Carding-Forum zerschlagen

Eins der größten Web-Foren, die mit gestohlenen Kreditkartendaten handeln, wurde dank gemeinsamer Anstrengungen der Nachrichtendienste der USA, Großbritanniens und Vietnams zerschlagen. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse wurden in Großbritannien drei Personen verhaftet und in Vietnam acht. In den USA wurde ein Strafverfahren wegen illegaler Geschäftstätigkeit angestrengt, wobei in der Anklageschrift darauf verwiesen wird, dass es auch in Italien, Deutschland und anderen Ländern Festnahmen gegeben hat.

Die Handelsplattformen für Kreditkartenbetrüger, die von der kriminellen Gruppierung Mattfeuter aufgebaut wurde, befanden sich in unterschiedlichen Domain-Zonen: .ru, .cc, .su, .com, .biz usw. Das Untergrund-Forum zählte um die 16.000 registrierte Nutzer, es stellte seinen Mitgliedern einen Überprüfungsmechanismus zur Aktivität der Kreditkarten zur Verfügung und nahm Zahlungen über Anbieter von weltweitem Geldtransfer entgegen, wie etwa Western Union und Liberty Reserve. Nach Angaben des FBI wurden über die Websites von Mattfeuter um die 1,1 Millionen Kreditkartennummern verkauft, die Gesamtsumme der möglichen Transaktionen liegt bei mehr als 200 Millionen Dollar. An den Verkaufsprovisionen “verdienten“die Mitglieder dieser kriminellen Organisation um die 1,5 Millionen Dollar.

Nach Aussage von Vertretern des britischen Nachrichtendienstes, handelt es sich bei den von ihnen festgenommenen einheimischen Personen um „wichtige“ Mitglieder des Carding-Forums. Die Strafverfolgungsbehörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Vereinigten Königreich (Serious Organised Crime Agency, SOCA) und die Cybercops suchen weiter nach anderen Kunden von Mattfeuter, unterhalten einen regen Informationsaustausch mit den ausländischen Kollegen und haben bereits einige Untergrund-Handelsplätze geschlossen.

In Vietnam konnten Mitglieder der kriminellen Vereinigung selbst verhaftet werden, unter anderem auch der mutmaßliche Kopf der Gruppe. Van Tien Tu wird des Aufbaus illegaler Geschäftsstrukturen beschuldigt, die Übrigen der nicht autorisierten Veröffentlichung fremder Informationen sowie der Verwendung gestohlener Daten zur Bezahlung eigener Außenstände (einige der Komplizen waren spielsüchtig). Das Gesetz, das den Zugriff mit Hilfe betrügerischer Methoden auf Finanzinformationen vietnamesischer Bürger und der Bürger anderer Länder unter Strafe stellt, wurde in diesem Land im Jahr 2009 verabschiedet.

Einer der verhafteten Vietnamesen ist zudem in einem amerikanischen Strafverfahren angeklagt. Nach zuverlässigen Informationen spielte Truong Hai Duy eine wichtige Rollein dieser kriminellen Vereinigung, da er den Verkauf des Diebesgutes koordinierte. Nach amerikanischem Gesetz drohen ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu 30 Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von 1 Million Dollar.

An den seit zwei Jahren laufenden Ermittlungen sind Europol, Visa und MasterCard beteiligt.

Quelle: SOCA

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