Fernsehpiraten tricksten Premiere wieder aus

Der Pay-TV-Sender Premiere hat am 10. November die Umstellung seines Verschlüsselungssystems abgeschlossen – der WebStandard berichtete. Damit will der Sender für dunkle Bildschirme bei Schwarzseher sorgen. Wie das Computerzeitschrift ct in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, waren einige Pay-TV Kanäle allerdings weiterhin schwarz empfangbar.

Fernsehpiraten nutzen dafür Schwächen im Verschlüsselungssystem Conax aus, das u.a. in Eutelsats TV-Plattform Kabelkiosk genutzt wird, das auch Kanäle von Premiere im Angebot hat. Kabelkiosk-Signale sind über den Satellit Atlantic 2 auch „mit kleinen Schüsseln gut zu empfangen“, so ct in seinem Bericht. Auch strahlt Premiere selbst einige seiner Kanäle mit Conax aus.

Laut ct wurde die Lücke mittlerweile wieder Geschlossen, allerdings rechnen Insider mit einem neuen Hack. Für den Schwarzempfang benötigt man passende Conax-Hardware. Die Zeitschrift betont, dass die Verschlüsselungssysteme Nagra 3 und NDS bislang nicht gehackt wurden.

Premiere hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erneut einen deutlichen Verlust eingefahren. Zwischen Juli und Ende September fiel ein Fehlbetrag von 89 Mio. Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte der Sender ein ausgeglichenes Ergebnis geschafft.

Im bisherigen Jahresverlauf ist damit bereits ein Minus von 155 Mio. Euro angefallen. Der Umsatz ging von 247,5 auf 244,6 Mio. Euro zurück.

Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel ein Verlust von 27 Mio. Euro an. Hier hatte Premiere im Vorjahr noch einen Gewinn von 22 Mio. Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr rechnet Premiere nun mit Erlösen von etwas mehr als einer Milliarde Euro. Der EBITDA-Verlust soll bei 40 bis 60 Mio. Euro liegen, was etwas besser wäre als zuletzt in Aussicht gestellt.

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