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Elektronische Fußfessel für Fakemart-Entwickler

Ein 20-jähriger Franzose, der 17.000 Android-Smartphones infiziert hat, wurde zu einem Jahr Freiheitsentzug verurteilt, wovon der die erste Hälfte absitzen muss. Das zweite halbe Jahr wird der Verurteilte eine elektronische Fußfessel tragen.

Dylan Caron war nach eigenen Angaben bereits im Alter von 3 Jahren mit Computertechnik vertraut, und begann zwischen 9 und 10 Jahren, sich für das Programmieren zu interessieren. Mit 12 Jahren waren seine hervorragenden Fähigkeiten nicht mehr zu übersehen, er hatte einen IQ von 145. Allerdings schmiss er als Jugendlicher das College, und hatte damit auch keinen Abschluss. Trotzdem träumte Caron weiterhin von einer Karriere als Programmierer, und beschloss, sich selbst auf die Probe zu stellen: So schrieb er einen außergewöhnlichen SMS-Trojaner innerhalb nur einer Stunde.

Der Schädling, der von AV-Experten auf den Namen Fakemart getauft wurde, wurde – getarnt als kostenlose Kopien populärer Android-Anwendungen – in Online-Shops hinterlegt. Nach dem Start auf einem infizierten Gerät verschickte der Trojaner unbemerkt SMS an Kurznummern, fing die Antwortmitteilungen mit dem Zugangscode zu einem Game-Service ab und leitete sie an Caron weiter. Dabei wurden 4,5 Euro für jede kostenpflichtige SMS vom Konto des Opfers abgebucht. Die Zugangscodes, die mit Hilfe von Fakemart abgefangen wurden, gaben dem Franzosen die Möglichkeit, einer kleinen Leidenschaft nachzugehen, nämlich an Online-Quiz teilzunehmen und dabei geringe Preise zu gewinnen. Innerhalb weniger Wochen bestahl Carons trojanischer Komplize 17.000 Besitzer von Android-Smartphones, die dabei insgesamt ungefähr 500.000 Euro verloren.

Wie es scheint, hat der autodidaktische Virenschreiber selbst nicht damit gerechnet, dass sein Machwerk sich so rasant ausbreitet. Für ihn war das Ganze lediglich ein erster Schreibversuch – der Versuch zu beweisen, dass ein Diplom nicht das Wichtigste für einen Programmierer ist. Dabei interessierte sich Caron nur wenig für den materiellen Vorteil, den ihm der Trojaner hätte bringen können: Das Betrugsschema brachte dem jungen Franzosen insgesamt 4.000 Euro ein (offensichtlich die Summe aller Quiz-Gewinne), die er für eine neue Anlage und Videospiele ausgab.

Die Anklage wegen Betrugs und Verursachung von Schäden an fremden technischen Geräten hätte Caron bis zu 5 Jahren Gefängnisstrafe einbringen könne. Wegen mildernder Umstände beantragte der Staatsanwalt ein Jahr Freiheitsentzug mit einer Bewährungsfrist von 2 Jahren. Das tatsächliche Urteil fiel strenger aus: Das Gericht berücksichtigte dabei die Höhe der Verluste sowie die Tatsache, dass der Schädling sich noch immer in Umlauf befindet und weiterhin eine Gefahr darstellt. Nach Abbüßen der Strafe ist der junge Mann nicht vorbestraft, allerdings hat er die Auflage, sich eine Arbeit zu suchen.

Quelle:

Le jeune hacker d’Amiens condamné

Un jeune pirate informatique condamné à six mois ferme

Android app hacker sentenced to one year

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