Knackversuche an WPA – Angriffszeit unter einer Minute

Japanische Forscher haben nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, um Angriffe auf mit WPA gesicherte WLANs in einer Minute abzuwickeln. Der Ansatz soll bei allen WPA-Implementierungen funktionieren.

Toshihiro Ohigashi und Masakatu Morii von den Universitäten im japanischen Hiroshima und Kobe zeigen in ihrem Artikel A Practical Message Falsification Attack on WPA einen Weg auf, um die Verschlüsselung von WLANs mit WPA in kurzer Zeit zu knacken. WPA gilt bislang als sicher.

Dabei kombinieren sie die von Beck und Tews 2008 veröffentlichte Angriffsmethode mit einer Man-in-the-Middle-Attacke. Beck und Tews gelang es, mit rund 15 Minuten Lauschen an einem WLAN mit WPA-TKIP pro Minute ein Byte im Klartext zu entschlüsseln. Der verwendete WPA-Schlüssel lässt sich mit dem Angriff allerdings nicht herausfinden, wohl aber ein sogenannter MIC-Schlüssel, mit dem die Integrität von Daten sichergestellt werden soll.

Dank der aufgedeckten MIC-Schlüssel sind die beiden in der Lage, WLAN-Pakete zu fälschen und so in das fremde Netz einzuschleusen. Sie kombinieren dazu Angriffs-Modi: Repeater-Modus, MIC-Key-Recovery-Modus und Message-Falsification-Modus. Der MIC-Key-Recovery-Modus liefert die IP-Adresse des Access-Point, womit große Teile des Inhalts von ARP-Paketen, auf die sich die Angriffe stützen, bekannt sind. Im nächsten Schritt verzichten Ohigashi und Morii darauf, komplette Prüfsummen zu vergleichen, was die Angriffszeit weiter verkürzen soll, so dass der Angriff im besten Fall nur eine Minute dauert, heißt es in dem Artikel. Allerdings müssen sie ihre theoretischen Ansätze noch in der Praxis nachweisen.

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