Europol schließt kriminellen Webdienst

In Madrid wurden zwei Ukrainer festgenommen, die verdächtigt werden, mit dem Zugriff auf gehackte Dienste zu handeln und Geld zu waschen, das sie durch Erpressung mit Hilfe des so genannten „Polizeivirus“ eingenommen haben. Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von Europol vor mehr als einem Jahr angeschoben. Das ist bereits die zweite Aktion, die auf spanischem Territorium im Rahmen der regionalen Operation Ransom durchgeführt wird und auf die Eindämmung der Population von Erpresserprogrammen in Westeuropa abzielt.

Die in Folge der Operation Ransom II vorgenommenen Verhaftungen und Durchsuchungen erfolgten Anfang Juli. Einer der Festgenommenen wurde auf frischer Tat ertappt, und zwar in dem Moment, in dem er Verhandlungen via Chat durchführte. Neben Computertechnik und digitalen Beweisen wurden bei der Durchsuchung um die 50.000 Euro in bar und einige tausend Euro in elektronischer Währung sichergestellt. Nach Einschätzungen der spanischen Polizei wuschen die Komplizen täglich um die 10.000 Euro, indem sie das Geld durch verschiedene Bezahlsysteme und virtuelle Brieftaschen schleusten.

Im Laufe der Ermittlungen konnten die Mitarbeiter von Europol 21.000 kompromittierte Webserver identifizieren, die sich in 80 Ländern der Welt befinden (1.500 in Spanien) und zum Verkauf angeboten wurden. Das Einzige, was sie verbindet, ist die aktivierte Funktion Remote Desktop Protocol (RDP). Die Inhaber des kriminellen Webservices boten ihren 450 Kunden diese Trophäen mit der Möglichkeit an, nach Regionen auszuwählen.

Die von diesen Servern erhaltenen Informationen plant Europol an die Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben, damit diese die Inhaber über den Einbruch in Kenntnis setzen können. Die Zahl und Komplexität der Schadprogramme wird weiter zunehmen und die Gefahr, die von diesen Internetbedrohungen ausgeht, ist groß, warnt Troels Oerting, der Leiter des unter der Ägide von Europol arbeitenden Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (EC3). Wichtig ist, dass die Anwender sich über eins im Klaren sind: Cyberkriminellen Geld zu zahlen, ist eine schlechte Idee.

Quelle: Europol

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