Hacker nach wilder Verfolgungsjagd gefasst

US-Beamte haben ein Hacker-Duo geschnappt, das mit Standard-Passwörtern Geldautomaten manipulierte und so umgerechnet 9300 Euro erbeutete. Der Festnahme ging eine abenteuerliche Verfolgungsjagd durch die Stadt Lincoln im US-Bundesstaat Nebraska voraus. Ihr Wissen über das Geldautomaten-Knacken hatten sie im Internet erworben.

Wie das Magazin Wired.com berichtet, müssen sich die beiden 21-Jährigen nun vor Gericht wegen Betrugs verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, von vier Geldautomaten in Lincoln Geld erbeutet zu haben. Hierzu nutzten sie Standard-Passwörter, um die Geldautomaten so zu manipulieren, dass diese glaubten, sie seien mit 1 statt 20 Dollar-Noten befüllt. Eine Abhebung von 20 Dollar resultierte so in 400 Dollar.

Bei ihrem Coup machten sich die Gauner eine Sicherheitslücke der Geldautomaten zunutze. So befinden sich in den Betriebsanleitungen der Geldautomaten vieler US-Hersteller die Standard-Passwörter. Diese Anleitungen sind allerdings frei im Internet erhältlich. Wird dieses Passwort nach Inbetriebnahme nicht geändert, können Kriminelle so den Geldautomaten manipulieren und Geld erbeuten. Und so gab das Duo bei seiner Verhaftung an, alles über den Hacker-Trick im Internet gelernt zu haben.

Im aktuellen Fall fiel einem Service-Techniker der Betrug auf. Daraufhin informierte er den Betreiber des Geldautomaten, Raul Omar Lomo, der sich auf die Lauer legte. Als das Hacker-Duo seinen Laden Lobo’s City Mex betrat und versuchte, wieder Geld von dem manipulierten Automaten abzuheben, schloss er die Gangster ein und rief die Polizei. Die 21-Jährigen konnten sich allerdings befreien und ließen sich bei ihrer Flucht auch nicht von Lomos Waffe beeindrucken, mit der er die Hacker in Schach halten wollte.

Einen der Hacker konnte Lomo noch in den Schwitzkasten nehmen. Doch der wehrte sich entschlossen, befreite sich und flüchtete mit seinem Komplizen in einem Auto. Lomo feuerte noch eine Reihe von Warnschüssen ab und verfolgte die Verbrecher dann in seinem Auto. Auch die Polizei, die endlich den Tatort erreichte, nahm die Verfolgung auf. Als die Verbrecher ihre Verfolger nicht abschütteln konnte, sprangen sie aus dem Wagen und versuchten durch ein Gebäude zu flüchten – ein Fehler.

„Sie versuchten durch eine Gebäude zu flüchten und über den Hinterausgang zu entkommen, doch dort standen schon unsere Leute“, beschrieb die Polizeisprecherin Katie Flood die Verhaftung. Bei der Durchsuchung des Wagens fanden die Beamten umgerechnet 6800 Euro. Sie verdächtigen das Duo allerdings, insgesamt 9300 Euro im Umkreis von Lincoln erbeutet zu haben. Zudem sollen die aus New Orleans stammenden Männer auch dort Geldautomaten angezapft und einen Betrag in unbekannter Höhe erbeutet haben.

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