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Mailaccount-Knacker bekommen 3 Dollar pro Tag.

CAPTCHAS gehören zu den wichtigsten Instrumenten, mit denen man einen Online-Zugang gegen unberechtigten Zugriff schützen kann. Doch mittlerweile hat sich eine regelrechte Schattenindustrie entwickelt, die gegen Bezahlung CAPTCHAS knackt und damit Schurken Zugang beispielsweise zu Mailaccounts gewährt.

Vor kurzem machten Berichte die Runde, dass die CAPTCHAS, mit denen Google Spammer vom massenhaften Anlegen von Google-Mail-Accounts zum Versenden von Spammails abhalten will, von Botnets geknackt wurden. Besonders im Februar 2008 scheinen viele Google-Mail-Konten einer regelrechten Angriffswelle zum Opfer gefallen zu sein, die CAPTCHAS gelten deshalb als immer unsicherer. Rund um das Überwinden von CAPTCHAS als Zugangsschutz für Online-Logins und -Registrierungen hat sich eine boomende Gangsterindustrie entwickelt.

Beim einem CAPTCHA handelt es sich um einen Mechanismus der sicher stellen soll, dass tatsächlich ein Mensch aus Fleisch und Blut vor dem Computer sitzt und zum Beispiel ein Mailkonto bei Google Mail anlegt oder sich bei einem Online-Bankkonto einloggt. In der Regel müssen bei einem solchen CAPTCHA Buchstaben und Zahlen von einem Bild angetippt werden, bevor man sich zum Beispiel für ein Mailkonto registrieren kann. Damit sollen Spammer abgeschreckt werden, die massenweise Mailkonten benötigen und sich deshalb schon allein aus Zeitgründen nicht tatsächlich vor den PC hinsetzen und ganz korrekt Accounts anlegen, sondern stattdessen mit automatisierten Skripten versuchen, Unmengen von Mailaccounts anzulegen. Das CAPTCHA-Problem umgehen die Spammer, indem sie eine Firma beauftragen, die die CAPTCHAS knackt und die Accounts anlegt.Doch wer glaubt, dass die CAPTCHAS immer durch ausgefeilte Programme und Programmierskripte, durch clevere Algorithmen und dem Einsatz von viel Hirnschmalz überwunden werden, der irrt. In vielen Fällen scheinen einfach Menschenmassen zum Einsatz zu kommen, die die CAPTCHAS ablesen und korrekt eintippen. So scheint es in Russland Unternehmen zu geben, die sich auf das Knacken von CAPTCHAS spezialisiert haben. Sie zahlen ihren Mitarbeitern drei Dollar pro Tag, damit diese den ganzen Tag lang beispielsweise Mailaccounts anlegen. Ein kompliziertes Skript zum Lösen der CAPTCHAS ist in so einem Fall nicht mehr nötig – die Mitarbeiter lesen die CAPTCHAS einfach ab wie es ja auch Sinn dieser Schutzvorrichtung ist.Nicht nur Russland scheint sich hier unrühmlich hervorzutun, wie das englischsprachige IT-Nachrichtenmagazin The Register berichtet. Auch in China und in vielen Staaten der dritten Welt warten professionelle CAPTCHA-Knacker auf Aufträge. Einzige Voraussetzung für diesen Job sind Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Internet und ausreichende Englischkenntnisse beziehungsweise Kenntnisse lateinischer Buchstaben, damit man diese korrekt vom CAPTCHA ablesen kann (für einen Chinesen, der andere Schriftzeichen gewohnt ist, dürften die oftmals schwer lesbaren lateinischen Buchstaben von den CAPTCHAS zumindest am Anfang gewöhnungsbedürftig sein). Diese Arbeit würde ein solcher Handlanger oft in der Nacht und nach Ende seines normalen Arbeitsalltags erledigen. Diese Vermutung hat zumindest Brad Taylor, Software-Engineer bei Google, geäußert. Die CAPTCHAS von Google Mail, Yahoo und MSN scheinen also oftmals nicht durch Maschinen sondern durch Menschen überwunden zu werden, genauer gesagt durch schlecht bezahlte „CAPTCHA-Abtipp-Sklaven“, wie man es ironisch nennen könnte. Im Internet wurden offensichtlich sogar Anleitungen gefunden, in denen die Abtipp-Sklaven im Umgang mit CAPTCHAS instruiert werden. Außerdem scheinen Websites zu existieren, auf denen diese Arbeiter das Knacken von CAPTCHAS regelrecht üben können, wie das Sicherheitsunternehmen Websense berichtet.

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