LulzSec auf der Anklagebank

Die australische Bundespolizei beschuldigt den Mitarbeiter eines IT-Unternehmens der Durchführung eines Hackerangriffs auf eine Regierungswebsite. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem 24jährigen Bewohner des Bundesstaates New South Wales um den selbsternannten Kopf der Hacktivistengruppe LulzSec. In seiner verantwortungsvollen Position in einem auf Informationstechnologie spezialisierten Unternehmen hatte er Zugriff auf vertrauliche Informationen der Kunden, darunter auch Regierungsbehörden.

Aufgrund des Hacks und des Defacements der Website wurde ein Strafverfahren angestrengt. Der Australier muss sich nach den Artikeln „nicht sanktionierte Änderung von Daten zum Zweck der Schadensverursachung“ und „ nicht sanktionierter Zugriff auf geschützte Daten oder Anbringen nicht sanktionierter Änderungen“ verantworten. In Australien beträgt die Höchststrafe für diese Gesetzesübertretungen 10 bzw. 2 Jahre. Der Verdächtige ist derzeit auf Bewährung entlassen und wird Mitte Mai vor Gericht gestellt.

Auch in den USA und in Großbritannien laufen derzeit Gerichtsverfahren gegen Mitglieder von LulzSec. Vor einer Woche wurde in Los Angeles das Urteil über den 25-jährigen Cody Andrew Kretsinger gesprochen, der im Frühjahr 2011 die Website von Sony Pictures Entertainment angegriffen hatte. Nachdem sich der Hacker damals mittel SQL-Einschleusung Zugriff auf die Infrastruktur des Unternehmens verschafft hatte, stahl er persönliche Daten von zehntausenden Sony-Kunden, die daraufhin ins Netz gestellt wurden. Der Hacker wurde zu einem Jahr Freiheitsstrafe und einer Kompensationszahlung zugunsten der Betroffenen in Höhe von 606 Millionen Dollar verurteilt. Das Schicksal des Autors des letzten Hacks von Sony-Services vom Oktober entscheidet sich im Mai.

In denselben Monat fällt das Ende des Londoner Prozesses zu den Hackerattacken von LulzSec auf die Mediendienste von Sony, 20th Century Fox, News International, sowie auf Websites des CIA und der britischen Strafverfolgungsbehörde SOCA. Vier in diesem Fall Angeklagte haben ihre Schuld bereits eingestanden.

Quellen:

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.