Am Mittwoch fingen wir eine neue APT-Kampagne unter Verwendung einer neuen Backdoor-Variante für MacOS X ab, die sich gegen uigurische Aktivisten richtete.
Doch bevor ich näher darauf eingehe, zunächst ein kleines Rätsel:
– Der Dalai Lama geht in einen Apple Store. Warum?
Eine mögliche Antwort lautet, “um sich eins der neuen MacBook Pros mit Retina Display zu kaufen“ (wo ich gerade davon spreche – ich selbst würde mir auch gern so eins kaufen, doch es ist nicht ganz einfach diese Entnahme aus dem Familienbudget zu rechtfertigen…).
Spaß beiseite – der Dalai Lama ist bekannt als Mac User. Hier ein Foto von ihm, wie er einen Mac während einer Videokonferenz benutzt:
Und hier ein besseres Foto von ihm, auf dem er an einem 17” MacBook Pro arbeitet:
Vermutlich ist es nicht überraschend, dass wir eine Zunahme von APT-Attacken gegen so prominente Mac-User zu verzeichnen haben.
Am 27 Juni konnten wir eine neue Welle von APT-Attacken abfangen, die sich gegen bestimmte uigurische Mac-Anwender richtete.
An die E-Mails ist eine ZIP-Datei angehängt. In der ZIP-Datei befinden sich ein JPG-Foto und eine MacOS X-App:
Bei der Anwendung handelt es sich tatsächlich um eine neue, meist unentdeckte Version des MaControl-Backdoors (Universal Binary), der sowohl i386 als auch PowerPC Macs unterstützt. Wir detektieren diesen Schädling als “Backdoor.OSX.MaControl.b”.
MD5 ( “matiriyal.app/Contents/MacOS/iCnat” ): e88027e4bfc69b9d29caef6bae0238e8
Wird er ausgeführt, installiert sich das Schadprogramm im System und verbindet sich mit dem C&C-Server, um von dort Anweisungen entgegenzunehmen. Der Backdoor ermöglicht es seinem Betreiber, Dateien aufzulisten, Dateien zu verschieben und ganz allgemein Befehle auf dem infizierten Rechner auszuführen.
Wie gewöhnlich enthalten einige der Kommentare und Debug-Informationen – obgleich sie auf Englisch sind – häufige Fehler:
– “Recieve” anstatt “Receive”
– “os verison” anstatt “os version”
– “memery” anstatt “memory”
– Etc…
Der Backdoor ist recht flexibel – seine Command and Control-Server sind in einem Konfigurationsblock gespeichert, der ans Ende der Datei gehängt wurde und der 0x214 Bytes groß ist. Der Konfigurationsblock ist mit einer simplen “substract 8”-Operation obfuskiert.
Ist er entschlüsselt, kann die Adresse des C&C-Servers als 61.178.77.* mit Standort in China gelesen werden:
Mit der wachsenden Popularität von Macs, insbesondere auch unter Prominenten, erwarten wir eine Zunahme von APT-Attacken gegen MacOS X. In früheren Attacken wurden MS Office-Exploits verwendet (Exploit.MSWord.CVE-2009-0563.a.); bei der hier beschriebenen Attacke wird der User durch Social-Engineering-Methoden dazu gebracht, den Backdoor auszuführen. Wie auch bei PC-Malware, ist eine Kombination aus Exploits und Social-Engineering-Tricks im Allgemeinen am effektivsten, daher würde uns eine baldige Zunahme derartiger Attacken nicht überraschen.
Update [30. Juni 2012]: AlienVault hat eine Beschreibung des Windows-Gegenstücks zu dem in dieser Attacke verwendeten Backdoor gepostet. Die Analyse finden Sie hier.






