Scotland Yard verhaftet 19 mutmaßliche Hacker

Schwerer Schlag gegen die organisierte Internetkriminalität: Der britischen Polizeibehörde New Scotland Yard ist eine Bande von Online-Kontodieben ins Netz gegangen. Bis zu 20 Millionen Euro sollen die 19 mutmaßlichen Hacker von den Bankkonten ihrer Opfer gestohlen haben. Die Hacker nutzten für ihre virtuellen Beutezüge den Zeus-Botnetz-Trojaner, den wohl derzeit gefährlichsten und erfolgreichsten Computer-Schädling.

Die Täter im Alter von 23 bis 47 Jahren sollen in den letzten drei Monaten in großem Stil abkassiert haben. Ihr Trick: Sie infizierten die Computer ihrer Opfer mit dem Zeus-Botnetz-Trojaner und verschafften sich damit die Zugangsdaten zu den Online-Bankkonten ihrer Opfer. Von dort transferierten sie das Geld über Umwege auf eigene Konten. Wie die britische Tageszeitung DailyMail meldet, verhaftete die Polizei am Dienstag die Bande.

Die Hacker benutzten den Zeus-Botnetz-Trojaner, um die Computer ihrer Opfer zu infiltrieren. Dieser ist als Bausatz in einschlägigen Hacker-Kreisen im Internet für 350 Euro zu bekommen. Einmal auf dem Computer installiert, lauerte die von der Hackern benutzte Variante des Trojaners darauf, dass die Opfer bestimmte Bank-Internetseiten öffneten. Sobald das geschah, griff der Trojaner die Zugangsdaten ab und sendete diese an die Online-Kriminellen. Die Bande heuerte eine ganze Reihe ahnungsloser Helfer an, deren Bankkonto sie als Zwischenstation für das Geld missbrauchten. Von dort wanderte das Geld dann auf die eigentlichen Konten der Kriminellen. Indem sie eine Vielzahl unterschiedlicher Bankkonten nutzten, hofften die Gangster unentdeckt zu bleiben.

Ältere Antiviren-Programme erkennen den gefährlichen Zeus-Trojaner nicht. Zum Schutz ist es also besonders wichtig, aktuelle Antiviren-Software auf dem Computer einzusetzen. Im Fall des Zeus-Trojaners hilft zudem besondere Skepsis bei E-Mails unbekannter Herkunft. Gerade der Zeus-Trojaner verbreitet sich über Spam-Mails, die sich als wichtige Nachricht der eigenen Bank tarnen. Banken kommunizieren in der Regel nicht per E-Mail mit ihren Kunden. Wer den Verweisen in solchen E-Mails folgt, infiziert sich heimlich mit dem Schädling. Ob der Zeus-Botnetz-Trojaner bereits auf dem eigenen PC zugeschlagen hat, lässt sich mit dem Removal-Tool gegen Zeus-Bot schnell ermitteln.

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