Londoner Schüler an spektakulärer DDoS-Attacke beteiligt?

In der britischen Hauptstadt wurde ein 16jähriger festgenommen, der sich im Fall einer betrügerischen DDoS-Attacke verantworten muss, die das Internet vor einem halben Jahr überrollte. Einzelheiten über die Festnahme, die aufgrund der Ergebnisse internationaler Ermittlungen bereits im April durchgeführt werden konnte, wurden erst jetzt bekannt. Bis zum Beginn der Gerichtsverhandlung wurde der Verdächtige gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Zur Erinnerung: Die DDoS-Attacke, von der hier die Rede ist, wurde im vergangenen März durchgeführt, und sollte allem Anschein nach dem Protest gegen die „Willkür“ der Antispam-Organisation ‚Spamhaus‘ Ausdruck verleihen. Da das Ziel von findigen Beschützern gedeckt wurde, wuchs der Angriff schnell unter methodischem Beschuss aller Verteidigungslinien, große Provider der höchsten Ebene eingeschlossen. Der Junk-Traffic, der in der Spitze 300 GB/Sek. betrug, verstopfte viele Kanäle, verursachte Staus in den Internetknoten sowie den Ausfall vieler Dienste. Die größten Probleme gab es dabei in Europa.

Die Verhaftung des Londoner Schülers, dessen Name nicht genannt wird, wurde im Rahmen der nationalen Operation Rashlike durchgeführt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen die einzigen Beweise, die gegen den Jugendlichen vorliegen, in der Tatsache, dass er während einer Session mit „verschiedenen virtuellen Systemen und Foren“ erwischt wurde, sowie „eine bedeutende Menge Geldes, das über sein Bankkonto gelaufen ist“. Letzteres planen die britischen Behörden einzufrieren. Die Computertechnik und mobilen Geräte des Verdächtigen wurden konfisziert und werden der kriminaltechnischen Untersuchung übergeben.

An den Ermittlungen im Fall dieser groß angelegten DDoS-Attacke sind die Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder beteiligt. Die Festnahmen in London ist nicht das einzige Ermittlungsergebnis. Fast gleichzeitig wurde in Spanien der Holländer Sven Olaf Kamphuis festgenommen, der mutmaßliche Initiator des Überfalls auf Spamhaus. Sein Hosting-Unternehmen Cyberbunker nahmen die Antispam-Aktivisten mehr als einmal in ihre Schwarzen Listen auf, die vom gesamten Internet genutzt werden.

Die britische Operation Rashlike wird von einem neuen Strafverfolgungsorgans des Landes durchgeführt, der National Crime Agency, die vor kurzem unter der Ägide des Polizeiministeriums gegründet wurde. Die Agency soll den Kampf gegen das organisierte Verbrechen im britischen Internetsegment verstärken, die „den Bürgern das Leben versauert und die Wirtschaft um Millionen prellt“. Die britischen Behörden schenken dieser Frage ihre besondere Aufmerksamkeit und konnten schon eine Reihe von Siegen über die „Cybergangster“ erringen. So wurden Ende letzten Monats in London beispielsweise 8 Mitglieder einer kriminellen Vereinigung festgenommen, die die Bank Barclays via Internet um 1,3 Millionen Pfund (etwa 1,55 Millionen Euro) erleichtert hat. Etwas früher wurden bereits 12 Verhaftungen im Zusammenhang mit einem ähnlichen Überfall auf die lokale Filiale der spanischen Bank Santander vorgenommen.

Quelle: London Evening Standard

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