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Internet-Kriminalität

Die spanische Bundespolizei hat am vergangenen Wochenende 76 Personen wegen zahlreichen Betrügereien im Internet festgenommen.

Wie das Portal spanienaktuell.com berichtete, sind auch ein Deutscher und ein Schweizer unter den Verhafteten. Die Ermittler der Policia Nacional schlugen dabei im Rahmen der Operation „Ulises“ gleich in 14 spanischen Provinzen und autonomen Regionen zu. Nach Angaben der Polizei haben die Tatverdächtigen, die sich untereinander in der Regel nicht kannten, eine ganze Reihe verschiedener Delikte begangen. Dazu zählten neben betrügerischen Verkäufen und Versteigerungen auf bekannten Internetplattformen auch das Phishing.

„Das Phänomen des Phishings nimmt einen großen Bereich innerhalb der im Internet verbreiteten Betrügereien ein“, erklärte Philipp Kramer von der Hamburger Datenschutzgesellschaft. Über die Zahl der tatsächlich durchgeführten Phishing-Attacken ließen sich nur Vermutungen anstellen. „Es ist nicht wirklich klar, wie viele Nutzer von derartigen Angriffen betroffen sind“, so Kramer. Fest stehe allerdings, dass die Gefahr durch immer ausgefeiltere Methoden in diesem Bereich in letzter Zeit deutlich zugenommen habe. „Die Betrugsversuche werden immer einfallsreicher“, meint der Datenschutzexperte. Es sei ein genereller Trend zu einem spezialisierteren Vorgehen zu beobachten, der es den Nutzern in der Regel nur sehr schwer möglich macht, überhaupt auf einen Betrugsverdacht zu kommen. „Internetbetrüger setzen zur Zeit gerne auf Menschlichkeit und versuchen so – beispielsweise über falsche Notfallmeldungen – an die geheimen Daten der User zu kommen“, schilderte Kramer.

Im Fall der in Spanien verhafteten Online-Betrüger ist durch Phishing und andere Internet-Kriminalität ein Schaden von insgesamt drei Millionen Euro entstanden. Die „Cyber-Kriminellen“ versendeten unter anderem gefälschte E-Mails an Nutzer, in denen diese aufgefordert wurden, ihre Zugangsdaten und Passwörter für das Online-Banking zu bestätigen. Mit den auf diese Weise ergaunerten Daten hoben die Betrüger dann 400 bis 10.000 Euro von den jeweiligen Konten ab. Um ihre Spuren verwischen zu können, schickten sich einige der Internetverbrecher die Daten der betrogenen Kunden gegenseitig zu.

Die von der Policia Nacional durchgeführte Aktion stützte sich auch auf Hinweise von Interpol und Europol. Das spanische Innenministerium spricht von einer erfolgreichen Operation gegen die organisierte Internetkriminalität und mahnt im Zusammenhang mir den Festnahmen zu mehr Vorsicht bei Käufen im Internet.

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