Halifax und die Bank of Scotland beseitigen Lücke im Sicherheitssystem

Das britische Unternehmen HBOS (Halifax-Bank of Scotland), Tochter der Lloyds Banking Group, hat einen Fehler im Sicherheitssystem korrigiert, der vertrauliche Bankdaten für andere sichtbar machen konnte. Auf die Möglichkeit eines Datenlecks wurden die Banker von der Redaktion von MoneySavingExpert.com aufmerksam gemacht, die damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen ist, bevor das Problem gelöst war. Laut Erklärung von HBOS waren etwa 23.000 Kunden von Halifax und der Bank of Scotland einem Risiko ausgesetzt, wobei die Ermittlungen keine Betrugsfälle aufdeckten.

Das Problem liegt darin, dass man bei Halifax oder der Bank of Scotland ein Online-Konto eröffnen kann, indem man einen glaubwürdigen Namen, ein Geburtsdatum sowie eine Adresse angibt – Informationen, die man problemlos im Internet recherchieren kann, beispielsweise in sozialen Netzwerken. Vom Antragsteller werden noch weitere Daten erfragt, unter anderem die E-Mail-Adresse, doch sie werden keiner Prüfung unterzogen und können auch ebenso gut gefälscht werden.

Die Einrichtung eines Kontos macht es nicht zwangsläufig erforderlich, dass auch Geld darauf eingezahlt wird, dafür erhält der neue Kunde (oder Cyberkriminelle) den alten Regelungen gemäß sofort uneingeschränkten Zugriff – ohne Passwort oder anderen zusätzlichen Schutz. Da die Konten von Halifax und der Bank of Schottland zusammenhängen, kann der Inhaber eines neuen Kontos auch auf dem zweiten Konto, das früher unter demselben Namen, nur bei der jeweils anderen Bank eröffnet worden war – beliebige Daten einsehen (allerdings nicht ändern): Umsätze, Finanzierungen, Anleihen usw.

„Wir werden immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, uns selbst zu schützen, aber auch die Organisationen sollten uns keinen unnötigen Gefahren aussetzen“, kommentiert Guy Anker, Chefredakteur von MoneySavingExpert.com. „In diesem Fall bedurfte es keines raffinierten Hacks, es handelte sich vielmehr um einen banalen Designfehler.“

Laut Erklärung von HBOS tat sich diese Lücke nur bei Konten auf, die Ende 2013 und später eröffnet worden waren. Jetzt wurde die Situation durch die Einführung eines zusätzlichen Bestätigungscodes bereinigt, die dem neuen Inhaber auf dem konventionellen Postwege zugeschickt wird. Die nationalen Regulatoren wurden bereits über den Vorfall informiert. Die Lloyds Banking Group erklärte unterdessen, dass derartige Lücken in anderen Organisationen der Gruppe ausgeschlossen seien.

Quelle: MoneySavingExpert

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