Legten Hacker Brasiliens Stromnetz lahm?

Weitreichende Stromausfälle, von denen mehrere Millionen Menschen in Brasilien betroffen waren, sollen auf das Konto von Hackern gehen. Das zumindest meldet der US-Fernsehsender CBS in einer Nachrichtensendung. Die brasilianische Regierung und der örtliche Energieversorger bestreitet diese Meldung und sagen, es lägen keinerlei Erkenntnisse vor, dass es tatsächlich Hacker waren.

In seiner Nachrichtensendung CBS 60 Minutes meldete der US-Sender CBS, dass ein zwei Tage andauernder Stromausfall in Espirito Santo im Jahr 2007 von einem Hacker-Angriff ausgelöst wurde. Der Stromausfall betraf drei Millionen Menschen. Ein weiterer kleinerer Blackout nördlich von Rio de Janeiro im Januar 2005 soll ebenfalls durch Eindringlinge in das Computersystem der Stromversorgung ausgelöst worden sein. Der Sender beruft sich laut dem Online-Magazin Wired auf ein halbes Dutzend Quellen aus Militär-, Sicherheits- und Geheimdienstkreisen, ohne diese jedoch genau zu benennen.

Erste Hinweise, dass Stromausfälle außerhalb der USA durch Hacker ausgelöst wurden, kamen bereits schon vor einem Jahr auf. Tom Donahue, Chief Cybersecurity Officer der CIA, gab entsprechende Hinweise. Allerdings machte er damals weder Angaben zum betroffenen Land noch zu den Details des Hackerangriffs. Brasilien wurde erstmals vor rund einem Monat in einem Interview mit Kim Zetter, einem Spezialisten zur Analyse von Bedrohungslagen, und mit Cybersecurity-Experten Richard Clark als Zielland des Hackerangriffes genannt.

Die brasilianische Regierung und der örtlichen Energieversorger Furnas bestreiten die Aussagen von CBS. In der brasilianischen Tageszeitung Folha sagte Raphael Mandarino Junior, Direktor der brasilianischen Sicherheitsbehörde, das eine Untersuchung keinerlei Belege für einen Hackerangriff gebracht habe. CBS lag in der Vergangenheit bei Berichten über Hacker-Angriffe auch schon einmal deutlich daneben. So berichtete der Sender einmal im Zusammenhang mit dem Conficker-Botnet über ruchlose russische Hacker, die sich später als finnische Jugendliche entpuppten. Ältere Berichte zu von Hackern verursachten Stromausfällen erwiesen sich als falsch.

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