Online-Bedrohungen für Kinder: Die Gefahr ist real

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Das Internet ist schon lange keine Domäne der Erwachsenen mehr. Kinder sind heute häufig aktivere Internet-Nutzer als ihre Eltern. Aber ist das World Wide Web auch für Kinder so sicher, dass sie nicht Gefahr laufen, auf unangemessene Inhalte zu stoßen? Um das herauszufinden, haben wir beschlossen, die potenziellen Online-Bedrohungen für Kinder genau zu untersuchen.

Die Untersuchungen basieren auf Daten, die von unserem Kaspersky Security Network verarbeitet wurden. Wir haben die Daten von mehr als einer Million Kaspersky Lab-Kunden analysiert. Jeder von ihnen ist mindestens einmal im letzten Jahr mit gefährlichem Content in Berührung gekommen.

Die Ergebnisse zeigen, dass über die Hälfte (59,5%) unserer Nutzer mit Pornografie konfrontiert wurde; mehr als ein Viertel (26,6%) landete auf Webseiten, die dem Glücksspiel gewidmet sind; jeder fünfte Nutzer geriet auf Seiten mit Waffen und fast dieselbe Zahl kam mit obszöner Sprache in Berührung.

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Prozentuale Anteile von Nutzern, die im Jahr 2014 mit gefährlichem Content in Berührung kamen

Webseiten, die diese Art von unangemessenem Content beinhalten (nicht jugendfreie Inhalte, Glücksspiel, Waffen), wurden neben solchen, die Drogen, Tabak und Alkohol zum Inhalt haben, am häufigsten von den Schutzlösungen von Kaspersky Lab blockiert. Die Häufigkeit der Detektionen zeigt, wie schnell es vorkommen kann, dass Nutzer online mit derartigem Content in Berührung kommen.

Zwei Drittel der Nutzer (67,29%) hatten mit Chat-Diensten zu tun. Nur ein sehr kleiner Teil dieser Services, wie z.B. solche mit Anonymitätsfunktion oder mit überwiegend erwachsenen Abonnenten, stellen eine potenzielle Gefahr für Kinder dar. Daher ist es problematisch, Kontakte mit Chat-Services allgemein als ein geltendes Kriterium für eine bestimmte Risikostufe für junge Menschen auszuwählen. Die Daten bestätigen allerdings die Beliebtheit von Chats – und je größer die Popularität eines Chat-Services in einem gewissen Land, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder zufällig oder sogar absichtlich in eine unsichere Chat-Umgebung gelangen. Wenn schon sonst nichts, so könnte der Beweis häufiger Berührungen mit Chat-Diensten ein Zeichen für Eltern sein, der Natur dieser Services größere Aufmerksamkeit zu schenken und zu überdenken, wie wahrscheinlich es ist, dass ihre Kinder dort hineingezogen werden.

Geografisch betrachtet schlug die Kindersicherung in China, den USA, Deutschland, in Großbritannien und in Russland am häufigsten Alarm. Frankreich, Vietnam, Brasilien und Algerien waren ebenfalls unter den ersten zehn Ländern im Ranking nach Detektionen von unangemessenem Content, sie waren aufgrund einer geringeren Detektionshäufigkeit allerdings relativ sicherer.

Jedes der am stärksten betroffenen Länder aus den Top 10 hat hinsichtlich der vorherrschenden Online-Bedrohungen für Kinder seine eigenen, individuellen Charakteristika. So waren beispielsweise nicht jugendfreie Inhalte die größte Bedrohung für junge Nutzer in Deutschland (mit 172 Detektionen pro User), in China (144,18 Detektionen pro User) und in den USA (126,16 Detektionen). Inhalte mit Bezug auf Alkohol, Tabak und Drogen waren eine große Bedrohung für Nutzer aus Russland, Deutschland, den USA und Frankreich. Die Detektionshäufigkeit war in diesen Ländern besonders hoch. Diese Art von Inhalten ist ebenfalls in Brasilien und Großbritannien populär.

Die Tatsache, dass sich die Bedrohungslandschaft für Kinder von Land zu Land entscheidend verändert, ist eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse, die aus unserer Studie hervorgegangen sind. Es ist ein klares Zeichen für Eltern auf der ganzen Welt, diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit zu schenken, was ihre Kinder online in ihrem eigenen Land tun, da wir es weltweit mit unterschiedlichen Situationen zu tun haben. Zum Schutz junger Menschen empfehlen wir Erwachsenen, Sicherheitslösungen mit Kindersicherungstechnologien auszuwählen, und umfassenden Gebrauch von sicheren „Kinder“-Modi in Suchmaschinen-Apps zu machen, die Zugriff auf Multimedia-Content ermöglichen und von Kindern genutzt werden.

Doch obgleich Kindersicherungstechnologien Zugriff auf Webseiten mit für Kinder gefährlichem oder verstörendem Content blockieren können, können sie in manchen Situationen keinen verlässlichen Schutz bieten, z.B. im Fall von Cyber-Mobbing oder wenn per Standardeinstellung sichere Webservices, wie etwa soziale Netzwerke oder Chats, von Verbrechern missbraucht werden.

Internet-Sicherheit muss ebenso ernst genommen werden wie die physische Sicherheit im realen Leben. Daher bitten wir alle Eltern dringend, aktiv sowohl am realen als auch am digitalen Leben ihrer Kinder teilzunehmen. Nur dann können sie sicher sein, dass sie den Augenblick nicht verpassen werden, in dem ihr Kind ihre Hilfe benötigen könnte.

In dem vollständigen Text unserer Studie erfahren Sie mehr über Online-Bedrohungen für Kinder.

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