Freie Fahrt für Google Street View

Ein Ehepaar aus Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hat einen Prozess gegen Google verloren, in dem es um Aufnahmen ihres Hauses im Dienst Street View ging. Das Paar sah seine Privatsphäre durch die Bilder im Angebot des Suchmaschinenbetreibers verletzt und verlangte die Löschung der Dateien sowie Schadenersatz wegen seelischer Grausamkeit. Das zuständige Bezirksgericht hat die Klage nun abgewiesen – sie sei vollkommen gegenstandslos.

Das Ehepaar strengte die Klage im April vergangenen Jahres an, nachdem Mitarbeiter der Suchmaschine mit einem kamerabestückten Transporter auf sein als „Privat“ gekennzeichnetes Grundstück eingedrungen waren und Bilder des Hauses des Paars aufgenommen hatten. Dabei war die Familie nach eigenen Angaben nach Franklin Park, einem Vorort von Pittsburgh, gezogen, um dort in Ruhe und unbehelligt zu leben.

Diese Privatsphäre sah das Paar durch das unrechtmäßige Eindringen von Google auf ihr Grundstück gestört und behauptete, dadurch psychische Schäden erlitten zu haben. Dafür verlangte das Paar insgesamt 25.000 Dollar Schadenersatz. Das Bezirksgericht von West Pennsylvania wies die Klage jedoch ab mit der Begründung, dass die Forderungen das Paars völlig gegenstandslos sei. So sei auch ein Foto des entsprechenden Hauses auf der Internet-Seite des örtlichen Grundbuchamtes zu sehen.

Damit entsprach das Gericht der Position von Google, das schon bei Erhebung der Klage sämtliche Forderungen abgelehnt hatte. Die Forderungen des Paars seien „unter anderem deshalb unhaltbar, weil die Ansicht eines Hauses von der Einfahrt aus, die jeder Besucher, Lieferant oder Telefon-Techniker sehen kann, ist nicht privat“, so das Unternehmen in seiner schriftlichen Reaktion damals. „Die heutige Technologie von Satellitenaufnahmen und Luftbildern bedeutet, dass es eine totale Privatsphäre nicht mehr gibt.“

Die beiden Eheleute aus Pittsburgh sind indes nicht die einzigen, die dem Google-Dienst Street View skeptisch gegenüber stehen. So untersagte die Gemeinde Molfsee bei Kiel dem Unternehmen Fotoaufnahmen auf ihren Straßen. Nach der Ankündigung weiterer Gemeinden, Google ebenfalls aussperren zu wollen, ließ das Unternehmen die Aufnahmen in Schleswig-Holstein einstellen. Das Bundesland wird beim Deutschlandstart von Street View zunächst nicht berücksichtigt.

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