Fünf Jahre Haft für Diebstahl von Emissionsquoten

In Großbritannien wurden drei Mitglieder einer kriminellen Gruppe verurteilt, die sich an dem Diebstahl und Weiterverkauf von Emissionsquoten bereichern wollten.

Laut Ermittlungsunterlagen erlangten die Komplizen im Herbst 2011 Zugriff auf das spanische Nationalregister der Teilnehmer des Marktes für Emissionsquoten (Registro Nacional de Derechos de Emisión, RENADE) und überwiesen 350.000 Zertifikate der EU mit einem Gesamtwert von etwa 3,7 Millionen Euro auf das Konto eines britischen Brokers. Diesem gelang es allerdings nur, 8340 gestohlene Quoten zu verkaufen: Die Spanier bemerkten das Leck, schlugen Alarm und froren mit Hilfe der britischen Kollegen die gesamten verbliebenen Reste ein. Ein wenig früher versuchten eben diese Personen mehr als 426.000 Quoten zu einem Preis von 4,1 Millionen Euro von einem der in der CDM-Datenbank (Clean Development Mechanism – Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) der UNO registrierten Konten abzuziehen. Diese illegale Operation konnte von der Verwaltung des Registers verhindert werden, die die Fälschung rechtzeitig entdeckten.

Die Schlüsselfigur in dieser Betrugsgeschichte ist der 32jährige angeheuerte Hacker Matthew Beddoes. Für das Hacken begeisterte er sich von Kindesbeinen an, betrachtete es als eine Art, seinen Geist zu schulen und bot seine Dienstleistungen aktiv im Netz an, wo ihn auch die zukünftigen Fälscher fanden. Diese neue Herausforderung erschien Beddoes seiner selbst würdig und er machte sich mit Leidenschaft daran, den kriminellen Gedanken in die Tat umzusetzen, war allerdings unsagbar erstaunt, als die von ihm versendete Mails mit schädlichen Anhängen ihre Ziele auch tatsächlich erreichten. Soweit bekannt, kam der Hacker üblicherweise mit Hilfe von ZeuS an die fremden Accounts, E-Mail-Adressen und sonstige wertvolle Informationen.

Das kriminelle Trio wurde aufgrund der Ergebnisse von Ermittlungen festgenommen, die von der britischen Behörde SOCA durchgeführt wurden (Serious Organised Crime Agency – Strafverfolgungsbehörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Vereinigten Königreich). Bei der Durchsuchung von Beddoes‘ Computer wurden diverse Belege für seine Hacker-„Begabung“ entdeckt: Ungefähr 3.000 Kreditkartennummern, 500 Mail-Adressen, Logins und Passwörter von Mitarbeitern von HSBC, Virgin, Lloyds TSB und anderen Unternehmen sowie Scans von Personalausweisen, Geburtsurkunden und Rechnungen für Dienstleistungen der Kommunen von sieben Bürgern der USA, Kanadas, Hollands und Großbritanniens.

Vor Gericht erklärte sich Beddoes der kriminellen Absprache, des nicht sanktionierten Zugriffs auf Computersysteme, des Speicherns fremder vertraulicher Daten und der Bereicherung auf kriminelle Weise für schuldig. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt; zu weiteren 9 Monaten verurteilte ihn der Richter aufgrund der Verletzung der Haftbedingungen während des Prozesses – in Erwartung des Urteils brachte der Hacker es fertig, online zu gehen.

Der Auftraggeber von Beddoes wurde zu einem Jahr und 9 Monaten verurteilt – wegen verbrecherischer Absprache mit dem Ziel, in fremde Ressourcen einzudringen und deren normale Funktion zu stören. Der Dritte in diesem kriminellen Bunde, der für das Waschen des illegal eingenommenen Geldes verantwortlich war, wurde zu einem Jahr mit einem Strafaufschub von 2 Jahren verurteilt. In seinem Fall kamen eine Strafe in Höhe von 1.000 Pfund Sterling (etwa 1.200 Euro) und 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit hinzu. Das von den Komplizen mittels Betrugs eingenommene Geld wurde zugunsten der Betrugsopfer konfisziert.

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