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Japan wirft Militärgeheimnisse weg

Militärgeheimnisse sind im Land des Lächelns offenbar nicht sonderlich hoch angesehen: Ein japanischer Offizier warf einen USB-Stick mit streng vertraulichen Daten einfach in den Müll. Nur Peinlich, wenn es hochsensible Informationen zu einem Raketenabwehrsystem der USA sind. Die rügten prompt den Bündnispartner und forderte Besserung.

Im Bereich militärischer Geheimnisse scheint Japan seinem Ruf der Korrektheit nicht gerecht zu werden. So speicherte ein japanischer Offizier Daten zum Aegis-Projekt, einer Militär-Kooperation zwischen Japan und den USA auf USB-Sticks. Diese wurden nach Gebrauch einfach entsorgt – im Mülleimer.

Die offizielle Entschuldigung als Reaktion auf den Bericht der Tageszeitung Mainichi Daily News berief sich auf „nicht sicherheitsrelevante Daten“, die nur „aus dem Umfeld des Projekts“ stammen. Das Projekt Aegis ist ein elektronisches Warn- und Feuerleitsystem auf Kriegsschiffen, das von der US-Navy entwickelt wurde und inzwischen von mehreren Kriegsmarinen (Australien, Japan, Norwegen, Spanien, Südkorea und USA) eingesetzt wird.

Nun hatte der besagte USB-Stick zu diesem Zeitpunkt schon eine bewegte Geschichte. Im Februar 2007 wurde der Stick zusammen mit 2.000 Yen (zwölf Euro) und einem Flug-Gutschein im Wert von 10.000 Yen (60 Euro) gestohlen. Der Dieb – ein Offizier der japanischen Streitkräfte – wurde dafür zwei Monate suspendiert. Daraufhin wanderte der Speicher in den Besitz des Offiziers, der ihn versehentlich entsorgte.

Der Amerikanische Botschafter in Japan lies es sich nicht nehmen, in einer Pressekonferenz auf den Vorfall hinzuweisen: „Der japanische Beitrag zu Verteidigungsbündnissen könnte wesentlich größer sein, wenn die Japaner in der Lage wären, geheimes Material auch geheim zu halten.“ Vergangenes Jahr fing sich das Projekt bereits eine Rüge ein, da sich Entwickler geheime Programminformationen und Pornos in unverschlüsselten E-Mails schickten.

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