Ein “Black Hat” verliert die Kontrolle

Die Urheber bösartiger Software versuchen immer, ihre Identität zu verschleiern, richtig? Falsch! Sogar einige der heute tätigen Online-Kriminellen mit Geschäftsabsichten enthüllen ihre Identität. Wir sind etwas überrascht, aber hier ist die Geschichte eines “Black Hat” der seine Identität preisgab und jetzt versucht “Schadenersatz” für die Recherchen Kasperskys zu bekommen.

Vor kurzem beschäftigten wir uns mit einem neuen Dienst für Malware-Programmierer: [avtracker dot info]. Es handelt sich um einen Online-Dienst für die Verfolgung von Antivirus-Software-Herstellern. Die Homepage von [avtracker dot info] beschreibt den Dienst, welcher den Schutz von Schadprogrammen gegen die Überprüfung durch Programme zum Aufspüren von Malware beschreibt und ruft außerdem zu einem DDoS-Angriff gegen Antivirus-Unternehmen auf:

Zusätzlich haben einige unserer Forscher ein Network Request zur Verfügung gestellt, welches dazu benutzt wurde, um Informationen an [avtracker dot info] zurück zu geben. Dieser Request wurde in einem speziellen Spionageprogramm verwendet, welche vom [avtracker dot info] Inhaber an verschiedene Antiviren-Labs versendet wurde. Bei Ausführung des Programms kontaktiert dieses den Eigentümer und beschreibt die Umgebung des infizierten Systems. Wir haben etwas mit diesem Request gespielt und verschiedene Nutzernamen- und Systemparameter durch zufällige Zahlen- und Buchstabenfolgen ersetzt.

Der WHOIS Eintrag war nicht hilfreich – [avtracker dot info] war anonym registriert worden. Dies war nicht überraschend. Online-Kriminelle registrieren Domains meistens anonym, um ihre Identifizierung zu erschweren.

So weit nichts Außergewöhnliches – ein normaler Tag im Leben eines Antiviren-Software-Unternehmens. Und dann…Überraschung! Der Inhaber der Dienstes für Malware Programmierer kontaktierte uns und enthüllte seine Identität. Obendrein verlangte er ein Lösegeld von 2000 Euro als Kompensation seines Schadens, der bei unserem Versuch entstand, sein neues Spielzeug zu “zerstören”.

Während wir dies schreiben, haben wir das Spionageprogamm erhalten, in dessen Programmcode die folgende Nachricht enthalten war, welche auf dieselbe Person hinwies, die uns kontaktiert hatte:

Natürlich haben wir alle relevanten Daten unserem Anwalt übergeben, welcher nun die weiteren Schritte unternehmen wird. Wären alle Online-Kriminelle so kooperativ, wäre das Leben eines Antivirus-Unternehmens bedeutend einfacher.

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