Brasilien: Trojan-Banker auf dem Vormarsch

Letztes Wochenende registrierten wir drei Angriffe brasilianischer Cyberkrimineller auf Twitter – alle mit demselben Ziel: der Verbreitung von Bank-Trojanern unter brasilianischen Nutzern mittels Direct Messages und kompromittierter Accounts.

Für Brasilien ist dieses Vorgehen neu, da ungefähr 90% aller brasilianischen Schädlinge via E-Mail mit Hilfe von Spam und verschiedenen Social-Engineering-Tricks verbreitet werden. Der Verbreitungsprozess von Malware wurde in Gang gesetzt, sobald die Anwender eine Direct Message eines anderen Nutzers erhielten:

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Die Direct Message wird automatisch von einem Anwender verschickt, dessen Account kompromittiert oder dessen Login-Daten gestohlen wurden. Diese Direct-Message-Benachrichtigungen verwenden den Service twt.tl, eine Kurz-URL von Twitter. Zur Verbreitung der Malware wird der User vielfach umgeleitet, um schließlich auf einer URL mit der Endung .com zu landen, auf der eine ausführbare Datei auf ihn wartet, ein Trojan-Banker:

Wird der Schädling ausgeführt, so erstellt er eine Datei mit dem Namen hash.dll im Verzeichnis C:WindowsHASH und registriert eine BHO im Browser mit willkürlicher CLSID. Diese DLL hat eine überaus geringe Detektionsrate Nachdem er aktiviert wurde, verfolgt der Trojan-Banker alle Verbindungen des Users und stiehlt die Legitimationen der Online-Banking-Dienste von brasilianischen Banken.

Am auffälligsten an dieser Attacke war allerdings die schnelle Ausbreitung. In weniger als einer Stunde wurde der in der Message eingefügte Link über 2.000 Mal angeklickt, fast immer von brasilianischen Nutzern:

Dieses Schadprogramm wird von Kaspersky Lab als Trojan-Downloader.Win32.Homa.cgc erkannt.

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