Internet-Betrüger zocken 350.000 Euro ab

Eine Salzburger Geschäftsfrau ist auf die alte Masche der so genannten Nigeria-Connection hereingefallen und hat insgesamt 350.000 Euro an die Internet-Betrüger überwiesen. In einer E-Mail hatten die Kriminellen der Frau einen Anteil an einer Millionenerbschaft versprochen, falls sie zunächst alle Kosten für Notar, Anwalt und Behörden vorschieße. Weil sie den Trick der Betrüger nicht kannte, glaubte die Frau fest an den versprochenen Reichtum – nun hat sie alle Ersparnisse verloren.

Die Masche ist beinahe so alt wie das Internet: Afrikanische Prinzen, Präsidentensöhne im Exil oder lange verlorene Verwandte bitten in langen Nachrichten um Hilfe. Nur etwas Geld bräuchten sie für Anwälte und Gebühren, dann könnten sie ihr Millionenvermögen außer Landes schaffen. Zur Belohnung würde der großzügige Helfer aus dem Westen mit einem satten Anteil der geretteten Summe belohnt. Jeder Besitzer einer E-Mail-Adresse kennt die Mails aus Nigeria – doch Geld an Unbekannte in Afrika zu schicken ist auch den Gierigsten oft zu heikel.

Die Geschäftsfrau aus Salzburg fiel trotzdem auf die Masche herein. Die Unbekannten hatten ihr vierzig Prozent von einer Erbschaft in Höhe von sechs Millionen US-Dollar versprochen, für die es keine Erbberechtigten gebe. Dafür müsste sie nur einige Gebühren vorstrecken, um alle Formalitäten abwickeln zu können. Angeblicher Absender der E-Mail war ein niederländisches Finanzhaus, der Verstorbene sei ein Kunde der Bank gewesen. Dabei machte die Frau auch das gebrochene Deutsch der Nachricht nicht stutzig.

350.000 Euro in die ganze Welt überwiesen

„Wegen unseren Finanzhaus Vorschriften kann nur ein Ausländer als nächster Verwandten stehen“, schreibt da ein gewisser Steve Morgan. „Deshalb habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren, um mit Ihnen zusammen zu arbeiten um diese untätigen Fonds zu reaktivieren.“ Der Frau erschienen diese Zeilen glaubwürdig genug, um gleich mehrere tausend Euro zu investieren. Das war jedoch nicht genug: Mr. Morgan benötigte immer weitere Summen, um die Transaktion endlich auf den Weg zu bringen – am Ende insgesamt 350.000 Euro.

Um diese Summe zahlen zu können habe die Geschäftsfrau eine Münzsammlung verkauft, Geld aus ihrem Unternehmen entnommen und sogar einen Bausparvertrag vorzeitig gekündigt, so Oberst Josef Holzberger vom Salzburger Landeskriminalamt gegenüber der österreichischen Presseagentur APA. Nun ist die Frau alle ihre Ersparnisse los, das Geld ist verschwunden. Die Betrüger hatten es sich auf unterschiedliche Konten auf der ganzen Welt überweisen lassen, eine Nachverfolgung ist kaum möglich. Der versprochene Reichtum erwies sich als Luftnummer, richtig abkassieren konnten nur die Betrüger.

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