Freundschafts-Netzwerke anfällig für Betrüger und Viren

Soziale Netzwerke wie Facebook werden auch bei Online-Kriminellen immer beliebter. So finden auch alte Betrugsmaschen wie der der Nigeria-Connection ihren Weg ins Web 2.0, Viren verbreiten sich rasend schnell in den Freundschafts-Netzen. Für die Nutzer ist die Gefahr dort so groß wie nur irgend sonst – die hohe Vertrauensseligkeit innerhalb der scheinbar abgesicherten Gemeinschaften macht es den Gangstern besonders einfach.

So hat sich die Nigeria-Connection für Facebook eine besonders fiese Variante ihrer Masche einfallen lassen. Statt von reichen Prinzen oder Präsidentenwitwen erhalten die Anwender hier Post eines Facebook-Nutzers mit der Bitte um finanziellen Beistand. Der Betreffende sei im nigerianischen Lagos gestrandet und benötige 500 Dollar für die Heimreise. Dort werde der in Not geratene die Summe sofort begleichen können. Hinter der Nachricht stecken jedoch die Online-Betrüger, der Account des angeblich in der Klemme steckenden Nutzers wurde gehackt.

Diese veränderte Masche verlässt sich auf den Vertrauensvorschuss, den viele Mitglieder in sozialen Netzwerken ihren Online-Freunden dort gewähren. Eine Nachricht von einem Online-Freund hat eine größere Chance wahrgenommen zu werden, so das Kalkül der Netzbetrüger. Damit, so die Hoffnung, könnten sie ihrem Geschäft neuen Schwung verleihen, das angesichts immer vorsichtigerer Surfer über kurz oder lang abkühlen dürfte.

Eine ähnliche Strategie verfolgen auch die klassischen Malware-Versender. Für die Verteilung ihrer Spionage-Software oder anderer Schadsoftware greifen auch sie immer öfter auf die Kommunikationskanäle der Online-Gemeinden zurück. So macht derzeit der Facebook-Wurm Koobface von sich reden, der sich über das interne Mail-System des Netzwerks verbreitet. Die Nachrichten enthalten einen Link auf eine angebliche YouTube-Seite. Dort werden Anwender aufgefordert, ein Flash-Update zu installieren, in dem sich jedoch ein Trojaner versteckt. Hat er einen Rechner erfolgreich infiziert verbreitet sich der Wurm über den Facebook-Account seines Opfers selbständig weiter.

Die Nutzer von Online-Gemeinden sollten daher auch dort ein gesundes Misstrauen gegen Nachrichten von unbekannten Absendern hegen. Auch Links in E-Mails sollten sie dort vor dem Klick eingehend prüfen. So lässt sich das Risiko deutlich verringern, Opfer von Betrug oder Malware zu werden. Abgesehen davon bleibt natürlich der Schutz durch Sicherheitsprogramme wie Viren-Scanner und Firewall grundlegend für die Abwehr von Gefahren im Internet.

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