Produktpiraten und Betrüger haben erneut Verluste zu beklagen

Der vergangene „Cyber Monday“ war gekennzeichnet vom Abschluss der sechsten internationalen Operation zur Unterbindung des Online-Schmuggels – eine umfassende Aktion, die regelmäßig unter dem Codenamen In Our Sites (IOS) durchgeführt wird. Aufgrund von Ermittlungen in verschiedenen Regionen wurden 37.479 Websites geschlossen, die des Handels mit qualitativ schlechten und bisweilen gefährlichen Fälschungen beschuldigt werden, darunter 999 Websites in Ländern der Europäischen Union.

An der Operation IOS VI nahmen Strafverfolgungsbehörden aus 18 Ländern der Europäischen Union teil sowie aus den USA, Kolumbien und – erstmals – auch aus acht Interpol-Mitgliedsstaaten. Die Koordination der parallelen Razzien sowie die Beschlagnahmung der betrügerischen Domains übernahmen, wie früher auch schon, Europol und Spezialeinheiten der US-Amerikanischen Polizei- und Zollbehörde, ‚United States Immigration and Customs Enforcement‘ (ICE). Die staatlichen Organe wurden bei ihren Ermittlungen aktiv vom privaten Sektor unterstützt, und zwar von den Firmen, deren Marken von Produktpiraten unrechtmäßig benutzt wurden.

In der Vorweihnachtszeit wird der Markt verlässlich mit billigen Fälschungen überschwemmt: „Marken“-Kleidung und –Schuhe, Sportartikel, Parfums und Kosmetika, Medikamente, neumodisches Spielzeug, Gebrauchselektronik.

Diese minderwertigen Waren werden aktiv im Internet unter bekannten Marken beworben, was nicht nur die Rechte der rechtmäßigen Markeninhaber verletzt und ihren Ruf schädigt, sondern auch eine Bedrohung für die Gesundheit des sparsamen Käufers oder für sein Portemonnaie darstellen kann (nämlich wenn es die angebotene Ware gar nicht gibt).

Zweifelhafte Handelsplattformen scheren sich auch nicht um die Sicherheit beim Bezahlen oder um den Datenschutz, sondern verkaufen die Anwenderinformationen mitunter sogar an Dritte, was wiederum Unannehmlichkeiten nach sich zieht, bis hin zum Identitätsdiebstahl.

Wie aus der Presseerklärung von Europol hervorgeht, wurden in Westeuropa im Rahmen der Bekämpfung der Produktpiraterie einige zusätzliche Operationen auf regionaler Ebene gestartet; zudem wurden neue Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen angestrengt.

Quelle: Europol

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