DoS-Marketing: Exempel statuiert

Ein Geschäftsmann, der die Fondsbörse von Hongkong mit dem Ziel attackiert hat, seinen Anti-DDoS-Service zu bewerben, wurde zu 9 Monaten Freiheitsentzug verurteilt.

Laut Akten führte Tse Man-lai im vergangenen Jahr 2 kurze DDoS-Attacken auf die Website HKExnews durch, die den Kurs amerikanischer Unternehmen veröffentlicht, die an der lokalen Börse notiert sind. Die Dauer der Angriffe, an der hunderte PCs im Ausland beteiligt waren, betrug 390 bzw. 70 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit machte der Organisator der Attacke Screenshots und Videos, die das Vorhandensein einer DoS-Sicherheitslücke auf der Site dokumentierten. Die auf diese illegale Weise zusammengetragenen Materialien veröffentlichte der 28-jährige Inhaber der Firma Pacswitch Globe Telecom im Forum, womit der die Netz-Infrastruktur der Börse kritisierte und die eigene Methode zum Schutz vor DDoS-Attacken anpries.

Leider wählte Man-lai für seine Demonstration einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt: HKExnews hatte sich noch nicht von den Attacken anderer DoS-Angreifer erholt, die die Website in den vorhergehenden Tagen in den Belagerungszustand versetzt hatten. Als Folge mussten die Börsianer ihre Netzressource abschalten und den Handel mit Aktien von sieben Unternehmen einstellen, darunter die britische Bank HSBC und Cathay Pacific Airways ― eine der größten Luftfahrtgesellschaften, die auf internationaler Ebene im Transportwesen tätig ist.

Der Hongkonger Polizei gelang es, die Quelle der letzten Angriffe auf die HKExnews zurückzuverfolgen ― den Heimcomputer von Man-lai. Dem Geschäftsmann wurde das Eindringen in ein Computersystem mit verbrecherischer oder unlauterer Absicht zur Last gelegt. Als Verteidiger des „erfinderischen“ Werbers trat das frühere Mitglied des Rats von Hongkong in Fragen der Gesetzgebung im IT-Bereich auf, der das Gericht um Berücksichtigung der Tatsache bat, dass die professionelle Tätigkeit von Man-lai die Entwicklung der Informationstechnologie in einem bestimmten Verwaltungsbezirk von China befördert hat.

Der Richter nannte Man-lais Tat im höchsten Maße verantwortungslos und merkte an, dass es hierzu keinen Präzedenzfall in der Gerichtspraxis gebe. Das Gericht berücksichtigte, dass der Rechtsbrecher jung, verheiratet und ein fleißiger Experte und Geschäftsmann sei. Der Richter entschied jedoch, ein Exempel an ihm zu statuieren, um die Gesetzlosigkeit im Internet nicht zu fördern. Da die angegriffene Website kaum von der Aktion Man-lais in Mitleidenschaft gezogen wurde, fiel die Unterbindungsmaßnahme nicht allzu streng aus.

Quelle:

scmp.com

theregister.co.uk

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.