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Facebook stellt spammenden Wiederholungstäter vor Gericht

Die Leitung von Facebook hat in Kalifornien Klage gegen den Amerikaner Christopher Peter Tarquini erhoben, der beschuldigt wird, den Endbenutzer-Lizenzvertrag verletzt zu haben sowie verschiedene lokale und föderale Gesetze über den Schutz von Computerressourcen. Nach Angaben des Klägers belästigt der Angeklagte seit 2008 die Nutzer des sozialen Netzwerks, indem er die Accounts kapert und pornografische Bilder verbreitet sowie betrügerische Mitteilungen mit Links auf Werbung Dritter, für die er bezahlt wird.

In der Anklageschrift heißt es, dass „Tarquini ein Skript zur Veröffentlichung irreführender Mitteilungen, Bilder und Links“ sowie zum Diebstahl von Zugriffstokens der Anwender auf den Seiten von Facebook entwickelt und eingesetzt hat. In einem Antwortschreiben an die Betreiber des sozialen Netzwerks gestand der Spammer, dass er diese spezialisierte Software auch mit seinen „Amtsbrüder“ geteilt habe.

„Der Angeklagte Christopher Peter Tarquini ist ein notorischer Spammer und Übertreter der Verhaltensregeln der Facebook-Services“, erklärte der Kläger. „Tarquini hat ein raffiniertes Schema entwickelt und eingeführt, das den Facebook-Nutzern Mitteilungen zustellt, die angeblich auf pornografische Darstellungen bekannter Personen verweisen. In Wirklichkeit aber desinformiert er die Anwender. Bei einem Klick auf eine solche Mitteilung (oder ein damit verbundenes Bild) wird deren Kopie automatisch an die Freudesliste weitergeleitet und der Webbrowser des Anwenders wird auf eine Marketing-Site umgeleitet, die Tarquini und Co. für das Anlocken der Nutzer bezahlt. Kurz gesagt, die Facebook-Anwender, die auf die irreführenden Mitteilungen von Tarquini klicken, werden umgehend – ohne es zu wissen oder dem zugestimmt zu haben – unfreiwillige Beteiligte und Opfer seines betrügerischen Schemas.“

Tarquini lockte die Facebook-User unter anderem damit, dass sie sich angeblich freizügige Szenen mit Justin Biber und dem amerikanischen Popsternchen Selena Gomez angucken könnten. Mit einem Klick auf den entsprechenden Link sah der Nutzer nach Angaben des Klägers ein verschwommenes Bild, das einer anklickbaren Sequenz aus irgendeinem Videoclip glich. Wurde es aktiviert, so erschien die Forderung an den Anwender, seinen Zugangstoken einzugeben, um einen Code zu erhalten, der angeblich bestätigen würde, dass dieser kein Bot sei. Nachdem Tarquini dem Anwender auf diese Weise seinen Identifikator abgeluchst hatte, nutzte er dessen Account zur Verbreitung schädlicher Links im Namen des Opfers.

Facebook investierte nach eigenen Angaben tausende von Dollar, um den bösartigen Spammer aufzuspüren und zu stoppen. Ihm wurde eine Warnung zugesandt, der Account gesperrt und seine Anwendungen deaktiviert, es wurde versucht, ihm den Zugriff auf verschiedene Services zu blockieren, doch Tarquini kehrte ein ums andere Mal auf die Website zurück, registrierte ein neues Profil und machte weiter wie vorher.

Nachdem Facebook aus eigenen Kräften nicht mit dem hartnäckigen Störenfried fertig geworden war, wandte sich das Unternehmen schließlich an die Behörden. Facebook klagt auf ein gerichtliches Verbot der widerrechtlichen Aktivität und hofft, Tarquini für immer aus dem sozialen Netzwerk ausschließen zu können. Der Kläger fordert zudem die Auferlegung einer Strafe und Zahlung einer Kompensation für den moralischen Schaden und die Verluste, die dem Webservice aufgrund der Betrügereien entstanden sind.

Quelle: Courthouse news

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