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Chinesische Hacker greifen Pro-Tibet-Gruppen an

Bei Hackerangriffen auf US-Regierungseinrichtungen aus den Jahren 2006 und 2007 seien bis dahin unentdeckte Lücken in Microsoft Office ausgenutzt worden. Nach Meinung eines Virenschutzexperten von F-Secure sei das der Auslöser für die Welle an Sicherheitsupdates von Microsoft gewesen. Alles deute zudem daraufhin, dass es sich dabei um die selbe Hackergruppe handle, wie bei den jüngsten Attacken auf Pro-Tibet-Organisationen, wie Wired berichtet.

Spionage werde immer öfter mit Hilfe von Trojanern durchgeführt, erklärte Mikko Hyppönen vom Sicherheitsunternehmen F-Secure auf der Sicherheits-Konferenz RSA 2008. Bei den vermutlich von China ausgehenden Attacken, waren Anfang 2006 E-Mails mit manipulierten Word- und Excel-Dateien verschickt worden. Öffnete ein Nutzer eine derartige Datei, sei es zu einem Programmabsturz gekommen und Spionage-Software sei installiert worden. Die ausgespähten Informationen seien zu sogenannten DNS-Bouncern in China weitergeleitet worden.

Hyppönen wollte nicht bestätigen, dass die chinesische Regierung hinter der Spionage stehe. Die Fakten würden zwar darauf hinweisen, es könnte sich jedoch auch um ein Ablenkungsmanöver handeln. Die Angreifer seien mit ihrer Methode laut Hyppönen sehr erfolgreich gewesen. So seien von einem einzigen Computer einer Sicherheitseinrichtung 18 Monate lang Informationen auf einen Server in China geschickt worden.

Microsoft habe zwischen 2005 und Anfang 2006 nur eine geringe Anzahl an Updates für sein Büropaket veröffentlicht. Kurz darauf habe es jedoch einen explosionsartigen Anstieg von Patches für kritische Sicherheitslücken in Office gegeben. Alleine im Oktober 2006 seien 26 Patches für vier kritische Lücken herausgebracht worden. Microsoft habe die Patches laut F-Secure gleichzeitig mit dem Aufkommen der Hacker-Angriffe veröffentlicht. Obwohl Microsoft die Sicherheit seines Office-Pakets erhöht habe, gebe es nach wie vor Angriffe. Die jüngsten Attacken auf Pro-Tibet-Gruppen würden auch ältere Sicherheitsanfälligkeiten ausnutzen.

Die Angriffe auf NGOs hätten in den vergangenen Wochen aufgrund der Unruhen in Tibet zugenommen. So hatten Hacker Mitte März eine Datei an eine Mailingliste geschickt, die als Statement der UNO getarnt gewesen sei. Nach dem Öffnen habe sich ein Programm installiert, das PGP-Schlüssel auf den Rechnern aufspüren sollte, um codierte Nachrichten entschlüsseln zu können. Zudem seien Lücken in Adobes Acrobat ausgenutzt worden.

Laut Hyppönen habe es den Anschein, dass eine ein und dieselbe Hackergruppe hinter den Angriffen stehe. Die Hacker würden zudem wesentlich organisierter und professioneller vorgehen als früher. „Die Angreifer ändern sich. Nun müssen wir auch Spionage bekämpfen“, so Hyppönen.

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