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Cyberkriminelle stahlen Usern 100 Milliarden Dollar

Das Unternehmen Symantec hat die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die im Rahmen des jährlich erscheinenden Norton Cybercrime Report durchgeführt wurde. Nach Schätzungen des Unternehmens wurden im vergangenen Jahr 556 Millionen Internet-Nutzer von Cyberverbrechen in Mitleidenschaft gezogen. Die Gesamtverluste betrugen 110 Milliarden US-Dollar.

Die Umfrage wurde in der zweiten Julihälfte durchgeführt. Befragt wurden 13.000 Internet-Nutzer zwischen 18 und 64 Jahren in 24 Ländern der Welt. Erstmals wurden auch russische Anwender befragt. Alle Länder sind in der Umfrage zu gleichen Anteilen vertreten (je 500 Teilnehmer pro Land), mit Ausnahme der USA und Indien (je 1000). Innerhalb des untersuchten Zeitraums waren 46% der Befragten von Cyberkriminalität betroffen, wobei jeder Anwender im Schnitt 197 Dollar einbüßte. Die Gesamtsumme der Opfer und der durchschnittlichen Verluste pro Person ermittelten die Experten durch Hochrechnung.

Am teuersten kamen die Cyberverbrechen die chinesischen Anwender zu stehen, die nach Schätzungen von Symantec innerhalb von 12 Monaten 46 Milliarden Dollar verloren. Die Verluste in den USA beliefen sich auf 21 Milliarden, in Westeuropa auf 16 Milliarden, wobei die Deutschen um 3,67 Milliarden, die Franzosen um 3,25 Milliarden und die Nutzer in Großbritannien um 2,9 Milliarden Dollar betrogen wurden.

Den russischen Usern stahlen die Online-Gauner 2 Milliarden Dollar, wobei der prozentuale Anteil der Opfer in Russland alle Rekorde schlug: 92%, das sind umgerechnet 30 Millionen Menschen. Auch in China und Südafrika ist dieser Wert mit 84% und 80% respektive sehr hoch.

In Deutschland betrug die Zahl der Opfer 15 Millionen, in Großbritannien 12,5 Millionen und in Frankreich über 10 Millionen.

Insgesamt am häufigsten von Cyberkriminalität betroffen sind Männer (71% gegenüber 63% der Frauen) sowie Jugendliche (75%), Besitzer von mobilen Geräten und Nutzer von sozialen Netzwerken.

39% der Teilnehmer von sozialen Netzwerken räumten ein, schon einmal gehackt, betrogen oder über einen schädlichen Link geleitet worden zu sein. Dieser Wert ist in Russland und Frankreich überdurchschnittlich hoch (je 43%). Die russischen und französischen User erhalten zudem häufiger als die Nutzer im Rest der Welt anonyme SMS mit der Aufforderung, auf einen Link zu klicken oder eine unbekannte Nummer zu wählen (71 und 57% respektive gegenüber dem Durchschnittswert von 31%). Die Nutzer des „Runets“ halten zudem den Rekord nach Anzahl der Infektionen (74% aller Computer). Am zweithöchsten ist dieser Wert mit 66% in China.

Die Experten von Symantec weisen darauf hin, dass die Mehrheit der Befragten mit den Grundregeln der Internet-Sicherheit vertraut ist. Allerdings verwenden 40% von ihnen schwache Passwörter und ändern diese auch nur selten. Mehr als ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer gibt Bank-Informationen in Web-Formulare ein, ohne zu überprüfen, ob in der Adresszeile oder der Statuszeile des Browsers das Schlosssymbol abgebildet ist. Viele User haben veraltete Vorstellungen von Internet-Bedrohungen. So wussten 40% der Befragten nicht, dass moderne Schadprogramme im Verborgenen funktionieren, und 55% konnten nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ihr Computer infiziert ist oder nicht.

Quelle: Symantec

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