Mac OS X-Botnetz Flashfake bestätigt

Zu Beginn dieser Woche meldete Dr. Web die Entdeckung des Mac OS X-Botnetzes Flashback (Flashfake). Nach ihren Informationen hat dieses Botnetz eine geschätzte Größe von mehr als einer halben Million infizierter Macs.

Daraufhin haben wir eine Analyse der jüngsten Variante des Schädlings, Trojan-Downloader.OSX.Flashfake.ab erstellt.

Der Bot verteilt sich als Java-Applet über infizierte Webseiten, indem er sich als Update für Adobe Flash Player ausgibt. Das Java-Programm führt dann den ersten Downloader aus, der in der Folge die Hauptkomponente des Trojaners herunterlädt und installiert. Bei der Hauptkomponente handelt es sich um einen Trojan-Downloader, der sich kontinuierlich mit einem seiner Command-and-Control-Server (C&C) verbindet und darauf wartet, weitere neue Komponenten herunterzuladen und auszuführen.

Der Bot lokalisiert seine C&C-Server über Domain-Namen, welche unter Verwendung von zwei Algorithmen generiert werden. Der erste Algorithmus ist abhängig vom aktuellen Tagesdatum.Der zweite nutzt mehrere Variablen, die im Trojaner-Body abgelegt sind und mit der Hardware-UUID des Rechners mittels RC4-Chiffrierung verschlüsselt werden.

Wir haben durch Reverse-Engineering des -Algorithmusses unter Einsatz des Datums 06.04.2012 den Domain-Namen „krymbrjasnof.com“ erzeugen können. Nach der Registrierung der Domain waren wir in der Lage, die Anfragen der Bots zu protokollieren. Die Tatsache, dass jede einzelne Anfrage des Botnetzes eine einmalige Hardware-UUID enthält, ermöglichte es uns die Zahl der aktiven Bots zu berechnen. Unsere Aufzeichnungen ergaben, dass sich insgesamt über 600 000 einzelne Bots in weniger als 24 Stunden mit unserem Server verbanden, wobei sie in Summe mehr als 620 000 externe IP-Adresse nutzten. Über 50% der verbundenen Bots befinden sich in den USA.


Geographische Verteilung von aktiven Flashfake-Bots

Weder können wir bestätigen noch dementieren, dass alle mit unserem Server verbundenen Bots unter Mac OS X laufen. Die Bots lassen sich ausschließlich anhand einer einmaligen Variablen im HTTP-Header ihres User-Agent mit der Bezeichnung „id“ identifizieren, während der Rest des User-Agent durch den Trojaner statisch kontrolliert wird. Dazu ein Beispiel:

„Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:9.0.1; sv:2; id:9D66B9CD-0000-5BCF-0000-000004BD266A) Gecko/20100101 Firefox/9.0.1“

Um eine annähernde Einschätzung zu erhalten, haben wir passives OS-Fingerprinting angewendet. Mehr als 98% der eingehenden Netzwerk-Pakete stammten höchstwahrscheinlich von Mac OS X-Hosts. Zwar basiert dieses Erkennungsverfahren auf heuristischen Methoden und ist nicht hundertprozentig vertrauenswürdig; für eine Einordnung der Größenordnung lässt es sich jedoch sehr wohl anwenden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die meisten der Opfercomputer auf denen sich der Flashfake-Bot eingenistet hat, Mac-Computer sind.


Ungefähre Verteilung der für eine Verbindung mit unserem Server verwendeten Betriebssysteme

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