FBI legt internationalen Phisher-Ring lahm

Mit einer Razzia in den USA und Ägypten hat die amerikanische Bundespolizei FBI einen schweren Schlag gegen die internationale Phishing-Szene gelandet. In Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden in Ägypten konnten die amerikanischen Fahnder 80 Verdächtige festnehmen. Die Gruppe hatte amerikanischen Bankkunden Zugangsdaten für Online-Banking entlockt und damit insgesamt 1,5 Millionen Dollar erbeutet.

Die Operation mit dem Codenamen Phish Phry hatte insgesamt 100 Verdächtige zum Ziel. Zwanzig der insgesamt 53 in den USA vermuteten Mittäter konnten zunächst nicht gefasst werden. In Ägypten setzten die Behörden 47 Personen fest. Alle Personen werden mit einem groß angelegten Phishing-Raubzug in Verbindung gebracht, der zwischen Januar und September 2007 zahlreiche Opfer gefordert hatte. Es handelt sich um den größten Schlag dieser Art gegen ein Phishing-Syndikat weltweit, wie das FBI in einer Stellungnahme mitteilte.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler teilte sich die Operation der Phishing-Betrüger in zwei Teile. In Ägypten saßen die Techniker der Gruppe, die Phishing-Webseiten erstellt und entsprechende E-Mails an potentielle Opfer versendet haben sollen. Hatten die Internet-Kriminellen Zugangsdaten zu einem Konto erbeutet, hoben sie das darauf befindliche Geld ab und überwiesen es auf verschiedene Konten in den USA, die von den dortigen Bandenmitgliedern eröffnet worden waren. Die schöpften später auch das Geld ab, um es in dunklen Kanälen verschwinden zu lassen.

Insgesamt 1,5 Millionen Dollar seien auf diesem Wege von den Konten der Opfer auf die der Phisher gewandert. Nach Angaben einer FBI-Sprecherin seien tausende Kunden der Banken Wells Fargo und Bank of America Opfer der Bande geworden. Jedem der insgesamt 53 Verdächtigen in den USA droht eine lange Haftstrafe. Die nun angestrengten Anklagen lauten auf Verschwörung zum Betrug – jeder der Verdächtigen kann damit zu bis zu zwanzig Jahren Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt werden.

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