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Im russischsprachigen Internet (Runet) werden per Spam radikal-politische Ansichten geäußert

In Russland entwickelt sich die Spam-Industrie nicht weniger intensiv als außerhalb der Landesgrenzen. Die Spamfilter des Runet bearbeiten täglich eine gigantische Anzahl gleichartiger Werbemeldungen. Es werden Waren und Dienstleistungen feilgeboten, und nicht selten Schadprogramme verbreitet. Die enge Zusammenarbeit der Virenschreiber und Spammer löste schon mehrfach große Virenepidemien aus. Nun hat die russische Spam-Industrie einen neues Betätigungsfeld gefunden: dem Empfänger werden politische und wirtschaftliche Ansichten aller Art aufgezwungen.

Am 24. November beobachteten die Spam-Analytiker von Kaspersky Lab im E-Mail-Verkehr des Runet einen Versuch, wirtschaftlich ausgerichtete Spams in russischer Sprache zu verbreiten. Dieses Unterfangen stellt eine äußerst ungewöhnliche Version der im Westen bekannten und auf finanzielle Bereicherung abzielende Massenmails dar. Der E-Mail-Text „Haben Sie schon gehört, dass es in Russland bald eine Krise geben wird?“ soll die Empfänger dazu bringen, die Archiv-Datei im Anhang zu öffnen. Zum Erstaunen der Experten befand sich im Archiv lediglich eine wissenschaftliche Abhandlung, die ihrem Niveau nach eine Seminararbeit von Studenten aus den ersten Semestern einer Wirtschaftsfakultät ist.

Das 48 Seiten umfassende Schriftstück ist wissenschaftlich gesehen ziemlich primitiv geschrieben und spiegelt die persönliche Einstellung der anonymen Verfasser zur ökonomischen Lage Russland wieder. Es handelt sich um recht nebulöse, theoretische Forschungen über den Beginn einer Krise im Lande, wobei konkrete Tatsachen fehlen. So bleibt die Frage nach dem Ziel des Massenversands eines derart umfangreichen Dokumentes offen, enthält es doch lediglich panische, radikale Ansichten über das russische Wirtschaftssystem.

Anna Vlasova, Leiterin der Spam-Analyse bei Kaspersky Lab, stellt fest: „Für Russland ist dies der erste Fall, bei dem Spam-Technologien zur Verbreitung radikaler wirtschaftspolitischer Ansichten eingesetzt wurden. Die Organisatoren dieses Massenversands hatten sich wohl eine breite Resonanz der Gesellschaft erhofft, was jedoch recht unwahrscheinlich ist. So stellt dieser Spam-Versand für die Experten nicht mehr als ein anonymer, unprofessioneller Versuch dar, provokative und ökonomisch zweifelhafte Ansichten an viele E-Mail-Nutzer zu verschicken. Sicher wird es nicht bei diesem einen Versuch bleiben und in der Zukunft werden Spam-Technologien immer öfter als Instrument für ‚Untergrund-PR‘ benutzt werden.“

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