

    Erstaunlicherweise griffen die Spammer sogar noch im Mai auf das Thema Weihnachten zurück.

    Methoden und Tricks der Spammer

    Um Werbung für die eigenen Dienstleistungen effektiver verbreiten zu können, verschickten die Spammer Bilder, auf denen jeder Buchstabe der Werbemitteilung in einem Viereck unterschiedlicher Farbe und Größe eingetragen war. Doch wie die Praxis schon mehrfach gezeigt hat, führen solche Spielereien nur zu einem Resultat: Die E-Mails werden praktisch unlesbar.

    Zusammenfassung

    Ebenso wie in den ersten Monaten des Jahres, blieben auch im Mai der Spam-Anteil im E-Mail-Traffic und die Verteilung der Spam-Themen prinzipiell gleich. Die Tatsache, dass die Spammer ihren Werbemüll in vier der fünf Spitzen-Kategorien nicht erst auf Bestellung verschickten, sondern selber aktiv wurden, zeigt, dass die Anzahl ihrer Kunden weiterhin abnimmt.

    Diese Situation lässt sich einerseits auf die Wirtschaftskrise zurückführen, die die Anzahl potenzieller Besteller verringert. Zum anderen liegt es aber auch am Beginn der Urlaubssaison, dass viele Werbeangebote ihre Aktualität verlieren. Noch immer recht groß ist der Anteil der Werbung für Spammer-Dienstleistungen, ebenfalls charakteristisch für Krisenzeiten.

    Die wachsende Anzahl von E-Mails mit Phishing-Links zwingt dazu, über deren Gefährlichkeit nachzudenken. In letzter Zeit starteten die Betrüger bevorzugt Angriffe auf die Webseiten von PayPal sowie eBay und widmeten den Banksystemen weniger Aufmerksamkeit. Dies liegt offenbar daran, dass viele Banken ihre Online-Dienstleistungen immer besser absichern. Die große Zahl der PayPal- und eBay-Nutzer bietet den Phishern zwar keine hohen, dafür aber regelmäßige Einnahmen, da diese Systeme unter Internetnutzern am populärsten sind.

    Im Sommer versuchen die Spammer in der Regel, effektivere Methoden und Tricks zum Spam-Versand zu entwickeln. Allerdings haben sie schon ziemlich lange keine prinzipiell neuen Lösungen mehr gefunden. Die Situation auf dem Spam-Markt wird heutzutage weniger durch das Vorhandensein oder Fehlen technologischer Neuheiten bestimmt als durch die Gesetze des Business.

    Der Artikel und Zitate daraus dürfen unter Nennung des Unternehmens Kaspersky Lab sowie des Autors frei veröffentlicht werden.

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