Polizist verbreitet Web-Hoax

Eine harmlose interne E-Mail hat einen Kriminalpolizisten aus dem englischen Essex weltberühmt gemacht – als Urheber eines Internet-Märchens, das weltweit Frauen in Panik versetzt. Das berichtet die englische Zeitung Daily Telegraph. Dabei hatte der Mann bei Kollegen nur den Wahrheitsgehalt einer Nachricht über eine angebliche Vergewaltigungsdroge erfragen wollen. Die E-Mail mit seiner Signatur gelangte stattdessen ins Internet – er erhält nun tausende Anrufe besorgter Frauen am Tag.

Eigentlich wollte Detective Constable Simon Lofting nur besonders gründlich sein. Der 34-jährige Polizist hatte eine E-Mail erhalten, in der vor einer Droge namens Burundanga gewarnt wurde. Die mache Frauen willenlos und sexuell gefügig, auf Visitenkarten aufgebracht werde das Mittel für Vergewaltigungen missbraucht. Ob die Bevölkerung vor der Droge gewarnt werden müsse wollte Lofting von der entsprechenden Ermittlungsstelle wissen – und leitete die E-Mail von seiner Polizei-Adresse aus weiter.

Von dort aus gelangte die E-Mail jedoch irgendwie ins Internet, ein Spaßvogel hatte die interne Nachricht wohl an Freunde und Bekannte verschickt. Von dort aus ging die Warnung vor der Sex-Droge um die ganze Welt – mit der echten Signatur eines englischen Polizisten am Ende und deshalb besonders glaubhaft. Dabei war das Ganze ursprünglich nur ein verrücktes Web-Märchen, wie mittlerweile auch der besorgte Polizist Lofting weiß. „Es ist ein kompletter Schwindel,“ sagte der Polizist dem Daily Telegraph. „Wir können nichts dagegen tun, aber das alles bereitet mir einen Haufen Probleme.“ Heute erhält Lofting täglich E-Mails und Anrufe von Frauen rund um den Globus, die nun Angst vor Burundanga haben und sich schützen wollen.

Der Fall zeigt, wie gefährlich es sein kann, eine Kettenmail unbedacht weiterzuleiten. Und Loftings Fall ist keineswegs einzigartig. So geistert seit dem Jahr 2000 ein Aufruf zur Knochenmarkspende durch das deutschsprachige Internet. Angeblich sucht Heiko Spatz einen Knochenmarkspender mit der Blutgruppe „AB-Rhesus negativ“ für seine an Leukämie erkrankten Freunde. Dabei hatte auch Spatz die E-Mail nur weitergeleitet. Doch einer der Adressaten missbrauchte die Signatur des Mannes und machte aus Spatz den Urheber des Hilferufs. Heiko Spatz erhielt damals bereits Unmengen an Anrufen fremder Leute, die ihm helfen wollten. Noch heute soll er Nachrichten von Hilfsbereiten bekommen.

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